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Postmonopol bröckelt Post muss den Privaten weiter entgegenkommen

Die Post soll nach dem Willen des Bundesrats weitere Privilegien verlieren. Betroffen sind Rabatte an Grosskunden sowie der Zugang Privater zu Postfächern und Briefkästen.

Legende: Audio Bund will mehr Konkurrenz bei der Briefpost abspielen.
2:47 min, aus Rendez-vous vom 11.01.2017.
  • Die geltende Postgesetzgebung hat sich zu grossen Teilen bewährt, wie der Bundesrat in einem Bericht festhält.
  • Trotzdem will die Landesregierung den Wettbewerb im Briefmarkt weiter ausbauen.
  • Die Stossrichtung der Lockerung betrifft vor allem Geschäftskunden.
  • Nach wie vor kein Thema ist aber die Aufhebung des bestehenden Briefmonopols bis 50 Gramm.

Gleich lange Spiesse: Die Post soll die Möglichkeit, Grosskunden mit speziellen Rabatten an sich zu binden, verlieren. Damit behindere sie die Entwicklung des Wettbewerbs, heisst es im Bericht. So möchte der Bundesrat zum Beispiel die sogenannten «Koppelungsrabatte» verbieten. Derzeit kann die Post für Grosskunden Rabatte auf Produkten ausserhalb des Monopolbereichs gewähren, wenn der Kunde gleichzeitig ein Produkt innerhalb des Monopols einkauft. Das benachteiligt die privaten Postanbieter. Schon früher hat die Aufsichtsbehörde PostCom diese Praxis scharf kritisiert.

Blick durch ein Postfach hindurch, dahinter ein Pöstler.
Legende: Private sollen Zugang zu den Postfachanlagen der Post erhalten. Keystone

Zugang zu Postfachanlagen: Die Post soll sich nach dem Willen des Bundesrats im Streit um den Zugang zu Postfachanlagen mit den privaten Anbietern einigen. Seit Jahren verhandeln die Parteien über eine diesbezügliche Vereinbarung – bisher ohne Erfolg. Auch sollen private Anbieter Zugang zu Briefkästen in grossen Büro- und Wohngebäuden, die verschlossen sind, erhalten. Private Anbieter sollen ihre Sendungen zu diesem Zweck künftig der Post übergeben. Der Pöstler beliefert dann den Briefkasten, zu dem nur die Post Zutritt hat. Dafür müssten die Privaten der Post allerdings ein Entgelt entrichten. Damit hätten indirekt auch private Anbieter Zugang zu Kunden in Liegenschaften, die für sie heute noch verschlossen sind.

Die privaten Postanbieter sind halb zufrieden

Die privaten Anbieter reagieren erfreut auf die Entscheide des Bundesrates. Das sei ein Schritt in die richtige Richtung, sagte Peter Sutterlüti, Präsident des Verbandes der privaten Postdienstleister KEP&Mail. Gleichzeitig bedauert er, dass der Bundesrat nicht weiter gegangen ist. So hätte sich Sutterlüti eine Senkung der Monopolgrenze bei Briefen von 50 auf 25 Gramm gewünscht. Und auch die Möglichkeit für Private, ihre Angebote am Schalter der Schweizerischen Post anbieten zu können, wäre für Sutterlüti nötig gewesen.

4 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Endlich scheint sich eine kleine Einsicht abzuzeichnen. Aber das darf nur der Anfang sein. Nun muss der Service für uns Kunden + (z.T. Besitzer) wieder ausgebaut werden, und zwar auf Kosten der ausufernden, menschenfeindlichen Fremdtätigkeiten, die nichts mit unserer Post zu tun haben. Wir wollen den früheren "Dienst" der Post wieder zurück. Banken und Finanzunternehmen haben wir sowieso zu viele in der Schweiz. Die Post soll selbsttragend (auch die Verwaltung) sein +muss nicht Gewinne liefern.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Auch die Post ist ein "Service public" und erhält Volks-Steuergelder! Trotzdem wird das CH Volk übervorteilt und ausgebeutet vom eigenen "Service public"! Hinzu kommen die unverschämten Super-"Löhne" des Managements, welche vom Bundesrat immer noch toleriert werden! Volks-Ausbeutung, Volks-Ausbeutung, Übervorteilung, Politfilz und Vetternwirtschaft!! Wie lange noch?
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Die Selbstbedienung im Service Public geht weiter. Mit der weiteren Aufweichung des Postmonipols ist gewährleistet, dass tausende Angestellte noch mieser als bis anhin verdienen, und davon kaum leben können. Das ist von der Politik durchaus gewollt, denn eine verarmte Bevölkerung lässt sich wunderbar mit Angstmechanismen herumschubsen und der lästige, eigenständig denkende Mittelstand ist schon fast weg. Nota bene merkt das ja schon fast keiner mehr… Mein Gott, was ist aus dem Land geworden…!
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    1. Antwort von M. Roe (M. Roe)
      Pip: Genau! Für den Rest muss einfach noch Kanabis usw. legalisiert werden und man kann die "vergeistigte Gesellschaft" dahin führen wo die Elite es will. Siehe Amerika! Leider werden uns nicht die wirklichen Entwicklungen durch "freie Drogen" gezeigt, diese sind mehr als verhehrend. Das ist dann so ein Zustand, wie in einer Familie herrscht, wo die Eltern Drogen konsumieren und die Kinder orientierungslos herum hängen und sich in ihrem Rausch auch noch "bevorzugt" fühlen. Das ist eine Schande!
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