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Mangelhaftes Risikomanagement Rastatt entwickelt sich zur europäischen Bahn-Krise

Auch für den Schweizer Huckepack-Verkehr hat der Unterbruch immer einschneidendere Folgen. An der SBB wird Kritik laut.

Legende: Video Auch die SBB trägt Schaden davon abspielen. Laufzeit 2:06 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.09.2017.

Krisensitzung bei der Firma Hupac in Chiasso (TI). Täglich suchen die Logistiker nach Alternativen für die blockierte Rheintalstrecke. In normalen Zeiten führt die Hupac 120 Züge täglich über die Alpen. Jetzt sind es gerade noch deren 30.

Ein ausgewachsenes Debakel

«3000 LKWs müssen auf die Strasse zurückverlagert werden. Das ist ein enormer Schaden aus finanzieller Sicht, aber auch für das Image des kombinierten Verkehrs und die Verlagerungspolitik der Schweiz», sagt Bernhard Kunz, Direktor der Hupac.

Vor vier Wochen haben sich die Schienen bei Rastatt plötzlich abgesenkt. Wegen eines Tunnelbaus unter der heutigen Strecke hindurch. Statt eines Vorzeigewerks deutscher Ingenieurskunst, ein ausgewachsenes Debakel.

Die Lokführer fehlen

Es gibt zwar Ausweichrouten: über das Elsass, über Singen und über den Brenner. Und trotzdem schaffen die Bahnen auch vier Wochen nach der Panne immer noch nur die Hälfte der Züge. «In der Regel gehen da 200 Züge pro Tag durch. Im Moment haben wir Kapazitäten von rund 100 Zügen geschaffen. Aber es fehlen uns im Moment die Lokführer», erklärt Andreas Meyer, Konzernchef der SBB.

Kein Verständnis dafür hat das Bundesamt für Verkehr in Bern. Der Direktor Peter Füglistaller kritisiert: «Das Krisenmanagement der Netzbetreiber und der Bahnen war ungenügend. Die Koordination hat zu wenig schnell funktioniert.» Selbstkritisch weiss auch Bahnchef Meyer: «Wir haben da eine Lektionen zu lernen. Denn wir müssen auch aufpassen, dass wir vertrauenswürdig bleiben als Eisenbahn.»

«Was uns fehlt, ist ein Krisenmanagement. Vor allem unter der Koordination des Verkehrsministerium in Deutschland. Da ist Funkstille», sagt Kunz.
Bleibt die Hoffnung, dass die Strecke am 7. Oktober wieder eröffnet wird. Nachdem dieser Termin von der Deutschen Bahn schon mehrmals verschoben wurde.

16 Kommentare

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  • Kommentar von Franco Caroselli (FrancoCaroselli)
    Ha ha oh lach!!! Die Deutschen hüpfen von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen, von Berlin bis zum überteuren Hamburger Gebäude und nun Rastatt. Und viele hierlebende Deutsche sagen uns beim arbeiten, was wir zu tun haben und wie sie die besten sind. Nur Peinlich!!! Wenn man den Lötschberg/ Gotthardbasis und seine vollbrachten Werke anspricht, werden viele ganz ganz leise. Die kleine Schweiz hat ein Krisenmanagement bei Inner Bahnstörungen unsere Nachbarn immer noch nicht !!!! Aber viele Manager !!!!
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Da wuerd ich nicht zu laut lachen. Heute Nachmittag Persoenen"unfall" zwischen Morges und Nyon. Bahnverkehr von ca. 12-15h toal unterbrochen. Die Passagiere nach Genf Flughafen werden in Lausanne unbefoerdert stehen gelassen. Taxi 250 Franken. Statt in Genf Flughafen unbuerokratisch zurueckerstatt gibts ein Visitenkaertchen, um in Bern(!) ein Gesuch um Rueckerstattung einzureichen. Personenunfaelle ohne beeintraechtigende Beschaedigung von Rollmaterial und Strecke sind KEINE hoehere Gewalt....
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    2. Antwort von Benjamin Kuderer (Benjamin Kuderer)
      Herr Caroselli, als in der Schweiz lebender Deutscher fühle ich mich von ihrem generalisierenden und diskriminierenden Kommentar angegriffen. Aus meiner Sicht ist eine solche Verallgemeinerung auf Basis von Staatszugehörigkeit, ..., grundsätzlich falsch und völlig fehl am platze. Sollten sie sich über einen Fortgesetzten ärgern, wäre ein direktes Gespräch angebracht. Sie sollten sich auch fragen worin der wahre Grund liegt, weshalb Sie nicht in dessen Position sind.
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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Gerade ist ein Artikel zu dem Thema in der Welt: "Desaster bei Rastatt wäre vermeidbar gewesen".
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  • Kommentar von Dani Queren (Queren)
    Wir stecken im perfektesten Industriezeitalter. Wir kühlen rasch den Atlantik runter um Wirbelstürme zu vermeiden. Wir bauen blitzschnell an einer neuen Batterie fürs Auto, die dann fast gratis die Energie speichert für den 3 Tonnen SUV. Wir bauen aus unserem Mittelland einen friedlichen und glanzvollen Gazastreifen mit über 10 Mio Einwohnern. Wer braucht denn da noch ein funktionierendes Schienenmaterial.
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