Protest-Briefe: Post für Bischof Huonder

Rund 40 unzufriedene katholische Seelsorgende der Pfarrei-Initiative haben Bischof Vitus Huonder in Chur Briefe übergeben. Mehrere hundert Sympathisanten begleiteten sie. Sie verlangen Reformen im Kirchenwesen.

Video «Pfarrei-Initiative überreicht Bischof Huonder Protest-Briefe» abspielen

Pfarrei-Initiative überreicht Bischof Huonder Protest-Briefe

1:06 min, aus Tagesschau vom 13.1.2013

Mitglieder der Pfarrei-Initiative haben Bischof Vitus Huonder in Chur Briefe übergeben, in denen sie auf Reformen in der Kirche pochen. Sie wurden von etwa 400 Sympathisanten begleitet.

Im vergangenen Herbst hatten über 90 katholische Seelsorgende die Pfarrei-Initiative ins Leben gerufen. Ihr Anliegen: Der Alltag in der Kirche entspreche in manchen Punkten schon lange nicht mehr dem, was die Kirchenleitung vorschreibe. So erhielten Andersgläubige die Kommunion oder Laien predigten. Mittlerweile haben fast 500 Seelsorger vorwiegend aus er Deutschschweiz die Initiative unterzeichnet.

In einer Reaktion lehnte die Bischofskonferenz die Pfarrei- Initiative ab. Bischof Huonder der Diözese Chur rief die Seelsorgerinnen und Seelsorger von seinem Gebiet zudem auf, sich ihm schriftlich zu erklären. 

Huonder droht

Das Bistum Chur hielt in einem Communiqué fest, dass Bischof Vitus Huonder die an ihn gerichteten «Gedanken und Erklärungen» studieren werde. Bis das weitere Vorgehen klar sei, verzichte er zudem auf «Personalentscheidungen» bezüglich aller Personen, welche die Initiative unterstützten.

Auch sei es Bischof Huonder ein Anliegen, in diesem Tagen eng verbunden zu sein mit den Bischöfen von Basel und St. Gallen, hiess es im Communiqué weiter. «Es ist wichtig, dass sich die Bischöfe nicht auseinander dividieren lassen, sondern gemeinsam die Einheit mit dem Papst und der Weltkirche wahren.»

Die Bischöfe von Basel und St. Gallen hatten im Gegensatz zu Huonder nicht mit dem Entzug der Lehrerlaubnis gedroht. Im Communiqué hält das Bistum Chur weiter fest, dass die Regeln der Weltkirche nicht lokal ausgehandelt werden könnten. Auch sei es kein katholisches Prinzip, selber entscheiden zu wollen, worin der biblische Auftrag im Einzelfall bestehe.