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Schweiz PR-Berater: «Müller muss sich sofort entschuldigen»

Die Luft für den grünen Aargauer Politiker Geri Müller wird immer dünner. PR-Profi Klaus J. Stöhlker sagt, Müller müsse sich sofort entschuldigen und als Badener Stadtammann zurücktreten. Nur so könne er allenfalls sein Nationalrats-Mandat retten.

Männerhand die Iphone hält, Whatsapp und Facebook erkennbar
Legende: Nacktbilder offenbar via Whatsapp verschickt: Stadtrat Geri Müller ist unter Druck. Keystone

SRF: Kommt Geri Müller aus dem Schlamassel wieder heraus, ohne politischen Schaden zu nehmen?

Klaus J. Stöhlker: Geri Müller wird mit grosser Wahrscheinlichkeit bald vom Amt des Stadtammans Baden zurücktreten müssen. Er hat aber gute Chancen, Nationalrat zu bleiben, sich während eines Jahres zu bewähren und im Oktober 2015 wiedergewählt zu werden – wenn er Glück hat und wenn er glaubwürdig ist.

Was muss er machen, um sich so halbwegs zu retten?

Er muss vor allem so schnell wie möglich ein grosses Bedauern aussprechen. Jeder Mensch kann Fehler machen. Er muss sein Bedauern glaubwürdig aussprechen und als Stadtammann zurücktreten. Diese Busse muss er tun; nur dann hat er die Chance auf ein politisches Comeback.

Es geht in der Affäre ja um zwei Sachen. Einerseits soll Müller Nacktbilder von sich verschickt haben, andererseits soll er einen Polizeieinsatz gegen die Adressatin der Bilder veranlasst haben. Letzteres wiegt wohl schwerer...

Das ist ganz klar. Die Nacktbilder sind zwar absolut peinlich. Ich habe gestern noch mit Politikern aller Fraktionen gesprochen; sie haben sich geschüttelt und gewundert. Doch das ist einigermassen zu überstehen, das ist anderen Politikern in ähnlicher Art und Weise auch schon passiert. Doch die mutmassliche Nötigung einer 21-Jährigen – das ist ein ganz schlimmer Fall. Das darf ein Politiker nicht tun und ein Stadtammann schon gar nicht.

Müller soll schlüpfrige Bilder in Amtsräumen aufgenommen und verschickt haben. Müsste ein Politiker nicht höheren moralischen Ansprüchen genügen?

Gestern habe ich festgestellt, dass seine Politiker-Kollegen im Nationalratssaal die Frage der Moral überhaupt nicht beantworten wollten. Im Gegenteil, sie sahen dies eher als technischen Fehler. Doch das Volk beurteilt den Vorfall nach den Massstäben der Moral. Hier muss man festhalten, dass die bürgerliche Moral, welche unser Land lange Zeit ausgezeichnet hat, offensichtlich immer weitgehender zusammenbricht.

Was würden Sie tun, wenn Sie Geri Müller wären?

Ich würde jetzt sofort ein Geständnis ablegen und mein grosses Bedauern aussprechen. Ich würde sagen, ich hätte einen grossen Fehler gemacht. Wenn Geri Müller das glaubwürdig vermittelt – und dabei nicht grinst, was eine seiner schlimmen Eigenschaften ist – dann hat er eine Chance auf ein Comeback.

Das sagen die Grünen Aargau

Die Grünen des Kantons Aargau distanzieren sich von den Vorfällen rund um die Nacktbiler – sollten die Vorwürfe stimmen, wie Parteipräsident Jonas Fricker sagt. Sollte der Vorwurf des Amtsmissbrauchs erhärtet werden, «müsste Geri Müller die Konsequenzen ziehen».

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Teiler, Zürich
    Ich staune über die vielen kommentierenden Experten, zu denen ich jetzt auch gehöre. Was die alles besser wissen. Erst muss aufgeklärt werden. Herr Stöhlker hat nicht Unrecht aber am Ende muss das Herr Müller entscheiden wie er sich jetzt verhalten will. Unschön ist die Angelegenheit und nachdem die Sekretärin im Bundeshaus nach ihren Nackt-selfies beurlaubt wurde, sollte Herr Müller, der zwei hohe politische Ämter ausübt, auch die Konsequenzen tragen.
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  • Kommentar von Bernhard Lüthi, Affeltrangen
    Für mich ist eine erwachsene Person, die die Folgen solcher Publikationen nicht im Voraus erkennt einfach unzurechnungsfähig. Brauchen wir solche Personen in leitenden Ämtern? Wohl kaum.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Macht er seinen Job gut??? Wenn ja soll er bleiben, wenn nein chast ihn.. ganz einfach! Seine Nacktfotos gehen uns nichts an!
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