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Protest gegen Datenaustausch Schweizer in Neuseeland fürchten um ihre Rente

Legende: Audio «Widerstand gegen AIA mit Neuseeland» abspielen. Laufzeit 1:40 Minuten.
1:40 min, aus HeuteMorgen vom 27.09.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Kampf gegen Steuerhinterziehung führt die Schweiz mit immer mehr Ländern den sogenannten Automatischen Informationsaustausch ein.
  • Heute entscheidet nun der Nationalrat darüber, ob die Finanzdaten mit weiteren 41 Ländern automatisch ausgetauscht werden sollen.
  • Doch dagegen gibt es auch Widerstand. Dieser richtet sich weniger gegen China und Russland, sondern gegen Neuseeland.
  • Der Auslöser dieses Protests: das neuseeländische Rentensystem.

So nicht: Die Auslandschweizer-Organisation und die «Swiss Society of New Zealand», der Verband der knapp 7000 Schweizer in Neuseeland, schlagen Alarm. Der Grund: der Automatischen Informationsaustausch von Finanzdaten. Auslöser des Protests ist das neuseeländische Rentensystem. Alle Einwohner über 65 erhalten in Neuseeland eine Rente – auch Schweizerinnen und Schweizer, die nach Neuseeland ausgewandert sind. Den Schweizern wird aber auch ihre AHV-Rente nach Neuseeland geschickt.

Wenn die Behörden in Neuseeland von der Schweizer AHV-Rente erfahren, ziehen sie diese von der neuseeländischen Rente ab. Die Auslandschweizer in Neuseeland fahren also deutlich schlechter als Auslandschweizer in anderen Ländern. Aus diesem Grund verheimlichen viele Schweizer in Neuseeland ihre AHV-Rente und parkieren diese in der Schweiz.

Und zwar will die Mehrheit sicherstellen, dass man ein sozialrechtliches Abkommen macht, bevor die Steuerdaten ausgetauscht werden.
Autor: Susanne Leutenegger OberholzerPräsidentin Wirtschaftskommission des Nationalrates

Mit dem Automatischen Informationsaustausch wäre das aber nicht mehr möglich. Nun hat die Auslandschweizer-Organisation die Wirtschaftskommission des Nationalrates überzeugt, Nein zum Informationsaustausch mit Neuseeland zu sagen. Kommissionspräsidentin und SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer erklärt: «Und zwar will die Mehrheit sicherstellen, dass man ein sozialrechtliches Abkommen macht, bevor die Steuerdaten ausgetauscht werden.»

Dilemma für den Nationalrat

Dieses Abkommen sollte regeln, dass die Schweizer Rente nicht abgezogen wird. Es lässt aber seit Jahrzehnten auf sich warten. Deshalb will die Wirtschaftskommission dem Informationsaustausch also nicht zustimmen.

Doch damit stürzt sie den Nationalrat in ein Dilemma zwischen der konsequenten Umsetzung der Weissgeldstrategie – eben mit dem Automatischen Informationsaustausch – und den Interessen der Auslandschweizer in Neuseeland.

38 Kommentare

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  • Kommentar von Verena Schär (Emmental)
    Ich habe da noch eine Frage: Wir kann man die AHV-Rente in der Schweiz parkieren? Ich War der Auffassung, dass man, solang das Domizil im Ausland ist, kein Konto in der Schweiz haben darf. Wie ist es möglich die Rente in der Schweiz zu parieren. Könnte es also auch sein, dass man gleichzeitig in der Schweiz krankenversichert bleibt. Wenn dem so ist, so ist einiges faul im Lande.
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  • Kommentar von Verena Schär (Emmental)
    Dieses dauernde Schmarotzertum, sich Übervorteilen, Betrügen, Verstecken geht mir langsam auf die Nerven. In NZ gibt es eine Grundrente für alle (was ja wir Schweizer nicht mal für alle Menschen in unserem Land schaffen). Frauen werden nicht benachteiligt. Genau dieses soziale System wir von den Schweizern teilweise ausgehöhlt. Ich schlage vor, dass die Schweiz einen Teil der AHV an den NZ Staat bezahlt. PK ist ein anderes Kapitel, da man sich dieses ja Vorgänge auszahlen lässt.
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  • Kommentar von Oskar Wiley (Oskar)
    Mir ist nicht ganz klar warum Ausland-Schweizer nicvht beide renten erhalten sollten. Wenn ich 22 jahre in der Schweiz gearbeitet habe bekomme ich Schweizer Rente aus der CH. Nach auswanderung arbeite ich dort ebenfalls, bezahle jeden Monat (AHV-IV) und bekomme dann von dort ebenfalls eine Rente. Wo ist der betrug? Es ist mir schleierhaft was ihr den Ausland-Schweizern unterstellt.
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Das ist das globale Problem von poltischen Renten an Zuwenigbeitrager oder gar Garnichtbeitragerinnen, oft gar samt Missbrauch von Beitraegen zu Fleissiger statt Finanzierung aus Steuern zu Reicher. 10 Jahre Aufenthalt in NZ loesen auch fuer Auslaender gleiche Vollrenten aus wie fuer Einheimische (aehnlich den EL fuer Spaeteinwanderer in die Schweiz). Ohne Abzug der auslaendischen Rente (auch von CH-EL) ergaebe sich eine noch krassere Benachteiligung eigener Buerger....
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