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Schweiz Rütli soll bald auch den Parteien offenstehen

Das Rütli – ein mystischer Ort, die Wiege der Eidgenossenschaft. Bislang galt: Parteipolitik hat auf der Wiese nichts verloren. Das könnte sich nun ändern.

Blick auf das Rütli von Seelisberg aus
Legende: Blick auf das Rütli von Seelisberg aus. Vorn das Urnerbecken des Vierwaldstättersees. Keystone

«Das Rütli ist nur eine Wiese mit Kuhdreck.» Kein linker Nestbeschmutzer, sondern ausgerechnet ein glühender Patriot zog 2007 so über diese mythische Weide am Urnersee her. Das rechte Lästermaul hiess Ueli Maurer, damals noch SVP-Chef.

Aber eigentlich giftelte Maurer einst gar nicht gegen die abschüssige Matte mit den braunen Fladen, sondern gegen eine rote Bundespräsidentin, die den 1. August just an der nationalen Pilgerstätte zelebrieren wollte. Das ist alles längst vorbei.

Maurer ist mittlerweile Bundespräsident und Calmy-Rey im Ruhestand. Aber die Diskussionen um das Rütli als politische Spielwiese rissen bis heute nicht ab, obschon die Nutzung der Wiege der Eidgenosschaft für parteipolitische Anlässe untersagt ist.

Dieses strikte Parteien-Nein der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG) – sie ist die Verwalterin des Rütlis – wird jedoch jetzt gelockert, wie der «Blick» heute schreibt.

«Was trennt und polarisiert, möchten wir nicht»

SGG-Geschäftsleiter Lukas Niederberger betont zwar gegenüber Radio SRF, das Rütli dürfe nicht für partiukläre Ziele oder kommerzielle Zwecke genutzt werden. Das schliesst jedoch parteipolitische Veranstaltungen auf der Rütliwiese künftig nicht mehr gänzlich aus. «Man wird politischen Parteien aber sicher nicht ihr Jubiläum oder ihr Jahresfest verbieten», so Niederberger. Alles, was der Einheit, der Vielfalt und der Integration in der Schweiz diene, sei gut. «Alles, was eher trennt und polarisiert, das möchten wir nicht.»

Was man auf der historischen Lichtung am Urnersee klar nicht will, formuliert Niederberger so: «Wenn wenige Monate vor einer Initiative oder vor Wahlen nur Werbung oder Propaganda betrieben wird, kann das nicht im Interesse der gesamten Eidgenossenschaft sein.»

Bundeskanzlei prüft

Tönt zwar gut: Aber die Trennlinie zwischen fröhlichem Parteifest auf dem Rütli und knallharter Politpropaganda an gleicher Stelle dürfte nicht ganz einfach zu ziehen sein. Das neue Rütli-Benutzungsreglement liegt derzeit zur Prüfung bei der Bundeskanzlei. Es soll bereits ab nächstem Jahr gelten.

20 Kommentare

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  • Kommentar von Verena Eberhard, 5722 Gränichen
    ich finde die SP und die Grünen haben auf dem Rütli nichts verloren. Mit ihrer schweizerverachtenden und schweizvernichtenden Politik sind sie dort fehl am Platz.
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Es ist undemokratisch, wenn man gewissen Volksschichten der Besuch des Rütli verbieten will.
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  • Kommentar von Marlies Artho, Schmerikon
    Wir wollen sein ein einig Volk und dies sollten sich die Parteien auch merken, denn sie sollten eigentlich das Vorbild des Volkes sein. Somit ist die heutige Politik, ein Abbild unserer Gesellschaft. Auseinandersetzungen gibt es immer, nur sollte man auch bereit sein für Lösungen. Die Erfahrungen und Geschichte wird heute immer noch nicht verstanden, dass ein friedliches zusammenleben nur funktioniert, wenn man bereit ist einander entgegen zu kommen. Miteinander sind wir Stark, nicht Gegenein.
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    1. Antwort von Walter Kathriner, Sarnen
      sehr gut Marlis Artho, wenn Sie nur nicht immer die Brandstifter, mit Blocher als Führer, die seit dreissig Jahren ihr Unwesen treiben, unterstützen und verteidigen würden. Stellen Sie sich doch mal in die Mitte, dann sehen Sie von dort aus, beide Extreme. Auch unter den Blogger/Innen.....Seit den Achtundsechzigern schaukeln sich diese beiden Extreme tief bis zur absoluten Verblödung.
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    2. Antwort von Marlies Artho, Schmerikon
      W. Kathriner da mögen Sie recht haben, bin nicht sicher ob wirklich nur eine Person "Brandstifter" sein kann? Leider habe ich wirklich von beiden Seiten eine tiefe Unnachgiebigkeit bemerkt, also vor allem von Rechts und Links, extremen. Bei meiner Verteidigung, geht es mir nicht nur um die Person Blocher, es ist vielmehr ein aufzeigen, dass man vielleicht das negative nicht immer nur auf eine Person beschränken kann, an sonst wird eine Blockade aufgebaut. Für die Mitte ist dies nicht einfach!
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    3. Antwort von Marlies Artho, Schmerikon
      Fortsetzung Leider weiss ich auch nicht, wer gefährlicher sein sollte, wenn zwei extreme zusammen treffen, das ist ja das traurige. Denke einfach, dass solche Extreme, leider der Bevölkerung, mehr schadet als dient, weil vieles blockiert wird. Darum wäre es wünschenswert, dass man sich vielleicht einmal Gedanken macht, dies aber auf beiden extremen Seiten betreffend Veränderung, der verhärteten Situation. Friedensbemühung nennt man dies. Danke für Ihre Antwort auf mein Kommentar. Schöner Sonntag
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    4. Antwort von Albert Planta, Chur
      Marlies Artho, Schmerikon Warum verteidigen sie dann immer die Belange der SVP?
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  • Kommentar von Fadri Pitsch, 8004 Zürich
    Frau Zelger beleidigt erneut Alt BR Schmid. Solchen Menschen ist leider nicht zu helfen. Die Schuld die diese Menschen auf sich laden ist nicht zu unterschätzen. Am besten ist es wenn man solchen Menschen aus dem Weg geht. Diese sind Unbelehrbar. Auf dem Rütli ist es am schönsten wenn niemand spricht. Ob alles so stattgefunden hat spielt eigentlich heute nicht mehr so erine grosse Rolle,da jeder Historiker etwas anderes erzählt.
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    1. Antwort von Marlene Zelger, 6370 Stansd
      Danke, Herr Pitsch. Und ich erlaube mir zu behaupten, dass Sie diejenigen unterstützen, die SVP Politikerinnen und -politiker, vor allem Ch. Blocher diffamieren und aufs erbärmlichste mit Argumenten, die unter die Gürtellinie reichen, verdrecken. Stimmt's oder hani rächt?
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    2. Antwort von Marlene Zelger, 6370 Stans
      Danke für Ihren Richterspruch. Sie gehören wohl zu denen, die mit diffamierenden Argumenten unter der Gürtellinie über Christoph Blocher herziehen. Stimmt doch, oder? Wasser predigten und Wein trinken, das liegt doch den Linken besonders.
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    3. Antwort von Albert Planta, Chur
      Marlene Zeiger, 6370 Stansd Jede Bevölkerungsschicht/Interessensgruppe hat Anrecht auf eine politische Vertretung. Pateien, die sich anmassen das ganze Volk zu vertreten gleiten ins Totalitäre ab. Die Geschichte hat es zur Genüge bewiesen.
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