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Die Post will sich neu ausrichten
Aus Rendez-vous vom 14.05.2020.
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Post stellt sich neu auf Der überfällige Schritt in die digitale Zukunft

Schon lange war klar, dass die Post dringend eine neue Strategie braucht, um wieder wachsen zu können. Jahr für Jahr schrumpften ihre Gewinne. Vor allem, weil immer weniger Briefe verschickt wurden. Nun hat Postchef Roberto Cirillo einen radikalen Weg aufgezeigt.

Das einstige Hauptgeschäft der Post, die Briefpost, soll mit der Paketpost zusammengelegt werden. Ein historischer Schritt, der noch vor einigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Das einst so wichtige Standbein der Post verliert dadurch nämlich an Bedeutung.

Aus der Krise gelernt

Gerade während der Coronakrise zeigte sich, dass es bei der Paket- und Briefbearbeitung eigentlich viele Synergien gäbe. Doch diese wurden bisher zu wenig genutzt.

So wurden erst während der Krise kleine Pakete in Briefzentren sortiert, um die Paketflut bewältigen zu können. Das wird nun wohl auch künftig vermehrt der Fall sein. Und auch der Pöstler wird in Zukunft öfter nicht nur Briefe, sondern auch Pakete bringen.

Cirillo will Poststellen erhalten

Einen Kurswechsel gibt es auch bei den Poststellen: Der Abbau von Post-Filialen hatte für viel Kritik gesorgt. Nun sollen ab 2021 keine weiteren Filialen abgebaut werden. 800 sollen bleiben.

Statt immer mehr der unrentablen Filialen zu schliessen, will Roberto Cirillo sie künftig auch anderen zur Verfügung stellen – Behörden und Unternehmen. Was genau für Dienstleistungen diese anbieten werden, ist allerdings noch unklar.

Neuer Geschäftsbereich Kommunikations-Services

Die Post geht auch bei den digitalen Angeboten einen neuen Weg. Diese hatten bisher eher eine geringe Bedeutung im ganzen Konzern. Nun zeigt die Post, dass es ihr ernst ist und sie digitale Zukunftsbereiche ausbauen will. Die Post schafft deshalb den neuen Geschäftsbereich Kommunikations-Services.

Damit will die Post am Geschäft mit der Digitalisierung teilhaben können. Zum Geschäftsbereich gehören etwa E-Health-Dienstleistungen – also die sichere Kommunikation im Gesundheitswesen.

Teure Investitionen

Den Umbau der Post gibt es nicht gratis, sie wird in den nächsten vier Jahren insgesamt rund drei Milliarden Franken investieren, rund doppelt so viel, wie sie normalerweise für Investitionen ausgibt. Nötigenfalls will sie dafür auch nicht betriebsnotwendige Immobilien verkaufen oder Kredite aufnehmen.

Insgesamt zeigt die Post mit diesem kostspieligen Umbau, dass es ihr ernst ist mit dem Umbau des traditionellen Postkonzerns. Auch ist es ein klares Zeichen, dass sie gewillt ist, ihre Zukunft selber neu zu gestalten. So, dass sie die Grundversorgung auch künftig ohne Subventionen sicherstellen kann.

Denise Joder-Schmutz

Denise Joder-Schmutz

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Denise Joder-Schmutz ist seit 2013 bei der Wirtschaftsredaktion von Radio SRF. Davor hat sie mit einem Master in European Business an der Universität Freiburg abgeschlossen und bei verschiedenen Schweizer Unternehmen gearbeitet.

Rendez-vous, 14.05.2020, 12:30 Uhr

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Ist es wirklich nötig, dass in der Schweiz Autos mehrerer Post-Unternehmungen herumkurven? Haben wir nicht schon genug negative Erfahrungen mit den vielen Mobilfunkantennen-Betreibern oder auch Krankenkassen gemacht? Ist doch gut, wenn die Postnetz AG versucht, ihr Stellennetz und die Feinverteilung mit Konkurrenten zusammenzulegen.
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Alex Schneider: Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass gegenüber der Coop-Filiale gleich eine Migros-Filiale liegt? Aldi und Lidl teilen sich die gleiche Strasse im Industriequartier. Für die 4 Anbieter wäre es einfacher, ihr Filialnetz gleich zusammenzulegen. Noch ruhiger hätten sie es, wenn sie sich gleich zu einem Monopolanbieter zusammenschliessen würden. Für die Kunden wäre das weniger attraktiv. Keine Auswahl, höhere Preise, schlechterer Service. Sie können ja nicht mehr zur Konkurrenz.
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    2. Antwort von Alex Schneider  (Alex Schneider)
      @Thomas Leu: Wenn ein gleiches Produkt von vielen Anbietern gleichzeitig angeboten wird, so verpassen wir die Chancen der economies of scale. Das Angebot wird unwirtschaftlich erbracht.
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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Ein flächendeckendes Poststellennetz ist aus 2 Gründen unsinnig: 1. Bringt das bestehende Konzept der Post mit Postagenturen einen wirtschaftlicheren Betrieb, längere Öffnungszeiten und die Möglichkeit, bestehende kleine Dorfläden aufrechtzuerhalten. 2.Ist in der Schweiz grundlegend zu prüfen, ob in wirtschaftlich und bevölkerungsmässig nicht mehr überlebensfähige Siedlungen weiterhin von der öffentlichen Hand investiert werden soll.
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    1. Antwort von Dani Keller  (¯\_(ツ)_/¯ ____)
      Poststelle, Postagenturen und Hausservice. Damit kann die Post den Service Public überall erbringen. Wenn die Post diese 3 Instrumente optimal einsetzt, sind alle zufrieden.
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  • Kommentar von U.E. Romer  (romeru)
    Jedes Land hat die Post die sie verdient. Das ewige Gejammer um eine Post in jeder Gemeinde ist fern von jeder Realität. Hand auf's Herz: Wann waren Sie zum letzten Mal in einer Poststelle? Nur als Plauderecke für die Bevölkerung braucht es keine Post - für diesen Zweck dient - wenn vorhanden - eine Beiz oder ein Laden.
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