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Verkehrskollaps am Gotthard Rekordstau am Karfreitag

Reisende Richtung Süden mussten sich am Karfreitag so lange gedulden wie noch nie: Der Stau am Gotthard erreichte mit 14 Kilometern Rekordlänge für diesen Feiertag. Um 20 Uhr war die Strecke schliesslich wieder frei befahrbar.

Legende: Video Seit Donnerstag ist's vorbei mit freier Fahrt abspielen. Laufzeit 0:35 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 14.04.2017.

Für Oster-Reisende auf dem Weg in den Süden ist der Gotthardtunnel in der Schweiz erneut zum Nadelöhr geworden. Die Wartezeit betrug bis zu zweieinhalb Stunden. Grund für den grossen Ansturm waren wohl vor allem die schlechten Oster-Wetterprognosen für die Alpennordseite.

Stau die ganze Nacht über

Die ersten Blechschlangen am Gotthard bildeten sich bereits am Vortag um 6 Uhr früh. Seither hat sich gemäss dem Verkehrsinformationsdienst Viasuisse der Stau nicht mehr aufgelöst. Am kürzesten war der Stau gegen halb vier Uhr am Freitagmorgen mit vier Kilometern und 45 Minuten Wartezeit.

Bereits um 6.30 Uhr am Freitagmorgen war die Blechlawine vor dem Gotthard-Nordportal dann 14 Kilometer lang. Dies sei ein Rekordwert für einen Karfreitag, bestätigte Angela Pasquariello von Viasuisse. Erst gegen 16 Uhr wurden die Kolonnen langsam kürzer. Um 20 Uhr war die Strecke schliesslich wieder frei befahrbar.

Auch Alternativrouten verstopft

Auch auf den Alternativrouten mussten sich die Autofahrer gedulden. Auf der A3 Richtung Chur standen Reisende bis um 12 Uhr ab Niederurnen bis zum Kerenzerberg-Tunnel wegen eines Unfalls über eine Stunde im Stau. Auf der San-Bernardino-Route betrug der Zeitverlust ab Chur bis zum San-Bernardino-Tunnel eine Stunde. Zudem musste der Tunnel wegen eines Pannenfahrzeuges vorübergehend gesperrt werden.

Auch die Zufahrt zum Grossen St. Bernhard war am Freitag verstopft mit Wartezeiten von bis zu 45 Minuten. Wer über den Mont-Blanc-Tunnel auswich, stand indes zwei Stunden im Stau. Auf vielen Alpenpässen besteht noch Wintersperre, weshalb die Wege in den Süden eingeschränkt sind.

Volle Züge Richtung Süden

Auch die Züge in Richtung Süden kommen in diesen Tagen an ihre Kapazitätsgrenzen. Wie die SBB mitteilt, sind die Züge durch den Gotthard stark ausgelastet.

Mit 25 Extrazügen ins Tessin will die SBB, Link öffnet in einem neuen Fenster diesen Andrang bewältigen. Diese sind zwischen Karfreitag und Ostermontag im Einsatz. Ausserdem fahren drei Extrazüge ins Wallis. Insgesamt stellt die SBB 46'000 zusätzliche Plätze zur Verfügung.

Ab Ostern verkehren zudem neu auf der Gotthard-Bergstrecke zusätzliche Züge. Im Auftrag des Kantons Uri verkehrt ab Karfreitag jeweils am Freitag, Samstag und Sonntag um 6:55 Uhr eine Frühverbindung ab Göschenen direkt nach Bellinzona, Lugano und Mailand.

Laut der SBB wird das Angebot ergänzt mit einem Weekend-Zug ab Zürich mit Halt in Flüelen, Erstfeld, Göschenen und Bellinzona. Damit erhalte das Urner Oberland eine attraktive Frühverbindung in die Südschweiz und nach Mailand.

Schönes Osterwetter nur im Süden

Das schöne Wetter in der Südschweiz und in Südeuropa lockt umso mehr, weil das Wetter am Osterwochenende auf der Alpennordseite sehr wechselhaft sein wird. Im Süden hingegen wird es von Karfreitag bis Ostermontag viel Sonne und warme Temperaturen geben, prognostiziert SRF Meteo.

In der kommenden Osterwoche droht aber ein Kälteschock. Ein hartnäckiger Tiefdruckwirbel über dem Baltikum schaufelt ab Sonntag sehr kühle Luft zur Alpennordseite, in der Folge könnte es bis in tiefere Lagen schneien.

Legende: Video Von der Autobahn in die Verkehrszentrale abspielen. Laufzeit 2:20 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 13.04.2017.

Verkehrsinformationen

Staukarte von viasuisse
Legende: Viasuisse

Über die aktuelle Verkehrslage können Sie sich hier bei Viasuisse informieren.

Extrazüge nach Süden

In den Extrazügen der SBB können teilweise noch Reservationen vorgenommen werden. Alle weiteren Informationen auf www.sbb.ch/ostern und SBB Mobile.

42 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Fürer (Hans F.)
    Vor der Abstimmung hat sich BR Leuthard vehement für den Bau des 2. Gotthard-Strassentunnels eingesetzt und versprochen, der Verkehr werde auch nachher nur 2-spurig durch den Berg geführt. Wer nimmt ihr das heute noch ab? Denn so bald es ab 2030 zu 14 km langen Staus kommen wird, werden zweifellos umgehend alle 4 Spuren freigegeben, Versprechen hin oder her, zuerst für die Festtage und die Ferienzeit, bald darauf als Regelfall. Garantiert! Dies zum Thema "Vertrauen in die Politiker".
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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    So geht Energiewende!
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Wunderbar, freie Wege für die Wanderer...und gute Fahrt für die ÖV-Benutzenden! Hinzu kommt natürlich noch der Aspekt der massiven Umweltverschmutzung durch die Masse an laufenden Motoren der "wunderschönen, gepflegten, mit allen technischen Schikanen ausgestatteten, heissgeliebten "AUTOs".....aber das nur nebenbei...ansonsten, muss man sich schon um die Welt, das Elend, die Not kümmern....
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