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Radikalisierte Menschen Viele Schweizer Dschihadisten leben auf Kosten des Staates

  • Rund 40 Prozent der 130 dschihadistisch radikalisierten Personen in der Schweiz beziehen Fürsorgeleistungen.
  • Dies zeigen aktualisierte und erweiterte Daten zur 2015 durchgeführten ZHAW-Studie «Hintergründe dschihadistischer Radikalisierung in der Schweiz».
  • Datengrundlage bildet eine quantitative Analyse mit Informationen vom Nachrichtendienst des Bundes sowie Interviews mit verschiedenen Akteuren.
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Aus dem Archiv: Was tun mit Schweizer IS-Dschihadisten?
Aus 10vor10 vom 08.02.2019.
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Dschihadistische Radikalisierung betrifft in der Schweiz mehrheitlich junge Männer aus der Agglomeration mit tendenziell niedrigem Bildungsstand und geringer Arbeitsintegration.

Einige von ihnen sind zudem mit sozialen und psychischen Problemen konfrontiert und hatten bereits vor ihrer Radikalisierung einen kriminellen Hintergrund.

Legende:
Alter der radikalisierten Personen Die meisten dschihadistisch radikalisierten Personen in der Schweiz sind zwischen 21 und 35 Jahre alt. (Altersverteilung in absoluten Zahlen) ZHAW

Genf, Wallis, Waadt sind stärker betroffen

Aufgrund der Entwicklung des «Islamischen Staates» (IS) seit Mitte 2016 hat die Anzahl dschihadistisch motivierter Ausreisen gemäss ZHAW «stark abgenommen». Dieser global zu beobachtende Trend lasse sich auch auf die Schweiz übertragen.

Die Gefahr, die von radikalisierten Personen ausgehe, ohne zwingend eine Ausreise anzustreben, bleibe jedoch in europäischen Staaten einschliesslich der Schweiz bestehen.

Bei der geografischen Verteilung der dschihadistischen Radikalisierung ortet die Studie regionale Unterschiede. So ist etwa die Region Genf, Wallis und Waadt stärker betroffen als die übrige Schweiz.

Besondere Anforderungen an Strafvollzug

Der Dschihadismus hat auch Folgen für die Gefängnisse: Der Strafvollzug muss sich laut der Studie «den Herausforderungen von dschihadistisch radikalisierten Insassen stellen» – auch wenn dies wenige sind.

Die Studie schlägt beispielsweise vor, das Strafvollzugspersonal gezielt weitergebildet wird, damit es über genügend «Hintergrundwissen und Handlungskompetenzen für einen aufmerksamen, professionellen Umgang mit radikalisierten Personen» verfüge.

Da diese Weiterbildung aufwändig ist, schlägt die ZHAW vor, schweizweit zwei bis drei Strafvollzugsanstalten zu Kompetenzzentren aufzubauen mit dem Schwerpunkt auf dschihadistisch radikalisierten Insassen.

Muslimische Seelsorger sollen helfen

Eine wichtige Rolle spielen laut der Studie die muslimischen Seelsorger. Erstens bei der Prävention und zweitens als Unterstützer für das Gefängnispersonal. Insbesondere bei Fragen, welche zu religiösen Praktiken auftauchen; aber auch bei arabischen Floskeln und bei der Beurteilung von bestimmten Büchern und Autoren.

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48 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Müller  (HPMüller)
    Artikel: "Datengrundlage bildet eine quantitative Analyse mit Informationen vom Nachrichtendienst des Bundes sowie Interviews mit verschiedenen Akteuren." Wenn man sieht wie schludrig (WOZ 23.5.2019) und teilweise Gesetzeswidrig der NDB offenbar wieder agiert, frage ich mich, wie korrekt die Datengrundlage für diese Studie war. Offenbar wurden Linke Parteien überwacht (Der Bund, 23.5.2019) währenddessen die Basler Rechtsextremenzelle weder bekannt war noch überwacht werden darf (AZ 24.3.2019).
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  • Kommentar von Richard Limahcer  (Limi)
    Ohne Sozialhilfe wären in der Schweiz vermutlich wesentlich mehr Menschen radikalisiert.
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  • Kommentar von Christine Hadorn  (Baski)
    Na ja, vielleicht wacht der eine oder andere Politiker mal auf. Hoffen kann man ja immer. Leider ist gegen Naivität kein Kraut gewachsen, sonst hätte man eigentlich schon längst handeln müssen. Aber lieber spät als nie.
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