Reaktionen: Furcht und Erleichterung prallen aufeinander

Des einen Freud des anderen Leid. Der Entschluss der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) schlägt in den betroffenen Regionen hohe Wellen. Wer reagiert wie?

Zwei gelbe Atommüll-Fässer. Darauf sind zwei schwarze, grosse Fragezeichen gemalt.

Bildlegende: Die Reaktionen aus den betroffenen Regionen sind erwartungsgemäss gemischter Natur. Keystone

Die Reaktionen der betroffenen Gebiete spiegeln die Einstellungen und Ängste der Bürger. Hier finden Sie alle Artikel-Links zu den entsprechenden Antworten der Regionen.

Blick auf Schoenenwerd.

Bildlegende: Der Jura-Südfuss ist ebenfalls auf Eis gelegt. Keystone

Reaktionen aus dem Jura-Südfuss

Die Regionalkonferenz Jura Südfuss nimmt den Nagra-Entscheid mit grosser Erleichterung zur Kenntnis.

Die geologischen Aspekte der Sicherheitsprüfung hätten die Nagra zu einem richtigen Entscheid geführt, der die Ansicht der Regional-Verantwortlichen widerspiegelt.

_______________________

Das Regierungsgebäude in Aarau.

Bildlegende: In Aarau ist man irritiert über den Entschluss der Nagra. Keystone

Reaktionen aus der Region Jura Ost

Der Aargauer Regierungsrat ist irritiert. Die frühe Verengung der Möglichkeiten durch die Nagra hält sie für einen Schritt in die falsche Richtung.

Eine Oberflächen-Anlage in der Region wird als grosses Problem erachtet. In dieser Anlage wird der Abfall für die Lagerung vorbereitet.

_______________________

Wellenberg im Winter.

Bildlegende: Der Wellenberg: Vorläufig weg vom Nagra-Radar. zvg

Reaktionen vom Standort Wellenberg

Für das Komitee für die Mitsprache des Nidwaldner Volks bei Atomanlagen (MNA) ist der Entscheid der Nagra längst fällig gewesen.

Zu Anfang war die Nidwaldner Regierung noch für ein Tiefenlager zu haben gewesen. Mit fortschreitender Debatte änderte sie ihre Einstellung gegenüber den Nagra-Plänen.

_______________________

Die Thurgauer Baudirektorin Carmen Haag (CVP).

Bildlegende: Die Thurgauer Baudirektorin Carmen Haag bleibt gelassen. Keystone

Reaktionen der Thurgauer Regierung

Die zuständige Thurgauer Regierungsrätin will zwar ein Auge auf die Nagra halten, gibt sich aber unaufgeregt. Am Schluss müsse der beste Standort gewählt werde.

Dabei sei nicht wichtig, ob das Endlager in Jura Ost oder direkt an der Thurgauer Grenze, in Zürich Nordost, eingerichtet würde.

_______________________

Das Rathaus in der Stadt Zürich.

Bildlegende: Im Kanton Zürich ist man überrascht, dass die Nagra so früh schon auf zwei Standorte fokussiert. Keystone

Reaktionen im Kanton Zürich

Dass sich die Nagra so schnell auf nur noch zwei mögliche Standorte festgelegt hat, ist für die Regionalkonferenz Zürich Nordost eine «grosse Überraschung».

Der Kanton Zürich hält den Entscheid für verfrüht. Sollten mehrere Standorte gleich sicher sein, werde man sich gegen ein Endlager auf Zürcher Boden wehren, so der zuständige Regierungsrat.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Der Entscheid der Nagra ist noch nicht definitiv: Ihre Analysen werden unter anderem noch vom Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI überprüft.

    Nagra schlägt Bözberg und Zürcher Weinland für Endlager vor

    Aus Rendez-vous vom 30.1.2015

    Die Region Bötzberg und das Zürcher Weinland sind geeignet, ein Endlager sowohl für schwach- und mittelradioaktive Abfälle als auch für hochaktive Abfälle zu beherbergen.Vier weitere Gebiete, die zur Diskussion standen, dürften damit aus dem Spiel sein, darunter der Wellenberg im Kanton Nidwalden.

    Gaudenz Wacker und Géraldine Eicher