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Reisen durch Europa Interrail boomt in der Schweiz

Mit dem Zug durch Europa reisen mit dem Interrail-Pass: Was nostalgisch klingen mag, erlebt zurzeit ein veritables Revival. In der Schweiz befinden sich die Verkäufe von Interrail-Pässen auf einem Allzeit-Hoch.

Legende: Video Interrail-Boom abspielen. Laufzeit 2:45 Minuten.
Aus 10vor10 vom 06.10.2017.

Bei vielen weckt der Begriff «Interrail» wohl höchstens nostalgische Erinnerungen. Doch die Verkäufe für die Interrail-Pässe steigen in der Schweiz momentan stark an. Allein dieses Jahr werden die SBB insgesamt fast 44’000 Interrail-Tickets verkaufen.

Revival einer alten Marke

Doro Engels, Senior Marketing Manager International bei den SBB, sagt gegenüber «10vor10»: «Wir rechnen allein für 2017 mit einem Anstieg von 30 Prozent. In der Schweiz findet derzeit ein veritables Revival der Marke Interrail statt.»

So erreichten die Verkäufe gar ein Allzeit-Hoch. Mit dem Interrail-Pass können europaweit mehr als 250’000 Kilometer Streckennetz befahren werden. Je nach Alter und gewählter Option zu verschiedenen Preisen. Für Jugendliche zum Beispiel kostet ein 2.-Klasse-Ticket für 15 Tage derzeit 237 Franken.

Hinter dem Boom stecke – in Zeiten der Billig-Flieger – ein veränderter Geist, sagt Engels: «Heutzutage steht wieder vermehrt das Reiseerlebnis im Vordergrund. Gerade für die neue Generation zählt Erfahrung wieder mehr als Besitz und Status.» Interrail werde aber auch stark beworben, vor allem auch auf den sozialen Medien offenbar mit Erfolg: So gibt es nur schon auf der Foto-App «Instagram» weit über 600'000 Einträge zum Hashtag «Interrail».

Verachtfachung bei den Interrail-Rentnern

Interrail wurde 1972 von mehreren europäischen Eisenbahn-Gesellschaften gemeinsam aus der Taufe gehoben. Die Bahnen nahmen schon damals den Zeitgeist auf: Die 68er-Generation wollte nicht mehr pauschal verreisen wie ihre Eltern. Sondern mit dem Rucksack. Damals schaffte Interrail Aussergewöhnliches: Den Kontinent nach zwei Weltkriegen auf neue Art zu verbinden – indem es Europa erlebbar machte.

Allerdings hat sich auch viel verändert. War «Interrail» früher auf Jugendliche beschränkt, gibt es die Pässe heute für alle Altersklassen. Auch das mit Erfolg: Die Zahl der Interrail-Rentner verzeichnet einen beachtlichen Anstieg. «Im Seniorenbereich haben wir eine Verachtfachung in nur zwei Jahren», sagt Doro Engels. «Die heutigen Senioren sind jung in Geist, offen und gesundheitlich fit.» Und: Sie würden sich noch aus ihrer Jugendzeit an Interrail erinnern – und wie als 20-Jährige wieder mit dem Zug verreisen.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Käppeli (thkaepp)
    Die Einführung des Interrail deckte sich perfekt mit meiner Lehrzeit. Knappes Budget, aber ein unheimlicher Drang die Welt zu entdecken. In vier aufeinanderfolgenden Sommerferien führte es mich mit meinem Ausbildungskollegen zum Nordkap, Paris, London, Istanbul und Marrakesch. Wobei, soviel ich mich erinnere, für die beiden Letztgenannten ab der Grenze die Billette (günstig) zugekauft werden mussten. Wo gerade keine ÖV vorhanden, überbrückten wir mit dem damals noch populären Autostopp.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Sie fahren durch ganz Europa und schauen in den Zügen nur in ihr Handy, die Landschaften bemerken sie gar nicht. Die Hauptsache ist doch sagen zu können ich war hier und dort. Es ist sehr schade, dass die moderne Technik so viel negatives bewirkt.
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Aber immer noch besser, das Gefühl zu haben, ich befinde mich auf einer Reise. Ich bekomme wieder die Distanz mit. Im Flugzeug falle ich nach 1 bis 2 Stunden vom Himmel und bin da. Und wer wirklich interessiert ist, wird auch den Blick vom Handy nehmen und die Landschaft sich betrachten. Man muss halt immer beschäftigt sein, das ist leider unser Zeitgeist. Das Wort Muse und Nachdenklichkeit kann man aus dem Vokabular streichen.
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    2. Antwort von Hans Fürer (Hans F.)
      Ja, das kann man unbegreiflicherweise sogar auf den landschaftlich allerschönsten Strecken der Schweiz beobachten, wie zum Beispiel zwischen Zermatt und dem Gornergrat.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
    Und hätten die Jugendherbergen in der Schweiz nicht so überrissen Preise, könnten auch wir mehr Ausländische Jugendlichen begrüssen. Wenn ich mit Jungen Menschen spreche dann wollen sie nicht wie in St. Moritz ein aufgemotzte Jugendherberge, sondern eine gute, einfache und günstige Übernachtung! Kostet eine Übernachtung Fr. 117 , Heute wurde sogar eine Werbung gestartet es Koste im Moment nur Sensationelle 47 Euro. Vergleich Mlalaga 18, Sevilla, 22, Paris 34 und Amsterdam 27. Noch Fragen?
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    1. Antwort von Astrid Meier (Swissmiss)
      Ja: warum nicht ins Mehrbettzimmer in der Jugi St. Moritz? Dort kostet das Bett eigentlich immer um die 47 Euro, inklusive ausgiebiges Frühstück. Und: wieviel verdient das Personal in Sevilla, Málaga, Paris oder Amsterdam?
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