Zum Inhalt springen
Inhalt

Prozess am Bundesstrafgericht Bundesanwältin will harte Strafen für Schweizer Tamil Tigers

  • Vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona hat die Bundesanwältin unbedingte Gefängnisstrafen von bis zu sechseinhalb Jahren für die Schweizer Drahtzieher der Tamil Tigers gefordert.
  • Für die Bundesanwaltschaft sind die Tamil Tigers eine kriminelle Organisation, die terroristische Akte begangen hat.
  • Nebst dem Vorwurf, eine kriminelle Organisation unterstützt zu haben, wird den Angeklagten auch Betrug, Urkundenfälschung, Geldwäscherei und Erpressung vorgeworfen.

Für die zuständige Bundesanwältin Juliette Noto besteht kein Zweifel, dass die Angeklagten Kenntnis gehabt hätten von den kriminellen Machenschaften der Tamil Tigers.

«Die Angeklagten importierten ihren illegalen Kampf in das Land, das ihnen Gastfreundschaft und Schutz bot», so Noto. Die Männer sollen in der Schweiz eine Organisation mit komplexer Struktur aufgebaut haben, über die mutmasslich der Unabhängigkeitskrieg der Tamil Tigers (LTTE) in Sri Lanka finanziert wurde.

Bundesanwältin fordert Gefängnisstrafen

Die Hauptangeklagten hätten während dem Untersuchungszeitraum mindestens 28 Millionen Franken an die Tamil Tigers überwiesen. Bei vier der 13 Angeklagten handelt es sich um Hauptfunktioniäre des World Tamil Coordinating Committee (WTCC), des Schweizer Ablegers der Tamil Tigers.

Für den Chef des WTCC fordert Bundesanwältin Noto eine unbedingte Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Für den Finanzverantwortlichen fordert sie eine unbedingte Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren und für die restlichen Angeklagten Freiheitsstrafen zwischen zwei und fünf Jahren sowie Geldstrafen.

Der Prozess in Bellinzona ist einer der grössten in der Geschichte des Bundesstrafgerichts. Als nächstes wird nun die Verteidigung ihr Plädoyer halten.

Die Tamil Tigers

Die LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) kämpfte von 1983 bis 2009 für die Unabhängigkeit von Sri Lanka. Im Mai 2009 wurden die Tamil Tigers von der sri-lankischen Regierungstruppen endgültig besiegt.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Naja, wenn die selektive Politterrorjuxtiz blosse Sympatisanten des IS zu langjaehrigen Unbedingten verknurrt, wuerden beguenstigende Urteile gegen auch in der Schweiz schwerst bandenkriminell aktive Terroristen anderer Organisationen noch schiefer in der korrupten "Rechts"landschaft stehen. Wobei die Antraege noch keine Urteile sind. Gegen den Landesverraeter des Jahrtausends hatte die Bundesanwaltschaft auch 5 Jahre unbedingt beantragt und das Bundesstrafgericht liess ihn mit 20 Monaten bedin
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Die Anklage wirft den Beschuldigten im Wesentlichen vor, die tamilische Rebellenorganisation Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) während des Bürgerkriegs in Sri Lanka finanziell unterstützt zu haben. Die Separatisten wollten damals nur für ihren Teil des Landes kämpfen. Die Regierungssoldaten wurden als Helden gefeiert, tamilische Separatisten pauschal als Terroristen verurteilt. Schwerster Kriegsverbrechen hatten sich aber beide Seiten schuldig gemacht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von David Rothen (EinLinkerundmehr)
    Dass die Tamil Tigers Gräueltaten begangen haben, daran zweifle ich nicht. Doch das hat auch die Gegenseite getan. Im Unterschied sitzt die aber nicht auf der Anklagebank - und wird wohl kaum je dort sitzen. Ob man dem Frieden und der Versöhnung einen Gefallen tut wenn man die Verlierer jetzt möglichst hart abstraft ist fraglich.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Beat Gurzeler (B.Gurzeler)
      Herr Rothen, in der Schweiz kann man die Leute verurteilen die sich hier auch aufhalten, so einfach ist es eben, aber auf die Schweiz bezogen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von martin blättler (bruggegumper)
      Diese Gegenseite hat aber nicht ihr Gastland als Basis für diesen Krieg benützt.Wenn die sich meucheln wollen,sollen sie es tun,aber nicht von hier aus.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von robert mathis (veritas)
      D.Rothen die Schweizerjustiz ist aber nur verantwortlich für Verfehlungen in der Schweiz und nicht für Gräueltaten der Gegenseite im Ausland,das ist der Unterschied.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen