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Schweiz Raubkunst-Taskforce bietet Kunstmuseum Hilfe an

Das letzte Wort zur Erbschaft der Gurlitt-Kunstsammlung ist noch nicht gesprochen. In Deutschland ist eine hitzige Debatte um den Nachlass entbrannt. Unterstützung findet das Berner Kunstmuseum überraschend bei der für die Bilder zuständigen deutschen Raubkunst-Taskforce.

Dieser Tage bricht eine Delegation des Berner Kunstmuseums nach München auf, um die Erbschaft von Kunstsammler Cornelius Gurlitt erstmals in Augenschein zu nehmen.

Legende: Video Hitzige Debatte um Gurlitt-Sammlung abspielen. Laufzeit 1:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.05.2014.

In Gurlitts Schwabinger Wohnung waren vor zwei Jahren 1280 zum Teil sehr wertvolle Kunstwerke gefunden worden. Nach aktuellem Stand wurden 458 Einzelwerke in die Plattform «Lost Art» eingestellt, weil sie unter Verdacht stehen, Nazi-Raubkunst zu sein. Eine Taskforce untersucht die Herkunft der Werke.

In Deutschland wird der letzte Wille Gurlitts heftig diskutiert. Beistand erhält das Kunstmuseum Bern durch die Experten zur Aufklärung des Schwabinger Kunstfundes. Sie haben den Erben von Cornelius Gurlitt ihre Zusammenarbeit angeboten.

«Wir beantworten sämtliche Fragen»

Die schwierigen offenen Fragen könnten am besten in einem Dialog geklärt werden, erklärte die Leiterin des Gremiums, Ingeborg Berggreen-Merkel. Dieser Dialog dürfte vor allem im Interesse der noch lebenden Opfer des Nationalsozialismus' sein, die Restitutionsansprüche angemeldet haben. «Selbstverständlich beantworten wir dem von Herrn Gurlitt benannten Kunstmuseum Bern gerne sämtliche offenen Fragen.»

Das Kunstmuseum Bern will prüfen, ob es das Erbe antritt. «Die von Cornelius Gurlitt mit dem Bund und dem Freistaat Bayern Anfang April unterzeichnete Vereinbarung bindet auch seine Erben», betonte Berggreen-Merkel. Daher gehe es weiterhin darum, NS-Raubkunst aus der Sammlung ihren vormaligen Eigentümern zurückzugeben.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Weißenstadt
    Ganz übersehen darf man nicht, dass das Kunstmuseum in Bern natürlich nach deutschem Recht Erbschafts-/Schenkungssteuer zu berappen hat, zu versteuern sind bei Gemäldesammlungen 60 % des Wertes und darauf 50 %. Da dürfte zu Gunsten des Freistaates Bayern ein hübsches zweistelliges Millionensümmchen zusammenkommen. Natürlich nur übrigbleibt nach Rückgabe an rechtmäßige Besitzer bzw. deren Erben und des Veräußerungsverbotes von Kunstschätzen nationaler Bedeutung.
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @M. Chauvet: Ich muss Sie leider berichtigen. Die Erbschaftssteuer fällt in Bayern nicht an, da Herr Gurlitt österr. Staatsbürger war. Somit hätte in diesem Falle auch Wien ein sehr gewichtiges Wort mitzureden. Ausserdem ist der Wert noch gar nicht sicher festgestellt worden. Somit fabulieren Sie nicht mit Beträgen, welche noch gar nicht feststehen.
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    2. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      Herr Girschweller, die Staatsangehörigkeit spielt keine Rolle.
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Deutschland erklärt die Bilder als Kulturgut zu Deutschland gehörend. Bilder, welche eventuell Juden & anderen Verfolgten gestohlen worden sind. Und zwar Juden & Verfolgten überall in Ländern, welche von den Nazis besetzt worden sind. Schon ziemlich makaber! Fazit deshalb ist: Es könnten, sollte es Raub-Kunst sein noch viele andere Länder darauf einen Anspruch haben.
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    1. Antwort von E.Wagner, Zug
      Das lässt doch vermuten warum der gute Mann nicht wollte dass die Bilder in Deutschland bleiben sollten. Wie haben sie ihn auch wie einen Täter behandelt. Jetzt bekommen sie die Quittung!Und das geht doch nicht in ihre Machthungrige und Besitzansprüche Seelen
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    2. Antwort von Marcel Chauvet, Weißenstadt
      Zuerst nachdenken, dann schreiben, denn Raubkunst ist in der Schweiz besser aufgehoben als in Deutschland. Vom Verbot des Exportes deutschen Kulturgutes mal abgesehen: Es geht nichts in die Schweiz bis die Herkunft der Gemälde RESTLOS aufgeklärt ist. Diese Verpflichtung hat der Freistaat Bayern in einer noch zu Lebzeiten des Herrn Gurlitt abgeschlossenen Vereinbarung übernommen. Geprüft wird dabei natürlich auch noch, ob das Testament Rechtsbestand hat. Da dürften noch viele Jahre ins Land gehen
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    3. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @E. Waeden: Diee Frage in Bezug auf Raub-Kunst stellt sich offenbar nur bei 40-400 Objekten. D.h. der weitaus grössere Teil, und da sind sich die Experten einig, sind erst nach dem 2. WK von Herrn Gurlitt erworben worden u. können problemlos ausgeführt werden. Im Weiteren sind offenbar die meisten Exponate gar nicht so wertvoll und müssen nun erst geschätzt werden.
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