Gebühren für Postzahlungen Preisüberwacher versus Swisscom: 0:1

Kunde am Postschalter.

Bildlegende: Wer die Swisscom-Rechnung am Schalter zahlt, muss weiterhin mit Gebühren rechnen. Keystone

Das Wichtigste in Kürze:

  • Immer mehr Firmen wälzen die Gebühren für Zahlungen am Postschalter auf die Kunden ab. Auch die Swisscom.
  • Daran stört sich der Preisüberwacher. Mit dieser Gebühr sei die Preisobergrenze der Grundversorgung überschritten. Er legte bei der Eidgenössischen Kommunikationskommission ComCom Beschwerde ein.
  • Diese hat jetzt entschieden: Es gibt keinen Regulierungsbedarf, da der Kunde zwischen verschiedenen Zahlungsarten wählen kann.

Eigentlich ist es ja der Empfänger, der die Schaltergebühren der Post bezahlen muss. Immer mehr Firmen wälzen diese Kosten aber auf die Absender ab. Seit dem 1. Februar auch die Swisscom. Preisüberwacher Stefan Meierhans rüffelte Ende März im SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» diese «versteckte Preiserhöhung».

Damit würde die Telekom-Grundversorgerin die vom Bundesrat festgesetzte Preisobergrenze tangieren. Der Preisüberwacher aktivierte die Aufsichtsbehörde, die Eidgenössische Kommunikationskommission ComCom und platzierte eine Beschwerde.

«Kein Regulationsbedarf»

Diese sieht nun aber keinen Grund, ihrerseits bei der Swisscom zu intervenieren. Man sehe keinen Regulationsbedarf, erklärt Kommissionspräsident Stephan Netzle gegenüber «Espresso». Grund: Der Swisscom-Kunde habe ja die Wahl zwischen einer gebührenpflichtigen Einzahlung am Postschalter und kostenfreien Alternativen wie E-Banking oder Lastschriftenverfahren, so Netzle.

Meierhans: «Konsumenten im Regen stehen gelassen»

Stefan Meierhans reagiert enttäuscht auf den Entscheid: «Man lässt die Konsumentinnen und Konsumenten einmal mehr im Regen stehen.» Er wolle aber noch nicht aufgeben und nun auf politischem Weg weiter Druck machen auf die Swisscom. Und auch die Post direkt behält Meierhans im Visier. Er überprüft noch in diesem Jahr alle ihre Gebühren.

Swisscom: «Kostendruck»

Bei der Swisscom hingegen sieht man sich nun bestärkt, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen: «Schliesslich stehen wir auch unter einem Kostendruck», rechtfertigt sich Swisscom-Sprecherin Annina Merk. Und nicht zuletzt, angesichts der zahlreichen kostenlosen Alternativen, sei man zum Schluss gekommen, dass es sich für die Swisscom nicht mehr lohne, die Schaltergebühren selbst zu bezahlen.

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