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Schweiz Referendum gegen zweite Gotthard-Röhre kommt

Ob eine zweite Röhre am Gotthard gebaut wird oder nicht, wird das Volk entscheiden: Das Referendum gegen die zweite Röhre ist zustande gekommen. Statt der benötigten 50'000 Unterschriften haben die Initianten laut eigenen Angaben bereits 100'000 gesammelt.

Ausgang des Gotthards im Süden
Legende: Die Abstimmung für oder gegen eine zweite Gotthard-Röhre dürfte frühstens im Juni 2015 stattfinden. Keystone

Beim Bau einer zweiten Strassentunnelröhre am Gotthard hat das Volk das letzte Wort. Nur zweieinhalb Monate nach dem Sammelstart haben die Gegner des vom Parlament verabschiedeten Tunnelprojekts nach eigenen Angaben bereits über 100'000 Unterschriften für das Referendum gesammelt.

Beglaubigt sind aktuell rund 53‘000 Unterschriften, wie der Verein «Nein zur 2. Gotthardröhre» mitteilte. Damit habe das Komitee das Ziel bereits knapp einen Monat vor Ablauf der Referendumsfrist erreicht. Nötig für das Zustandekommen sind 50'000 Unterschriften. Zurzeit würden die letzten Unterschriften von den Gemeinden beglaubigt.

Breite Unterstützung

«Wir sind sehr zufrieden, dass wir das Referendum so gut und so rasch geschafft haben», liess sich Caroline Beglinger, Co-Präsidentin des Referendumskomitees, in einer Mitteilung zitieren. Überraschend ist der Erfolg nicht: Über fünfzig nationale, regionale und lokale Organisationen und Parteien machen mobil gegen den Bau eines zweiten Strassentunnels am Gotthard. Dazu gehören unter anderem die Alpeninitiative, der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) und die Parteien SP, Grüne und GLP.

Eine Abstimmung über die zweite Tunnelröhre am Gotthard kann frühestens am 14. Juni 2015 stattfinden. Es wäre das dritte Mal nach 1994 (Alpenschutzinitiative) und 2004 (Gegenvorschlag zur Avanti-Initiative), dass das Volk direkt oder indirekt über den Bau eines zweiten Tunnels durch den Gotthard befinden würde. Bisher lehnte es solche Bestrebungen ab.

Gotthard während Sanierung gesperrt

Der neue Tunnel soll ab etwa 2020 in sieben Jahren gebaut werden. Anschliessend würde der bestehende, 1980 eröffnete Strassentunnel gesperrt und saniert. Ab etwa 2030 sollen dann beide Tunnels betrieben werden, aber je einspurig. Für das Projekt veranschlagt der Bundesrat rund 2,8 Milliarden Franken.

Die Gegner befürchten, dass nach der Inbetriebnahme beider Tunnels über kurz oder lang in jeder Richtung auf zwei Spuren gefahren wird. Damit würde die Kapazität erhöht, was der Verfassung widerspreche, kritisieren sie.

31 Kommentare

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  • Kommentar von Original Peter Hänsenberger, St. Gallen
    Wer glaubt die Unfallstatistik, mit einem nein zu einer zweiten Röhre, kann man damit verhindern, soll weiter träumen. Die Hauptursache bei Unfällen auf den Strassen, ist ein menschliches Versagen. Ob jeder wo nein sagt zu der zweiten Röhre, wirklich den Angehören in die Augen schauen könnte, mit einem guten Gewissen, wo bei den nächsten Kollision geliebte Menschen verlieren ? Vergessen SIE nie unter das nächste Todesopfer im heutigen Gotthard-Strassentunnel könnte jemand sein, wo SIE kennen.
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    1. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Im Gotthardstrassentunnel fährt man mit 80 km/h! Wenn wir es heute nicht mehr hin kriegen bei der Geschwindigkeit auf der eigenen Spur zu blieben, dann müsste man konsequenter Weise überall ausserorts die Fahrspuren auch trennen. Forciert man dies? Leider Nein. Daher ist das Argument Sicherheit leider nicht wirklich unglaubwürdig. Man könnnte m.E. mit grünen Fahrbahntrenner all 50 Meter den Strassentunnel noch sicherer machen, aber das tut ASTRA komisch Weise nicht.
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    2. Antwort von Original Peter Hänsenberger, St. Gallen
      Ob Sie wirklich immer ohne Ablenkung fahren, das können nur Sie ganz alleine wissen. Wer ein Tunnel wo Links und Rechts eine Wand ist, vergleicht mit anderen Strassen bleibt sein Leben Lang nicht Glaubwürdig. Wer NEIN zu der zweiten Röhre sagt, sollte nie das Wort ``Sicherheit`` in den Mund nehmen.
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  • Kommentar von Original Peter Hänsenberger, St. Gallen
    Wie viele Kollision im heutigen Gotthard-Strassentunnel es noch gibt, das weiss keiner und keiner weiss, wie viel Verletze oder Todesopfer es noch gibt, in dem heutigen Gotthard-Strassentunnel. Wer wird die Verantwortung übernehmen, das steht in den Sternen.
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    1. Antwort von H. Frühling, Bern / Zürich
      Die Verantwortung trägt der Unfallverursacher, wie auf den anderen Strassenabschnitten auch. Wer sein Auto nicht während der Fahrt auf der eigens dafür vorgesehenen Spur halten kann, sollte seinen Ausweis abgeben und nicht Auto fahren.
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    2. Antwort von sven dorca, luxemburg
      @ H. Frühling.....damit wären ja zu erst die Ältere Menschen angesprochen, die einer möglichen Herzattacke ausgesetzt sind, oder Gedächtnisschwund haben.
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    3. Antwort von Original Peter Hänsenberger, St. Gallen
      Frau oder Herr H. Frühling, wer die Verantwortung nur auf die Unfallverursacher schiebt, ist NICHT Glaubwürdig. Da haben Sie schon recht, wer sein Fahrzeug nicht auf der eigener Spüren halten kann, sollte sein Ausweis schon abgeben, aber wer eine zweite Röhre am Gotthard ablehnt sollte, sich ernsthaft Gedanken machen, was eine zweite Röhre mit Alpenschutz zu tun hat, die zweite Röhre geht durch den Berg und NICHT über den Berg.
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Viele in der Bevölkerung haben sicher nichts dagegen wenn man rascher im Tessin wäre und man dafür zwei Strassen Tunnels von Erstfeld nach Bodio hätte. Die Zustimmung für den Alpenschutzinitiative kam m.W. vor allem dadurch, dass man die NEAT baut und zumindest der Lastwagen Transferverkehr Basel - Ciasso auf Schienen soll, oder in einen Tunnel Basel - Ciasso soll. Solange der Bundesrat den Volkswillen nicht umsetzt und diese Lastwagen nicht von den Autobahn nimmt ist Widerstand vorprogrammiert.
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    1. Antwort von H. Frühling, Bern / Zürich
      Je breiter die Autobahn, desto weniger Verkehr darauf und ein höherer %-Satz Verlad im Gütertransport, denken Sie? Denken ist Glückssache! (altes chinesisches Sprichwort). Und wie soll der Bundesrat dieses Glücksspiel umsetzen?
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    2. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Manchmal ist Lesen und Verstehen Glückssache. Wie kann ich da weiter helfen?
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