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Schweiz Rotterdam macht Druck auf Basler Rheinhäfen

Seit jeher verbindet der Rhein Basel mit Rotterdam. Der dortige Hafen wurde in den letzten Jahren stark ausgebaut. In Basel ist zwar auch ein neuer Terminal geplant, für Bundesbern hat er aber keine Priorität. Eine Schweizer Delegation ist nun einer Einladung in die niederländische Stadt gefolgt.

Der Rotterdamer Hafendirektor Hans Smits kommt bei der Begrüssung der Vetreter der Verkehrskommissionen des National- und Ständerates gleich auf den Punkt: «Wir fühlen uns mit Ihnen verbunden. Zwischen Rotterdam und der Schweiz fliessen jährlich 5 Millionen Tonnen Güter hin und her, vor allem über die Binnenschifffahrt.» Mehr als doppelt so viele würden es in 15 Jahren sein.

Mit dem Ausbau des Hafens, der sogenannten zweiten Maasvlakte, hätten sie die Weichen gestellt. «Das heisst auch, dass wir uns gemeinsam für eine reibungslose Logistikkette zwischen Rotterdam und der Schweiz einsetzen müssen», appelliert Smits an die angereisten Schweizer Parlamentarier. Zu dieser reibungslosen Logistikkette gehört wohl auch ein zusätzlicher Container-Terminal im Norden von Basel. Aber diesen Wunsch spricht der Gastgeber nicht laut aus.

Zusätzliche Hafenbecken gross wie 2500 Fussballfelder

Der Rotterdamer Hafen ist in den letzten Jahren um einen Fünftel gewachsen. Dieses neue Gebiet, die zweite Maasvlakte, ist so gross wie 2500 Fussballfelder. Hier entstehen riesige Hafenbecken, wo in Zukunft Schiffe mit einem Tiefgang von bis zu 20 Metern ihre Ladung löschen können. In den nächsten 20 Jahren soll der Hafen noch weiter ausgebaut werden.

«Da spürt man praktisch die Globalisierung»

Die Schweizer Parlamentarier staunen. «Ich bin erschlagen von dieser Grösse, ich hätte das nie geglaubt», sagt der Basler Ständerat und Delegationschef Claude Janiak von der SP. Seinem Walliser CVP-Kollegen René Imoberdorf, Vizepräsident der ständerätlichen Verkehrskommission, geht es ähnlich: «Hier sieht man effektiv den Lagertransport aus aller Welt. Da spürt man praktisch die Globalisierung.»

Mit dem Besuch in Rotterdam wird René Imoberdorf die Wichtigkeit der Basler Häfen bewusst. Ähnlich geht es Nationalrat Ulrich Giezendanner. In Zukunft gebe es in der Schweiz keinen Kampf mehr zwischen Schiene und Strasse. In Zukunft gehe es bloss noch darum, wie der Güterstrom bewältigt werden könne. Über den Terminal in Basel Nord brauche man gar nicht mehr zu diskutieren.

Künftige Terminals müssen trimodal sein

«Es ist für mich so sicher wie das Amen in der Kirche, dass Basel Nord kommt. Ich werde mich auch einsetzen dafür, aber es wird für mich nach dem heutigen Tag klar, dass Gateway Limmattal nicht kommt», sagt der Aargauer Transportunternehmer. Weshalb nicht? «Es darf kein Terminal mehr gebaut werden, der nicht trimodalen Verkehr aufnehmen kann. Er muss für Wasser, Schiene, Strassen zusammenarbeiten. Gateway ist ein reiner Bahnterminal. Das ist eine Utopie.»

Zweifellos: Rotterdam hat Eindruck gemacht auf die National- und Ständeräte. Ob dadurch die Basler Rheinhäfen schneller ausgebaut werden, ist noch nicht entschieden. Für Ständerat Claude Janiak ist hingegen klar: «Wir können nicht immer darauf warten, bis der letzte in Bern die Botschaft verstanden hat.»

5 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    U. Giezendanner bringt es auf den Punkt. Jeder Spediteur und alle die mit Transporten in diesem Lande zu tun haben wissen es. Das hat mit Erpressung von Seiten der NL-Hafenbehörden nicht das Geringste zu tun. In dieser Bereich muss es eine überregionale Zusammenarbeit mit DE u. FR. geben um die nötigen Infrastrukturen auszubauen und die admin. Hürden abzubauen.
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  • Kommentar von Mike Steiner, Winterthur
    Das ist ja eher die Unterbreitung eine Chance als ein Druckversuch. Aber auch hier brauchen wir uns keine Illusionen machen: Wir schaffen es ja nicht mal, die Anbindung an die NEAT für Transitgut auszubauen (im Gegenteil, wir legen Terminals still), obwohl wir ja ach-so-ökologisch sein wollen. Wie wollen wir denn auf diese Chance reagieren...? Gute Nacht, schlaft gut...
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  • Kommentar von Verfena Eberhard, 5722 Gränichen
    na ja mit vollen Händen mit gestohlenem Gut, denn das Geld liefert das Volk und das Volk ist mit der heutigen Regierung nicht mehr zufrieden.
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