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Post bis Mittag im Briefkasten «Glückliches Land, das nur solche Probleme hat»

  • Die Post soll gesetzlich verpflichtet werden, bis spätestens 12.30 Uhr alle Haushalte flächendeckend zu bedienen.
  • Der Nationalrat hat eine Motion von Martin Candinas (CVP/GR) klar angenommen. Dieser sieht vor allem ländliche Gebiete vernachlässigt
  • Bundesrätin Leuthard betonte vergeblich, dass sich die Regierung nicht ins operative Geschäft der Post einmische. Gesetzliche Zustellzeiten machten keinen Sinn.
Postzustellung.
Legende: Martin Candinas: «Die Schweizer erwarten einen Service public, der diesen Namen verdient.» Keystone/Archiv

Die Kritik: «Gerade in ländlichen Gebieten, wo die Mittagspause noch häufig zu Hause verbracht wird, gehört die Zeitung nach dem Essen zu einem Ritual», schickte der Bündner CVP-Nationalrat Martin Candinas seinem Vorstoss voraus. Leider sei die Post in den letzten Jahren von ihrer Praxis vermehrt abgekommen, die Zustellung bis 12.30 Uhr zu garantieren. Vor allem in dezentralen Regionen werde vermehrt erst am Nachmittag zugestellt.

Das Ärgernis: Eine rechtzeitige Zustellung vor allem auch der Zeitungen sei aber für die Bevölkerung unentbehrlich und müsse deshalb gesetzlich verankert werden. Denn eine Tageszeitung, die nicht bis zur Mittagszeit eintreffe, sei nicht mehr genügend aktuell und verliere dadurch an Wert für den Leser, betonte Candinas und doppelte im Sinn des Verlegerverbands nach: «Es geht nicht an, dass die Post den Wert der Printmedien durch späte Zustellzeiten reduziert.» Die Zustellung erst am Nachmittag sei für die Zeitungsabonnenten ein «Ärgernis».

Eine Tageszeitung, die nicht bis am Mittag eintrifft, ist nicht mehr genügend aktuell und verliert an Wert für den Leser.
Autor: Martin CandinasNationalrat CVP/GR

Kein Glück für die Postministerin: Keinerlei Verständnis zeigte Bundesrätin Doris Leuthard für den Vorstoss, wonach die Post nun zur flächendeckenden Zustellung bis spätestens 12.30 Uhr gesetzlich verpflichtet werden soll, falls keine Frühzustellung angeboten wird. «Glückliches Land, das nur solche Probleme hat», warf sie dem Nationalrat entgegen. Es sei zwar «hochwohllöblich» von Candinas, sich so für die Zustellung der Zeitungen einzusetzen. Auch müsse die Post das Anliegen erstnehmen und werde sich bemühen «möglichst um die Mittagszeit» zuzustellen.

Glückliches Land, das nur solche Probleme hat
Autor: Doris LeuthardPostministerin

Es handle sich aber hier eindeutig um eine operative Angelegenheit der Post und nicht um eine strategische Frage des Bundesrats. «Wir haben heute im Gesetz keine solchen Zeitvorgaben, weil es keinen Sinn macht, dass sich die Politik einmischt», betonte Leuthard. Nicht zuletzt würde es dann einklagbar, wenn die Post in der Surselva erst um 12.40 Uhr käme. Betrofffene Gemeinden sollten mit der Post das Gespräch suchen, damit diese mehr Pöstler einstellen oder die Touren neu bemessen könne. Doch es nützte alles nichts: Der Nationalrat nahm die Motion mit 126 gegen 56 Stimmen an.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von U.E. Romer (romeru)
    Zum Glück gibt es die Post. Da gibt es immer etwas zu jammern. Was die Politiker wieder regeln wollen ist einfach abstrus und lächerlich. Die gleichen Leute jammern über die vielen Vorschriften. Ich gehe mit Frau Leuthard einig: Glücklich ein Land, das solche Probleme hat.
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  • Kommentar von Peter Meier (peme)
    Die rechts-bürgerliche Mehrheit wollten doch weniger Gesetze und Bürokratie...... hi hi hi, die haben das schon wieder vergessen....
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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    .Wir leben in einem Land,wo Zuverlässigkeit und Präzision vor Vergnügen kommt.Das verdirbt manchmal den Spass,bewahrt aber oft vor Schaden.Mit Kulleraugen und blödem Grinsen die Probleme und Sorgen der Bevölkerung lächerlich machen,disqualifiziert jeden Chef.Zur Gewinnmaximierung einst perfekt funktionierende Betriebe zu zerstören,bringt mehr Schaden als Gewinn für den Wirtschaftsstandort.
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