Saisonal bedingt weniger Asylgesuche im ersten Quartal

Die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz ist im ersten Quartal 2015 um einen Fünftel zurückgegangen. Dies ist aber nur saisonal begründet, weil die Reise nach Europa im Winter schwieriger ist. Die Flüchtlingswelle über das Mittelmeer hat sich noch nicht ausgewirkt.

4489 Personen haben in den ersten drei Monaten 2015 in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt. Saisonal bedingt waren es damit 21 Prozent weniger als im letzten Quartal des Vorjahres.

Zwei eritreische Asylsuchende stehen am Waschbecken in einer Zivilschutzanlage.

Bildlegende: Wegen der Wintersaison mit erschwerten Reisebedingungen ist die Zahl der Asylgesuche im ersten Quartal zurückgegangen. Keystone

Wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) mitteilte, erschwere sich im Winter die Reise nach Europa aus Witterungsgründen. Darum könnte sich die Zahl der Asylgesuche in den kommenden Monaten wieder ändern. Die bekannt gewordenen Bootsdramen der vergangenen Tage zeigten, dass wieder mehr Flüchtlinge den Weg übers Mittelmeer nach Europa wagen.

Verglichen mit den Zahlen vom Vorjahr verringerten sich im ersten Quartal 2015 die Asylgesuche um 8 Prozent. Im März 2015 wurden aber bereits 1500 neue Asylgesuche registriert, 76 mehr als im Februar (+5 Prozent).

Viele Eritreer, Halbierung bei Syrern

Am meisten Gesuche im ersten Quartal 2015 stammen von Personen aus Eritrea (562). Im Vergleich zum letzten Quartal 2014 hat sich die Zahl der Gesuche von Eritreer aber mehr als halbiert (-53,2 Prozent). 224 dieser Gesuche betreffen in der Schweiz geborene Kinder eritreischer Eltern, die sich im Asylverfahren befinden oder vorläufig aufgenommen sind, schreibt das SEM.

Bei den Herkunftsländern folgt Sri Lanka mit 435 Personen und Syrien mit 391 Personen. Während die Zahl der Gesuche aus Sri Lanka laut SEM praktisch stabil geblieben ist, kam es bei Gesuchen aus Syrien fast zu einer Halbierung (-48,6 Prozent). Dieser Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass die meisten Personen, die im Besitz eines erleichtert erteilten Visums waren, bis Ende 2014 in die Schweiz eingereist sind und um Asyl ersucht haben. 2015 gab es folglich nur noch vereinzelte Asylgesuche syrischer Staatsangehöriger.

Abwanderung aus dem Kosovo

Eine steigende Zahl von Asylgesuchen verzeichnete das SEM auch aus dem Kosovo (265 Gesuche, +74,3 Prozent) und etwa der Ukraine mit 114 Gesuchen (+93,2 Prozent). Die Zunahme kosovarischer Asylsuchender steht im Zusammenhang mit der Abwanderung von Zehntausenden Personen seit Oktober 2014. Die überwiegende Mehrheit reiste via Ungarn nach Deutschland. Über 21‘000 Asylsuchende wurden allein in Deutschland im ersten Quartal 2015 gezählt. Mitte Februar kam die Abwanderung aus dem Kosovo nach Informationskampagnen und einer verstärkten Überwachung der ungarisch-serbischen Grenze schliesslich zum Stillstand.

Die Behörden erledigten im ersten Quartal 7397 Gesuche in erster Instanz. Ende März waren rund 14'200 Asylgesuche hängig, 2300 Personen sind aus der Schweiz ausgereist oder wurden zurückgeführt. 583 von ihnen reisten kontrolliert selbstständig aus, 965 Personen wurden in ihren Heimatstaat und 752 Personen in einen Dritt- oder Dublin-Staat zurückgeführt. 1604 Personen sind unkontrolliert abgereist oder untergetaucht.