Post will Prämien für treue Mitarbeiter kürzen

Die Post will die grosszügigen Dienstaltersgeschenke für langjährige Mitarbeiter kürzen: Heute gibt es für 25 Dienstjahre eine Prämie von 5000 Franken. Gemäss neuem Gesamtarbeitsvertrag möchte der gelben Riese noch maximal 1500 Franken Treueprämie bezahlen. Ein Affront für langjährige Pöstler.

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Post will Treueprämien für Mitarbeiter kürzen

9:37 min, aus Rundschau vom 29.10.2014

«Die Post macht immer noch Millionengewinne. Es gibt keinen Grund, beim Personal zu sparen», sagt Fritz Gurtner von der Gewerkschaft Syndicom. Er verhandelt den neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) mit der Post.

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Grafik Dienstaltersgeschenke

0:07 min, vom 29.10.2014

Wie «Rundschau»-Recherchen zeigen, will die Post darin die heute grosszügigen Dienstaltersgeschenke kürzen. Heute gibt es für 20 Dienstjahre eine Treueprämie von 3750 Franken. Ab 25 Jahren erhalten die Pöstler alle 5 Jahre eine Treueprämie von sogar 5000 Franken. Neu will die Post die Prämien bei 1500 Franken deckeln. Eine Verschlechterung für die langjährigen Angestellten des drittgrössten Arbeitgebers der Schweiz.

Verhandlungen gehen heute weiter

«Da ist noch überhaupt nichts festgelegt», sagt Ulrich Hurni von der Post zu den gekürzten Treueprämien zur «Rundschau». Der Leiter PostMail betont: «Das ist nur einer von vielen Punkten, über die wir in den nächsten Monaten diskutieren werden.» Ab heute verhandeln die Post und die Gewerkschaften wieder über einen neuen GAV. Die Gewerkschaft Syndicom hatte im Frühling eine Verhandlungspause gefordert.

Ein Zustellbote auf einem Dreirad-Elektro-Roller.

Bildlegende: Die Zustellboten erhalten neue Scanner mit GPS, was nicht nur auf Zustimmung stösst. Die Post

Neuer Scanner mit GPS für alle Briefträger

Nächstes Jahr erhalten die Briefträger der Post einen neuen Scanner. Das Hightech-Gerät soll den Arbeitsalltag der Pöstler erleichtern. Das Gerät ist mit einem GPS und entsprechenden Karten- und Ortungsfunktionen ausgerüstet. Diese technischen Möglichkeiten wecken bei den Gewerkschaften aber Befürchtungen: «Wenn das GPS immer läuft und die Angestellten dadurch dauernd überwacht werden können, werden wir uns wehren», sagt dazu Fritz Gurtner von Syndicom.

Die Post betont, es sei nie die Absicht gewesen, die Angestellten mit der GPS-Funktion zu überwachen. «Das GPS läuft ab Inbetriebnahme des Geräts», so Ulrich Hurni. Die Post werde die GPS-Daten aber nicht verwenden. Sollte die Post einmal auf die Daten zugreifen wollen, werde sie das nur in Absprache mit dem Personal und den Gewerkschaften tun.