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Wettkampf der Spitäler – Weniger Spitäler = bessere Qualität?
Aus DOK vom 04.03.2021.
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Qualität in der Medizin Freie Spitalwahl – so können Sie profitieren

In der Schweiz gilt das Prinzip der freien Spitalwahl. Doch diese Möglichkeit nutzen nur wenige – obwohl es sich lohnt. Denn das Risiko für Komplikationen ist in den Spitälern unterschiedlich. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.

Warum soll ich nicht einfach ins nächste Spital?

Das örtlich nächstgelegene Spital kann sehr gut sein. Vielleicht eignet es sich aber für Ihre Operation weniger als andere Spitäler. Grundsätzlich ist die medizinische Qualität in der Schweiz gut. Bei jedem Eingriff gibt es jedoch ein Risiko – und dieses ist nicht überall gleich. «Es gibt Unterschiede zwischen den Spitälern, die man statistisch feststellen kann», sagt Matthias Steiner, der für die Krankenkasse Concordia die Qualität der Spitälern vergleicht: «Patientinnen und Patienten können von der Spitalwahl profitieren.»

Kann ich in alle Spitäler in der ganzen Schweiz gehen?

Grundsätzlich ja – und zwar in öffentliche und anerkannte private Spitäler, die sogenannten Listen- und Vertragsspitäler. So will es das Gesetz – auch für Grundversicherte. Bei ausserkantonalen Spitälern können aber je nach Versicherungsmodell Zusatzkosten anfallen. Erkundigen Sie sich vorher immer bei der Krankenkasse und holen Sie eine Kostengutsprache ein. Grundsätzlich kann man auch die Ärztin oder den Arzt frei wählen – je nach Versicherungsmodell gibt es jedoch Einschränkungen.

Wo finde ich Informationen, die mir bei der Spitalwahl helfen?

Es gibt öffentlich zugängliche Qualitätsdaten der Spitäler – etwa beim Bundesamt für Gesundheit, Link öffnet in einem neuen Fenster oder beim ANQ, Link öffnet in einem neuen Fenster, dem nationalen Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken. Wichtige Qualitätsindikatoren sind etwa Fallzahlen und Komplikationen wie Wundinfektionen und die Rehospitalisierungsrate, aber auch die Patientenzufriedenheit. Allerdings ist die Interpretation dieser Indikatoren nicht ganz einfach.

Was leisten Online-Vergleichsportale?

Vergleichsportale können einen Überblick verschaffen und zur Orientierung beitragen. Angebote gibt es verschiedene – etwa von Krankenkassen, Spitälern oder privaten Vergleichsdiensten. Allerdings sind auch hier die Ergebnisse oft schwierig zu interpretieren. Aufgepasst: Nicht alle Online-Portale sind gleich fundiert.

Wie finde ich mich im Datendschungel zurecht?

Lassen Sie sich von Fachpersonen informieren und fragen Sie kritisch nach – beim Hausarzt, der Spezialistin, dem Physiotherapeuten, der Krankenkasse oder bei Patientenstellen, Link öffnet in einem neuen Fenster. Sie können auch Bekannte fragen, welche einen ähnlichen Eingriff bereits gemacht haben.

Welche Fragen kann ich stellen?

Wichtige Fragen sind etwa: Machen Sie diesen Eingriff regelmässig und haben Sie die nötige Routine und Erfahrung? Operieren Sie in einem eingespielten Team oder macht das Team diese Operation nur gelegentlich? Wie oft wird diese Behandlung in diesem Spital durchgeführt? Was erwartet mich konkret? Und wer hilft mir, wenn Schwierigkeiten auftauchen? Wer diese Fragen nicht gut beantworten kann oder will, verdient wenig Vertrauen.

Wenn ich ein gutes Spital wähle, kommt dann alles gut?

Komplikationen kann es immer geben. Die Wahl des richtigen Spitals kann dieses Risiko allerdings deutlich senken.

Schreiben Sie uns in den Kommentaren von Ihren Erfahrungen:
Wie zufrieden sind sie mit den Schweizer Spitälern? Welche Erfahrungen haben Sie bei der Spitalwahl gemacht? Worauf achten Sie bei der Spitalwahl und welche Herausforderungen mussten Sie bewältigen?

DOK, 04.03.2021, 20:05 Uhr; srf/schd/tscm

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Annette Brühl  (AnnetteB)
    @SRF: Die freie Spitalwahl trifft bei Grundversicherten NICHT zu für psychiatrische Kliniken. Dabei stehen ausserkantonale Kliniken je nach Heimatkanton nur sehr begrenzt auf den Spitallisten. Und auch bei "schweizweit" Zusatzversicherung gibt es eine Reihe Beschränkungen. Informieren Sie sich dringend vorher!
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Annette Brühl
      Guten Tag. Wir danken für den Hinweis. Generell gilt: Bei ausserkantonalen Spitälern immer zuerst die Krankenkasse anfragen. Das Gesetz will freie Wahl, aber es kann Einschränkungen geben.
      Liebe Grüsse, SRF News.
    2. Antwort von Emmy Müller  (Emmü)
      Ich wüsste auch nicht, warum ich sonst ca. 300 Fr. mehr bezahlen sollte, wenn ich keinen Vorteil hätte wie z.B, frei Arztwahl auch im Spital....bin von den Allergien sehr schwierig mit Autoimmunerkramkungen...Assistenzärzte sind bei mir oft überfordert...ist aber wichtig, dass sie auch dabei sein können und lernen...nur geht s halt schneller, wenn der Chefarzt das ganze in die Hand nimmt...
  • Kommentar von Christa Wüstner  (Saleve2)
    Bei der freien Spitalwahl muss auch folgendes beachtet werden. Entscheiden Sie sich für ein Privatspital, dann haben Sie schon vorher den Operateur ausgewählt. Er hat Voruntersuchungen bereits durchgeführt und die Operation mit Ihnen besprochen. Aber dann kommt ein kleiner Haken, sind Sie nur in der Grundversicherung und haben keine priv. Zusatzversicherung, kommen Sie auf die Warteliste. Weil ein Privatspital nur eine
    bestimmte Anzahl Operationen in der 3. Klasse durchführt.
    1. Antwort von Hannes Zubler  (Zubi)
      Da ist jemand ehrlich und kommt zum Punkt bezüglich unseres Gesundheitssystems, Stichwort 3. Klasse.