Preisüberwacher kritisiert neues Abend-GA

Ab Sonntag gibt es ein neues Angebot für Bahn, Bus und Schiff: Ein Abonnement, das nur am Abend gültig ist. Das Problem ist sein Preis.

Eine Frau zeigt dem Zugbegleiter das GA.

Bildlegende: Das Abend-GA bietet für über 25-Jährige dasselbe wie das Gleis-7-Abo für bis 25-Jährige. Keystone

Die Unternehmen des öffentlichen Verkehrs starten am 1. Februar ein Pilotprojekt: Mit einem Abend-Generalabonnement (GA) hat man ab 19 Uhr bis Betriebsschluss freie Fahrt. Es kostet 490 Franken für sechs Monate. Günstiger ist es für Senioren, Jugendliche und Kinder. Fahren kann man damit überall dort, wo das auch mit dem normalen GA geht.

Mit dem ÖV in den Ausgang

Das neue Abonnement soll den öffentlichen Verkehr für den Ausgang attraktiv machen, wie der Sprecher des Verbands öffentlicher Verkehr, Roger Baumann erklärt. «Es könnten noch viel mehr Menschen statt mit dem Auto mit dem öffentlichen Verkehr ins Kino, ins Museum oder ins Theater gehen.» Sollten dies tatsächlich viel mehr Menschen tun, führt der Verband das Abonnement möglicherweise definitiv ein. Im Moment ist es lediglich ein Versuch, kaufen kann man es denn auch nur zwischen dem 1. Februar und Ende April.

«Für Randstunden zu teuer»

Der eidgenössische Preisüberwacher Stefan Meierhans ist von dem Versuch nicht überzeugt. 490 Franken für Randstunden, das sei eigentlich zu teuer. «Es ist sicher ganz an der oberen Grenze und schon etwas erstaunlich, dass im Verhältnis zum normalen GA kein Rabatt gewährt wurde.» Ein Rabatt wäre laut Meierhans angebracht gewesen, weil die Benutzer des Abend-GAs ja eben nicht zu Stosszeiten die ohnehin schon vollen Züge weiter verstopften.

Roger Baumann vom Verband öffentlicher Verkehr widerspricht: Egal wie hoch der Preis sei für ein Abonnement, es gebe immer Kritiker, sagt er. Einig sind sich Baumann und Meierhans hingegen in einem Punkt: Man könne erst nach dem Ende des Testbetriebs sagen, ob das Abend-GA eine Chance verdient habe.