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Schweiz SBB spart und streicht Hunderte von Stellen

Die SBB muss massiv sparen und baut im grossen Stil Stellen ab: Bis Ende 2020 werden mindestens 900 Stellen gestrichen, die jährlichen Kosten sollen um 550 Millionen Franken sinken. Betroffen sind vor allem die Verwaltung und der Vertrieb.

Legende: Video SBB streicht fast 1000 Stellen abspielen. Laufzeit 1:33 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 05.11.2015.
  • Die SBB rechnet mit steigenden Kosten und muss deshalb sparen.
  • Mindestens 900 Stellen sollen bis 2020 abgebaut werden.
  • Die Billetpreise sollen nicht erhöht werden, gespart werden soll vor allem in der Verwaltung.

Bis im Jahr 2020 will die SBB die jährlichen Kosten um mindestens 550 Millionen Franken senken. Ab 2030 sollen es gar 1,75 Milliarden Franken sein. Deshalb lanciert sie ein Kostensenkungsprogramm.

Legende: Video SBB-Spitze zum Stellenabbau abspielen. Laufzeit 0:11 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.11.2015.

Kosten steigen stark

Man überprüfe – unterstützt vom Beratungsunternehmen McKinsey – das Angebot und die Betriebskonzepte, heisst es von der SBB. Schon jetzt ist aber klar: Das Personal trägt die Hauptlast des Sparprogramms, das zu einer Reduktion der jährlichen Kosten um 550 Millionen Franken führen soll. Bis Ende 2020 werden rund 900 Stellen abgebaut, vor allem in Verwaltung und Vertrieb. Auch die Führungsstrukturen sollen verschlankt werden. Um die Sparziele zu erreichen, könnte der Abbau noch stärker ausfallen, hiess es an der Medienkonferenz.

Hohe Kosten und neue Konkurrenz

Als Gründe für die Sparmassnahmen nennt die SBB die bis 2030 stark steigenden Kosten, die teure Infrastruktur sowie den Unterhalt. Diesen hat die Bahn in den vergangenen Jahren vernachlässigt. Der grosse Nachholbedarf ist deshalb einer der Faktoren für den Kostenanstieg.

Weil die die Konkurrenz durch andere Verkehrsträger wie Fernbusse oder in weiterer Zukunft selbstfahrende Autos ausserdem zunehmen dürfte, geht die SBB nicht davon aus, dass sie die Billetpreise wird erhöhen können. Auch deshalb müssten die Sparanstrengungen verstärkt werden, hiess es.

Wahrscheinlich kaum Entlassungen

Der Stellenabbau soll möglichst über Fluktuation und Pensionierungen erfolgen. Gleichzeitig will die Bahn mehr Lokpersonal, Ingenieure oder Lernende einstellen, um die Verkehrszunahme und den wachsenden Unterhalt sicherzustellen. Die SBB beschäftigt rund 28'000 Personen, die Fluktuation beträgt laut den Verantwortlichen sechs Prozent.

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals zeigt sich gegenüber SRF besorgt. Sie geht schon heute davon aus, dass weit mehr als 900 Arbeitsplätze verschwinden werden.

Züge besser auslasten

Doch die Bahn will es nicht allein beim Sparen bewenden lassen. Um wettbewerbsfähiger zu werden, plant sie auch mehr Investitionen in attraktive Angebote. Das heisst etwa, die Billettepreise sollen möglichst wenig steigen.

Legende: Video «Bahnstrecken in der Nacht sperren» abspielen. Laufzeit 0:26 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.11.2015.

Im Gespräch mit SRF sprach SBB-Chef Andreas Meyer sogar vom «Traum», die Billettpreise auch einmal senken zu können. Dies sei dann möglich, so Meyer, wenn unter anderem die Auslastung in den Zügen ansteige.

Auch an der Pressekonferenz machte der SBB-Chef deutlich, dass die SBB die Auslastung optimieren will. Dadurch würden die Kosten pro Personenkilometer gesenkt. Durchschnittlich seien die Züge nur zu 30 Prozent ausgelastet, sagte Meyer vor den Medien.

Als weitere Einsprungsmöglichkeit nannte Andreas Meyer die Streckensperrung in der Nacht. Dadurch könnten die Trassen für die Lieferanten effizienter genutzt werden. Zusätzlich müsste der Gleisunterhalt nicht so häufig unterbrochen werden.

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Johnny Torturo (Johnny T.)
    Wetten die SBB stellt bald wieder neue Leute ein, aber aus dem Ausland:)? Deutschland z.b. weil günstiger;)
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Bis zu 900 (!) Stellen abbauen, mehr Lokführer für immer MEHR Züge ausbilden, mehr Investitionen und kein Verlust der Bahnsicherheit! Irgend etwas passt da NICHT zusammen! Die schlechter bezahlten Lokführer oder die Traumberufs-Kandidaten in den Nachbarländer werden sich freuen: Um "Geld zu sparen" wird auch diehalbstaatliche SBB (noch mehr) auf AUSLAENDER(INNEN) in den Führerständen greifen! UEBERALL geht es nur noch ums GELD, SPAREN und EFFIZIENZ! Der CH-ler MUSS halt flexibel sein oder gehen!
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  • Kommentar von Paul Soltermann (ps)
    Die Bahn schafft Werte, welche von der Gesellschaft kostenlos uebernommen werden. Eine funktionalen Urbanisierung wird geschaffen. Die teuersten Flecken sind nahe beim Bahnhof und deren Egentuemer fahren die teuersten Autos und verlangen aber von der Bahn Servicereduktion bis zur Selbstzersoehrung ... seltsam, dass in China die Rechnung scheinbar aufgeht, selbst mit sehr viel Personal, hochmodernen Bahnhoefen und Heightech beim Rollmaterial ...
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