Gefahren der Digitalisierung Preisüberwacher nimmt Booking.com unter die Lupe

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Gesundheitskosten zu hoch

2:02 min, aus Tagesschau vom 24.2.2017

  • Preisüberwacher Stefan Meierhans will im laufenden Jahr die Angebote der digitalen Wirtschaft genauer unter die Lupe nehmen.
  • Gegen die Online-Buchungsplattform Booking.com hat er bereits eine Untersuchung eingeleitet.
  • Einer seiner Arbeitsschwerpunkte seien zudem die Gesundheitskosten, sagte Meierhans bei der Präsentation seines Jahresberichts.

Preisüberwacher Stefan Meierhans will im laufenden Jahr die Angebote der digitalen Wirtschaft genauer unter die Lupe nehmen. Auch die stetig steigenden Kosten im Gesundheitswesen will er dämpfen.

Medikamentenpreise regelmässig überprüfen

Der internationale Vergleich von Preis und Behandlungsqualität in Schweizer Spitälern zeige, dass es hier noch Verbesserungsmöglichkeiten gebe, heisst es im Jahresbericht des Preisüberwachers.

Die Bemühungen der vergangenen Jahre hätten aber bereits «zu einer Dämpfung der Preise in dreistelliger Millionenhöhe beigetragen», so Meierhans. Für die Medikamentenpreise fordert der Preisüberwacher diverse Regulierungsmassnahmen und eine jährliche Überprüfung der Preise.

Online-Buchungsplattformen am Pranger

Neue wettbewerbsrechtliche Probleme sieht Meierhans aus der fortschreitenden Digitalisierung der Wirtschaft. Unternehmen könnten die Digitaltechnik nutzen, um Märkte zu segmentieren und überhöhte Preise durchzusetzen. Ins Visier nimmt der Preisüberwacher dabei plattform- und netzbasierte Dienste und Leistungen.

Eingeleitet hat er eine Untersuchung gegen Booking.com. Es geht darum, dass die Hoteliers einen hohen Anteil der Einnahmen bei Online-Buchungen an die Buchungsplattform abgeben müssen. Gegen diese «Knebelverträge» läuft der Verband Hotelleriesuisse seit Jahren Sturm.

Preisüberwacher will bei Gesundheitskosten «Goals schiessen»

SRF News: Alle Jahre wieder nehmen Sie die Gesundheitskosten ins Visier. Wo harzt es?
Stefan Meierhans: Beim Abschluss. Viele Probleme sind benannt. Die Lösungen liegen teilweise schon auf dem Tisch. Es gilt, zu handeln. Und der Fokus dieses Jahr ist der, dass wir endlich Goals schiessen wollen, nicht dribbeln. So dass wir vorwärts kommen.
Wer blockiert denn diesen Abschluss, der Bundesrat oder das Parlament?
Es ist sowohl die Regierung wie auch das Parlament. Viele Revisionsempfehlungen – zum Beispiel das neue Generika-Preissystem – erfordern eine Gesetzesänderung. Das dauert einfach sehr lange. Bei den Prämiensteigerungen können wir es uns aber nicht leisten, zu warten. Wir müssen Nägel mit Köpfen machen.
Nun wurde eine Expertengruppe eingesetzt. Sie sind auch dabei. Was bringt das?
Das werden wir sehen. Ich nehme jedenfalls alle meine Vorschläge zur Problemlösung mit in diese Sitzungen. Ich bin zuversichtlich. Aber messen kann man schliesslich die Resultate. Und nur das zählt.

Post und Bahn gezähmt

Meierhans weist auf zwei Erfolge seines Amtes im letzten Jahr hin: Dank einem Preis- und Massnahmenpaket von 50 Millionen Franken fielen die Aufschläge beim Generalabonnement und anderen Billetten des öffentlichen Verkehrs weniger drastisch aus als vorgesehen. Und mit der Post einigte sich der Preisüberwacher auf ein Preismoratorium bis Ende 2017.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Stefan Meierhans, Preisüberwacher.

    Gesundheitswesen muss billiger werden

    Aus Rendez-vous vom 24.2.2017

    Der Preisüberwacher ärgert sich über die ständig steigenden Kosten im Gesundheitswesen. Er will dieses Problem deshalb dieses Jahr in den Vordergrund stellen.

    Druck machen will der Preisüberwacher auch in der neuen Expertenkommission, die im Auftrag von Gesundheitsminister Alain Berset nach Gegenmassnahmen suchen soll. Das Gespräch.

    Philipp Burkhardt