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Schweiz Prozess gegen Bieler Rentner: Wahnhafte Störung oder schuldfähig?

Heute beginnt im Amtshaus in Biel der Prozess gegen einen Bieler Rentner. Mit Waffengewalt hatte er 2010 versucht, die Zwangsversteigerung seines Elternhauses zu verhindern. Im Zentrum des Verfahrens steht aber nicht die Tat, sondern vielmehr die Frage der Schuldfähigkeit des Mannes.

Tinfamilienhaus in Biel.
Legende: Das Haus am Mon-Désir-Weg 9 in Biel war der Auslöser im Fall Kneubühl. Keystone

Am Morgen des 8. Septembers 2010 verschanzt sich Peter Hans Kneubühl in seinem Elternhaus am Mon-Désir-Weg in Biel und will so die Zwangsversteigerung verhindern. In der Nacht eskaliert die Situation.

Beim Versuch, den Mann zu überwältigen, wird ein Polizist der Sondereinheit «Enzian» mit einem Kopfschuss schwer verletzt. Die Polizei zieht sich zurück – der Rentner taucht unter. Erst neun Tage später wird Kneubühl von der Polizei gestellt und verhaftet.

Heute beginnt der Prozess im Amtshaus von Biel. Dabei geht es weniger um die Tat, sondern vielmehr um die Schuldfähigkeit des Mannes. 

Für die Staatsanwaltschaft ist klar, dass Kneubühl den Tatbestand der versuchten vorsätzlichen Tötung und der schweren Körperverletzung mehrfach erfüllt.

Legende: Video «Kneubühl im Interview» abspielen. Laufzeit 6:47 Minuten.
Aus 10vor10 vom 04.01.2013.

Doch die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Kneubühl schuldunfähig ist. Sie stützt sich auf ein psychiatrisches Gutachten, das dem Rentner eine wahnhafte Störung schweren Ausmasses zur Tatzeit attestiert.

Die Staatsanwaltschaft verzichtet deshalb auf eine Anklage. Sie beantragt, Kneubühl in eine geschlossene Anstalt einzuweisen. Dagegen wehrt sich der Rentner vehement und spricht im Vorfeld des Prozesses von einem Gefälligkeitsgutachten.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Es ist ein Skandal, dass man diesen Mann immer noch wie einen Verbrecher festhält. So wie man mit ihm umgeht, geht man heute mit vielen alten und hilflosen Menschen um. Man vollzieht unmenschliche amtliche Schritte gegen sie, wie hier die Zwangsräumung seines Hauses per Sondereinheit "Enzian". Für mich wäre dies wie eine Situation im Krieg ! und ich würde mich auch wehren. Eine Sondereinheit gegen einen Rentner ! das ist schon eine Situation in einem totalitären Staat. Wer hilft hier ?
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  • Kommentar von Verena Eberhard, 5722 Gränichen
    Menschen und zwar alle Menschen, welche von den Behörden schickaniert und um Hab und Gut gebracht werden, würden sich wehren. Dass Herr Kneubühl deswegen nun als unzurechnungsfähig befunden wird zeigt mir, dass dieses Land noch nichts gelernt hat. Unangenehme Schweizer Bürger werden versorgt und stillgelegt. Eine himmeltraurige Gesellschaft vorallem bei den Behörden und Politikern. Gesäusel da Gesäusel dort falsch und nicht zu gebrauchen.
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    1. Antwort von Margrit Holzhammer, 8903 Birmensdorf
      Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie Ämter und Behörden, Gericht und Polizei mit einem Steuerzahler umgehen, welcher sich wehrt und Widerstand (Widerstandsrecht) leistet. Ich konnte die ganze Sache handhaben und wusste damit umzugehen. Ich kann es kaum mehr erwarten, bis ich ins Bundeshaus stehen und ausrufen kann: "Der Staat bin ich." Ich werde es in Bern zuerst auf rätoromanisch sagen: "Il stadi sun jeu."
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  • Kommentar von Patrick Bieri, Oensingen
    Gewisse feministische Kreise sind der Meinung, dass die Macht auf der Welt besser in den Händen der Frauen wäre. Ein Schritt in diese Richtung ist es, das Geld unter die Kontrolle der Frauen zu bringen. Dazu ist diesen Kreisen jedes Mittel recht, auch die Hetze und Intrige gegen einen einzelnen Mann. Und es gibt genügend "Machos", welche dumm genug sind, sich von diesen Frauen vor den Karren spannen zu lassen und die Drecksarbeit zu erledigen. Herr Kneubühl hatte dies immer richtig erkannt.
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