Zum Inhalt springen
Inhalt

Problem mit Minergie Zuviel Energie verpufft durch geöffnete Fenster

Legende: Audio BFE: «Da ist ein Problem» abspielen. Laufzeit 01:42 Minuten.
01:42 min, aus HeuteMorgen vom 29.09.2017.
  • Moderne Häuser verbrauchen viel weniger Energie als alte – so das Versprechen.
  • Doch es zeigt sich, dass Minergie-Mehrfamilienhäuser viel mehr Energie brauchen als erwartet.
  • Nun wird über Massnahmen diskutiert, um die Missstände zu beheben.

Minergie-Siedlungen wie die Überbauung Brunnenhof in Zürich oder Burgunder in Bern gelten als ökologische Vorzeigeprojekte. Doch die beiden Mehrfamilienhäuser mit Minergie-P- oder P-Eco-Zertifikaten brauchen im Winter doppelt bis dreimal so viel Heizenergie wie geplant. Das zeigen Untersuchungen von Ingenieurbüros.

Diagramm «Performance Gap Heizwärmeverbrauch von Wohnsiedlungen».
Legende: In den Berechnungen zum Energieverbrauch geht man davon aus, dass 20 Grad im Durchschnitt ausreichen. Lemon Consult AG

Suche nach Lösungen

Zieht man andere Minergie-Wohnsiedlungen in die Betrachtung mit ein, klaffen Zielwerte und Realität nicht mehr ganz so extrem auseinander. Aber im Durchschnitt bleibt der Energieverbrauch fast anderthalbmal so hoch, wie vorgesehen. Marianne Zünd vom Bundesamt für Energie zeigt sich ernüchtert: «Das ist sehr eindrücklich.»

Die Zahlen der vorliegenden Studien zeigten, dass es tatsächlich ein Problem gebe, so Zünd. Das BFE werde nun mit allen relevanten Stellen zusammensitzen und nach Lösungen suchen.

Auch bei den Ingenieuren und Architekten ist das Problem erkannt. Es geht um Komfort-Lüftungen, die nicht richtig eingestellt sind, um Sonnenstoren, die zur falschen Zeit unten oder oben sind und um Fenster, die in den Mietwohnungen auch im Winter offen stehen.

Kontrollen auch während des Betriebs?

«Da muss etwas gehen», sagt der Vizepräsident des Ingenieur- und Architektenvereins, Adrian Altenburger. Man müsse wohl mittels Vorschriften etwas Druck aufsetzen. «Dann geht meistens viel», zeigt er sich zuversichtlich.

Altenburger empfiehlt regelmässige, obligatorische Kontrollen der Minergie-Bauten auch nachdem sie in Betrieb genommen wurden. Doch allein damit dürften die Probleme noch nicht gelöst sein. Es wäre aber ein erster Schritt, damit wenigstens künftig erstellte Häuser so energiesparend werden, wie versprochen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

43 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Martin W. Bänninger (eneco)
    Minergie ist ein guter Schritt. Ohne mutige Schritte (mit Fehlern) kommen wir nicht weiter. Warum nicht sportlichen Wettbewerb und Transparenz mehr fördern? Wer kommt mit wieviel aus? Im Sport interessieren uns auch die Besten und ihre Akteure, warum nicht auch bei Energie und CO2? Wenn wir uns an den Besten orientieren, wird es nicht mehr so einfach, den Schwarzpeter andern zuschieben. Die Entscheidung und Verantwortung verbleibt bei jedem von uns.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Schürch (Peter Schürch)
    Das Problem exisitiert: fehlende Kontrolle, kein Nachjustieren der Haustechnik minergiezertifizierter Bauwerke im Betrieb. Dieser Schwachpunkt ist erkannt und muss glaubwürdig für alle Gebäude angegangen werden. Faktor Mensch: das Verhalten der Benutzer und Bewohnerinnen beeinflussen schlussendlich den Energiebedarf ihres Gebäudes. Planungsvorgaben gehen von einem genormten Benutzerverhalten aus. Untersuchungen belegen gosse Abweichungen durch individuelles Benutzerverhalten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Der Energieverbrauch ist äquivalent mit der Intelligenz ! Die Leute die oft den grössten Müllsack an die Strasse stellen - sind meist auch nicht sehr mit Energieverbrauch bewandert . Ich schreibe nur eines hier - Häuser die heutzutage keinen Wintergarten besitzen werden niemals in unseren Breitengraden Energiearm sein können. Ich kenne ein Haus mit 1600m3 Raum das pro Jahr mit 500Fr Stromkosten auskommt-dies inkl Waschen , Kochen, Wärmepumpe und Umwälzpumpen -für Solarwärme .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Kurt Meier (Kurt3)
      M. Kaiser , meine Schwiegermutter regt sich auf wenn sie an einem , immer desselben Minergiehauses vorbei geht , wo Sommer und Winter ein Fenster schräg gestellt ist . Es scheint , dass es Leute gibt , die keine Ahnung haben . Meine Mutter sel. Hat immer darauf geachtet , dass in der ganzen Wohnung nur ein Licht brannte , gleichzeitig bügelte sie stundenlang mit ihrem 2000 W Bügeleisen den letzten Lappen . Einfach weil sie keine Ahnung hatte was wieviel Strom verbrauchte .
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Was Sie nicht sagen!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen