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Coup der Walliser SVP Rechtsbürgerlicher Schachzug soll Darbellay verhindern

CVP-Schwergewicht Nicolas Voide will per SVP-Liste in die Regierung. Mehr als eine Abrechnung mit dem früheren CVP-Chef.

Nicolas Voide versuchte es bereits 2009 in den Staatsrat. Nun soll es mit Hilfe der SVP gelingen.
Legende: Nicolas Voide (CVP) versuchte es bereits 2009 in den Staatsrat. Nun soll es mit Hilfe der SVP gelingen. Keystone/Archiv

Auf der Liste der Walliser SVP für die Staatsratswahlen vom 5. März ist neben dem Bisherigen Oskar Freysinger und der Briger Stadträtin Sigrid Fischer-Willa auch der ehemalige CVP-Grossratspräsident Nicolas Voide. Der rechtsbürgerliche Schulterschluss ist ein Frontalangriff auf die Kandidatur des früheren CVP-Präsidenten Christophe Darbellay.

Die Ausgangslage

  • Christophe Darbellay wohnt wie Nicolas Voide im Bezirk Martigny. Eine Klausel im Wahlrecht verbietet es, dass zwei Personen aus dem gleichen Bezirk in der Regierung sitzen.
  • Voide präsidierte das Walliser Kantonsparlament 2015 und trat dann zurück. Regierungsambitionen hatte er schon immer. 2009 unterlag er parteiintern Darbellay.
  • Voide gehört zum rechtsbürgerlichen Flügel der CVP, der sich von Darbellay mehr schlecht als recht vertreten fühlt.
  • Viele rechte CVP-Wähler stört es, dass Darbellay den rechtskonservativen Finanzdirektor Maurice Tornay zum Rücktritt drängte – dies zu einem Zeitpunkt, als Darbellay bereits von seinem unehelichen Kind wusste.
  • Bis jetzt kandidieren elf Männer und Frauen für die fünf Sitze. Die SP ringt nach einem Hickhack um ihre Doppelkandidatur um Einigkeit. Nun ist auch der Zusammenhalt der CVP gefährdet. Ein unruhiger Wahlkampf im Frühling zeichnet sich ab.

Das Ziel der SVP: Es sei nicht das primäre Ziel der SVP, Darbellay zu schaden, sagt Michael Graber, SVP-Fraktionschef im Walliser Parlament. Es gehe vielmehr um die Stimmen jener Walliser, die rechtbürgerlich seien, aber nicht SVP wählten. Dass mit dem Schachzug gleichzeitig Darbellay ins Visier genommen werden kann, stört Graber aber nicht. Darbellay sei – milde gesagt – immer sehr kritisch mit der SVP umgesprungen, so dass jetzt nicht speziell Rücksicht genommen werde.

Darbellay hat die SVP auch schon als debile Sekte bezeichnet und bei der Blocher-Abwahl massgeblich die Fäden gezogen.
Autor: Michael GraberSVP-Fraktionschef im Walliser Grossrat
Früheres Rennen um Regierungskandidatur: Darbellay und Voide im  Mai 2008 in Saxon.
Legende: Früheres Rennen um Kandidatur: Christophe Darbellay und Nicolas Voide im Mai 2008 in Saxon. Keystone/Archiv

Die Reaktion der CVP: Der Präsident der Oberwalliser CVP, Anton Andenmatten, ist über die Zusammenarbeit des rechten Randes seiner Partei mit der SVP entsprechend irritiert. Sicher sei es zum einen eine «Anti-Darbellay-Aktion». Zum anderen fühlten sich gewisse rechtsbürgerliche CVP-Wähler etwas schlecht vertreten. Dazu komme, dass Voide aus seinen Ambitionen für die Regierung noch nie einen Hehl gemacht habe.

Ich kann die Beweggründe von Voide nicht genau nachvollziehen, auf der Liste mit Freysinger zu kandidieren.
Autor: Anton AndenmattenPräsident CVP Oberwallis

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Es geht in der Politik prioritär um Eigeninteressen und Machtvergrösserung der eigenen Partei!! Versprochen wird zwar immer wieder - speziell vor Wahlen -, christlich, sozial, liberal, oder gar volksnah zu handeln. Die Realität sieht allerdings anders aus! Mittels lukrativer VR-Mandate, wird Vetternwirtschaft mit den grosszügigen Geldgebern von den entsprechenden - von den Volks-Steuergeldern sehr gut entlöhnten - PolitikernInnen gemacht (Recherchen im Internet)! Wann handelt das Stimmvolk?
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Im vorliegenden Falle geht es um eine Wahl-Sache, das seit jeher so läuft. Listenverbindungen, Wahlverbindungen, Wahlempfehlungen usw. sind bei jeder Wahl völlig normal. Das machen alle Parteien. Der Wähler bzw. der Souverän hat ja da das letzte Wort mit seiner Stimme. Kein Grund zur Polemik alles ist im grünen Bereich.
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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Herr Freysinger posiert bei jeder Gelegenheit mit Nazi-Symbolen, verbrüdert sich mit Neo-Nazi in Deutschland und Oesterreich und gibt Steuergelder aus für einen "Berater", den er kurz darauf wieder absetzen muss und jedesmal begründet er das mit fehlendem Wissen. Wenn Herr Voide sich aus taktischen Gründen mit so jemandem zusammen tut zeugt das von einer Machtgier, die sicher keine Rücksicht nimmt auf die Wähler.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Nicht nachvollziehbar Herr Mueller, das da fand und findet so und genau so seit jeher statt. Bisher hat sich darüber noch keiner mokiert. Es obliegt nun dem Stimmbuerger da sich zu äussern. Also alles im gruenen Bereich.
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    2. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Schwarze Schafe gibt es überall. Jetzt aber die ganze SVP oder ihre Wähler zu schwarzen Schafen machen zu wollen ist falsch. Genauso wie es extreme Rechte gibt, gibt es extreme Linke, oder Extreme in anderen Parteien. Und bezüglich Machtgier: Um heute in der Politik erfolgreich zu sein, muss man gierig nach Macht sein & möglichst viele Auftritte in den Medien haben. Wer spricht schon von Politikern, welche einfach Politik machen?
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    3. Antwort von Kurt Meier (Kurt3)
      @ Waeden , Sie ordnen also die SVP als rechtsextrem ein . Da bin ich aber beruhigt .
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    4. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Herr Meier, man kann ein Pogrom nicht mit einem Pogrom bekämpfen, und schon gar nicht mit den absolut ganz genau gleichen Mitteln, welche gerade Sie eigentlich ja der anderen Seite einfach unterstellen.
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    5. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Herr Haller, Sie verwenden schon das zweite Mal völlig ohne Zusammenhang den Begriff "Pogrom". Ich kann in dieser Geschichte absolut keinen Zusammenhang mit gewaltsamen Uebergriffen auf eine Volksgruppe sehen. Ich schlage vor, Sie informieren sich besser.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Darbellay ist die Walliser Variante von Obama, Doris Leuthard und Hillary Clinton: Unbrauchbar, verursacht nur Kosten und er steht für abgehobenes, demokratiefeindliches Polit-Establishment. Sorry Christophe, aber Du hast ausgedient! Trete mit Anstand ab, so zeigst Du wenigstens einmal Charakter!
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