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Schweiz Santésuisse-Chef fordert 500 Franken Minimalfranchise

Heinz Brand ist seit 100 Tagen Präsident von Santésuisse. Der Verband vertritt die Krankenversicherungen von knapp fünf Millionen Personen. Nun bezieht der SVP-Politiker erstmals Position – und macht dabei konkrete Sparvorschläge.

Heinz Brand sitzt vor den Medien und gestikuliert mit den Händen.
Legende: Höhere Franchisen und ein reduzierter Leistungskatalog, so will Heinz Brand Kosten senken. Keystone

Fünfter Stock im Berner Hotel Bellevue. Hier, im Fitness-Studio des Hotels, skizziert der Bündner SVP-Nationalrat Heinz Brand seine Ideen zum Schweizer Gesundheitswesen. Während der Sessionen ist der SVP-Nationalrat eigenen Angaben zufolge jeden Morgen schon um 5 Uhr hier anzutreffen.

Brand hat den Ort nicht zufällig gewählt, sondern weil «eine persönliche Fitness sehr viel dazu beiträgt, dass man Kosten im Gesundheitssektor vermeiden kann». Wer sich fit halte, helfe mit, Kosten zu sparen. Eigenverantwortung ist zentral für Brand – und daher ist der neue Santésuisse-Präsident auch der Meinung, dass «die Anhebung der Minimalfranchise die Eigenverantwortung stärken würde».

Prävention über das Portemonnaie

Denn «wenn es ans Portemonnaie geht», das wisse man aus anderen Bereichen, «dann beginnt die Vorsicht, dann beginnt die Prävention». 500 Franken statt 300 Franken soll die minimale Franchise kosten, die Patienten selber zahlen müssen. Die höchste Franchise – sie beträgt heute 2500 Franken – dürfe dafür durchaus noch höher sein, fordert er.

Der Santésuisse-Verbandspräsident geht damit auf Konfrontation mit SP-Gesundheitsminister Alain Berset. Dessen Bundesamt für Gesundheit BAG überprüft derzeit das Franchisensystem und hat dabei speziell die höchsten Franchisen im Visier. Dass Versicherte mit tiefem Selbstbehalt mehr an ihre Behandlungskosten zahlen sollen, davon ist beim BAG nicht die Rede.

«Man muss auch streichen können»

Kosten senken will Brand aber auch, indem der Leistungskatalog der Grundversicherung ausgedünnt wird. «Es ist unerlässlich, dass man solche Sachen auch einmal streicht. So wie man hinzufügt, muss man auch streichen können.»

Mit Eigenverantwortung will Brand auch beim eigenen Verband ansetzen. Denn seit der Abspaltung gewichtiger Krankenkassen und der Gründung des Konkurrenzverbands Curafutura spricht die Branche nicht mehr mit einer Stimme.

Das könne zu Ineffizienz führen, gibt Brand zu. «Ich kann Ihnen aber sagen, dass zwischen Curafutura und Santésuisse kein Weltmeer liegt.» So sei er zuversichtlich, dass die beiden Verbände etwa bei Tarifverhandlungen einen Weg fänden, um geeint aufzutreten. Entsprechende Gespräche liefen.

Das Prinzip Eigenverantwortung soll nach Brands Ansicht auch für Fitnesszentren gelten. Dass die Krankenkassen Fitnessabos von Versicherten zahlen müssen, wie es eine neue Volksinitiative des Schweizer Fitness- und Gesundheitscenterverbands verlangt, lehnt er ab. Versicherungen seien kein Selbstbedienungsladen.

38 Kommentare

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  • Kommentar von Albert Planta, Chur
    Auf Brändli folgt Brand. Es ähneln sich nicht nur die Namen. Als Kunde, Entschuldigung , als Benutzer weiss man was man nicht hat.
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  • Kommentar von H. Itschner, Kempten
    Alle reden von Gesundheit. Angeborenes, Chronisches und Vererbtes wird gern vergessen. Wer mehr zum Arzt muss, bezahlt mehr. Die Prämien und immer mehr Medis bezahle ich selbst. Dazu kommen die Franchise und der Selbstbehalt. Allgemein Versicherten wird die Hauswirtschaftliche Leistung der Spitex nicht bezahlt. Schon mit den Prämien werden die Arztkosten praktisch selbst bezahlt.
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  • Kommentar von Martha Bosshard, Grabs
    Da wird aber wacker auf Herrn Brand rein gehauen. Dabei bemüht er sich nur, dass alle weniger bezahlen müssten. Fragt doch mal Eure Krankenkasse an (und vielleicht auch noch andere) wieviel weniger man mit der höchsten Franchise monatlich bezahlt. Mehr oder weniger gesunde Leute können 2-3 mal zum Arzt und zahlen immer noch weniger als mit den 300 Franken. Sollte man mehr Pflege benötigen, kann man immer noch wechseln.
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