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Jungparteien geeint gegen Reform
Aus HeuteMorgen vom 15.01.2020.
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Reform der Pensionskasse Der Gegenwind bläst immer stärker

Die grossen Jungparteien sind gegen den Vorschlag von Bundesrat und Sozialpartnern zur Reform der beruflichen Vorsorge.

Die Altersvorsorge soll reformiert werden – weil wir immer älter werden. Für eine Reform der beruflichen Vorsorge – der Pensionskasse oder zweiten Säule – hat der Bundesrat einen Vorschlag präsentiert und dabei einen Kompromiss der Sozialpartner übernommen. Kernstück: Tiefere Renten sollen mit einem Rentenzuschlag abgefedert werden. Finanzieren sollen diesen alle Arbeitnehmenden.

«Eine gemeinsame Lösung»

Dagegen wurde bereits Kritik laut. Nun zeigt eine Recherche von Radio SRF: Auch Jungparteien von links bis rechts haben keine Freude am Vorschlag.

Die bürgerlichen Jungparteien kritisieren den Reformvorschlag mit vereinten Kräften, obschon sie sich beim Thema Renten erst noch in den Haaren lagen. Für Zwist hatten die Jungfreisinnigen gesorgt. Diese seien mit ihrer Initiative für ein höheres Rentenalter vorgeprescht, nervten sich die anderen.

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Aus dem Archiv: Die wichtigsten Eckpunkte des Kompromisses
Aus Tagesschau vom 02.07.2019.
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Nun aber scheint der Streit beigelegt. «Wir haben es geschafft, dass wir alle zusammen wieder an einen Tisch gesessen sind», bestätigt Sarah Bünter, Präsidentin der Jungen CVP. «Wir sind jetzt an der Ausarbeitung einer gemeinsamen Lösung für die zweite Säule, weil wir wichtig finden, dass die Sachpolitik hier im Vordergrund steht.»

Wie diese Lösung aussieht, ist noch nicht klar. Fest steht, die bürgerlichen Jungparteien halten nicht viel vom Reformvorschlag des Bundesrats und der Sozialpartner. Denn da müssten alle Arbeitnehmenden einen Zusatzbeitrag abliefern. So müssten etwa Junge auch für Alte zahlen. Das sei nicht die Idee bei der beruflichen Vorsorge BVG, wo grundsätzlich jeder für sich selber sparen sollte.

Einigkeit aus verschiedenen Gründen

«Wir stehen dieser BVG-Reform sehr kritisch gegenüber, weil sie diese systemfremde Umverteilung nicht einschränkt, sondern im Gegenteil mit einem Rentenzuschlag noch weiter verschärft», erklärt Jungfreisinnigen-Präsident Matthias Müller.

Skeptisch sind aber auch die jungen Linken – wenn auch aus anderen Gründen. «Wir sehen das Ganze sehr kritisch», so Juso-Präsidentin Ronja Jansen. «Wir sind grundsätzlich gegen einen Abbau bei den Renten. Und für uns ist klar, wenn bei den Pensionskassen abgebaut wird, dann braucht es dafür einen massiven Ausbau bei der AHV.» Ähnlich klingt es bei den Jungen Grünen.

Klar «Nein» gesagt zur Rentenreform haben zudem bereits verschiedene Wirtschaftsverbände, weshalb kürzlich auch CVP-Präsident Gerhard Pfister dem Vorhaben schlechte Aussichten prognostizierte.

Der Reformvorschlag des Bundesrats und der Sozialpartner zur beruflichen Vorsorge steht im Gegenwind – und der bläst immer stärker.

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Aus dem Archiv: Pensionskassen profitieren vom guten Börsenjahr
Aus Tagesschau vom 30.12.2019.
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50 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    @leu: Sie schreiben vom Anspruch autark leben zu wollen an. Nein, da muss ich Sie enttätuschen, dass ist absolut nicht mein Ansinnen. Spätestens beim nächsten Atemzug ist es aus mit der Autarkie. Verwoben, vernetzte Wesen, sind wir. Alles was uns nährt und wachsen lässt ist geschenkt. Ja, geschenkt. Ein absoluter Affront für jede wirtschaftliche Marktlogik, die heute dominiert und die daran ist Alles zur Ware zu reduzieren.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Einen zentralen Aspekt, wo wir im Diskurs noch nirgendwo sind ist, dass Arbeitszeitreduktion, gerechtere Verteilung von Erwerbsarbeit ein Muss sein wird, wollen wir auch nur annähernd ökologisch wirksam werden. Zu meinen Produktionswachstum, Konsumzunahme seien zukunftsträchtige Größen heisst nicht erkennen wollen, wie ernst es um uns und dem Überleben unserer Spezies steht.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    @leu: "Der Treiber ist die steigende Lebenserwartung. Folglich sinkt, bei unverändertem Rentenalter, der Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung." Sie vergessen da etwas die enormen Produktionssteigerung der letzten Jahrzehnte und auch die Realität der Arbeitsmärkte, die wie es kapitales Wirtschaften mag, Alle gegen Allle in den Ring schickt. Es braucht andere Arbeit-Lebenszeit-und Produktionsmodelle, die heutigen Ansprüchen gerecht werden, das ist klar.
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ antigone kunz: Der Anteil der Erwerbstätigen zu den Rentnern und Jungen hat nichts mit der Produktivitätssteigerung zu tun. Dank der Produktivitätssteigerung haben wir immer mehr Güter und Dienste und können es uns gut gehen lassen. Ich schreibe das nicht wertend.
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    2. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Die Produktionssteigerung, als ein wesentliches Phänomen moderenen Wirtschaftens, wird bei der Altersvorsorge zuwenig berücksichtigt. Die 'Gewinne' fliessen ja nicht in die Realwirtschaft, dazu zähle ich auch die Renten, sondern zu den Investoren. Gutgehenlassen: es gibt wie bei allen Befindlichkeitsphänomen einen Sättigungsgrad und wo es keinen Sinn mehr macht noch mehr, noch grösser auf Kosten der Ökosphäre voranzutreiben .
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