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Schweiz Robocare: Skepsis in Altersheimen und Spitälern

Nicht mehr Science Fiction: Roboter erobern langsam aber stetig ihren Platz im Gesundheitswesen. Das wirft Fragen auf und stösst auch auf Widerstand. Warum Roboter in Zukunft auch in Spitälern eingesetzt werden, aber die Menschen in der Pflege nie ersetzen können.

In Japan gehören Roboter zum festen Bestand im Spital-Alltag. Ein Roboter fährt den Spitalgang entlang.
Legende: In Japan gehören Roboter zum festen Bestand im Spital-Alltag. Keystone

Pflegerin Sonja klagt nach einem langen Arbeitstag oftmals über Rückenbeschwerden. Das Umlagern von Patienten oder das Tragen schwerer Lasten macht ihrer Gesundheit zu schaffen.

Ganz anders bei Günther.  Er verspürt keine Schmerzen: Günther ist ein Transportroboter. Er wird im Klinikum Offenbach in Deutschland eingesetzt.

Auch in anderen Spitälern der Welt sind solche stummen Helfer unterwegs, weiss Robotik-Professor Rolf Pfeiffer von der Universität Zürich: «Einerseits ist der Roboter für ganz profane Funktionen, wie Reinigungs-, Überwachungs- und Transportfunktionen einsetzbar. Andererseits hat man auch angefangen Roboter-Assistenten für Pflegepersonal zu entwickeln. Dort sehe ich ein grosses Potential für Roboter.»

Der Einsatz von Robotern könnte im Gesundheitswesen aber noch viel weiter gehen.

In Japan und Korea entwickelt man bereits Roboter, die auch mit den Leuten interagieren können. Sie machen zum Beispiel Gedächtnistraining oder Spiele mit den Patienten, so dass deren Gehirnfunktionen trainiert werden.

Roboter, die in der Pflege Routine- und schwere Arbeiten abnehmen, machen durchaus Sinn. Das stellt ganz aktuell auch die Studie «Robotik in Betreuung und Gesundheitswesen» fest. Vor allem wegen der Personalknappheit in den Spitälern. Studienleiterin Heidrun Becker: «Der Arbeitskräftemängel im Gesundheitsbereich könnte teilweise kompensiert werden. Gleichzeitig könnte die Qualität der Versorgung sichergestellt werden. Das wären Chancen für die Gesellschaft.»

Pflege durch Roboter birgt auch Risiken

Doch die Studie des Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung TA-SWISS benennt auch Risiken für die Patienten: «Der Nutzer könnte weniger direkten Kontakt mit Menschen haben. Er könnte sich durch die Monitore überwacht fühlen.»

Auch tauche der Begriff Würde immer wieder auf und ein Mangel an Fürsorge könne auch ein Risiko sein.

Trotz dieser Bedenken: für Robotik-Forscher Pfeiffer keine Gründe, den Robotern in den Spitälern den Stecker zu ziehen: «Ich denke, ein Risiko gibt es sicher. Aber es kommt darauf an, wie man mit dieser Technologie umgeht. Einfach wegen dem Risiko gar nicht erst damit zu experimentieren, wäre meines Erachtens ein grundsätzlicher Fehler.» (basn)

16 Kommentare

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  • Kommentar von Rüdiger Hauser, Meilen
    SRF macht auch den Dauerfehler, dass sie Leute begragen, die vollends befangen sind. Wer kann eine distanziert aufgeklärte und gesund ausgewogene Position einnehmen, wenn er von der Sache finanziell abhängig ist? Braucht es Bürgerkrieg, damit die Vernunft und Klarheit, Gemschaft und Brüderlichkeit gegen Verdrehung, Lüge, Gier+Co durchkommen. Man hatt 1000 Technikhelfer und Kommunikationsmittel, doch Zugang zu seinem eigenen inneren Gleichgewicht, seiner Mitte wird damit umso mehr... Teufele...
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  • Kommentar von Robert Hauser, Meilen
    Wir hatten noch nie soviel Arbeitslose Menschen. Eliten häufen Geld+Macht an. Degenerierte Feuden bzw. Kompensationen. Krankheiten Erobern die Welt. Unnatürlichkeiten, Künstlichkeiten, Nahrungsmittelskandale am Laufmeter, Finanzdebakel am Abgrund von Staatsbankrotten, exhorbitante Militärausgaben, Bildungs- und Schulmiseren da+dort, Amokläufe... Wann kommt der Mensch vom EGO los? The clash of human n maschin hat längst begonnen. Macht+Geld blenden wie Bibel. Brüderlichkeits+Natürlichkeit...
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  • Kommentar von T. Käppeli, Guatemala Ciudad
    Von Roboter Todgepflegt werden? Nein Danke. Im Kinderspital mögen die Dinger gut ankommen, da die Kids ihre Freizeit oft in der virtuellen Welt verbringen. Eine betagte Person braucht im Lebensabend vor allem den direkten zwischenmenschlichen Kontakt. Freundliche Worte oder small talk, über den Kopf streichen oder Hand halten, kann kein Roboter einen Menschen aus Fleisch, Blut mit Seele ersetzen. Leider sind wir selber zur Fliessband-Industrieware degeneriert. MfG
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