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Schweiz SBB: Weniger Gewinn trotz Passagierrekord

Die SBB hat 2013 so viele Reisende wie noch nie befördert – über eine Million Menschen pro Tag. Die Kosten, die damit entstanden, waren aber höher, als die Einnahmen, die der Passagieranstieg einbrachte. Ist die SBB ein Opfer ihres eigenen Erfolgs?

Legende: Video Weniger Gewinn trotz Passagierrekord bei der SBB abspielen. Laufzeit 1:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.03.2014.

Die Nachfrage nach den Leistungen der SBB ist im letzten Jahr gestiegen: Die Zahl der täglich mit der SBB fahrenden Passagiere nahm um 3,7 Prozent auf 1'002'000 Personen zu. Trotzdem sank der Gewinn um 43,6 Prozent auf 238,2 Millionen Franken, wie das Unternehmen mitteilte.

Mehr Kunden in Hauptverkehrszeiten

Höhere Trassenpreise und zusätzliche Unterhaltsarbeiten bei der Infrastruktur schlugen sich negativ in der Rechnung nieder, wie SBB-Chef Andreas Meyer gegenüber SRF erklärte. «Die Ertragskraft ist darum zurückgegangen, weil wir 128 Millionen Franken aus dem eigenen Sack in die Fahrbahn gesteckt haben, in die Erneuerung von Schienen in hochbelasteten Netzteilen.» Mit diesen Kosten hat die SBB nicht gerechnet.

Nicht nur die Infrastruktur bereitete Probleme, sondern auch die unterschiedliche Auslastung der Züge. Zu Stosszeiten sind sie rappelvoll, zu Randzeiten fast leer. Hier hat die SBB noch kein Rezept gefunden, wie Meyer eingesteht: «Es stimmt, dass die Zunahme der Kundschaft in den Hauptverkehrszeiten wieder überproportional zugenommen hat. Da müssen wir uns etwas einfallen lassen, unter anderem mit einer Lockerung des Tarifregimes.»

Kundenzufriedenheit leicht gesunken

Je mehr Menschen Zug fahren, desto mehr Menschen sind auch von Verspätungen betroffen. Die Pünktlichkeit der Züge lag 2013 zwar nach wie vor auf hohem Niveau, jedoch konnte mit 87,5 Prozent der Wert des Vorjahres (88,0 Prozent) nicht ganz erreicht werden – mit entsprechenden Konsequenzen bei der Kundenzufriedenheit. Diese ging um 0,3 Punkte auf 75,7 Punkte zurück.

Reagiert hat die SBB bereits auf die Kritik an der rigiden Durchsetzung der Billettpflicht in den Zügen. Dank angepassten Kulanzregeln habe sich die Situation merklich entspannt, sagte Meyer. Die Zahl der Reklamationen sei zurückgegangen.

Trassenkosten drücken aufs Ergebnis

Die Anzahl Personenkilometer erhöhte sich 2013 um 1,3 Prozent auf fast 17,8 Milliarden Kilometer. Ermöglicht wurde dies vor allem durch die Angebotsverbesserungen in der Westschweiz, namentlich die Verbindungen von Lausanne nach Genf und ins Wallis.

Das Spartenergebnis beim Personenverkehr konnte mit der insgesamt positiven Entwicklung nicht mithalten. Hier verdiente die SBB 64,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Gewinn schrumpfte auf 96,1 Millionen Franken.

Die im Dezember 2012 eingeführten Preiserhöhungen um durchschnittlich 5,2 Prozent brachten zwar Mehreinnahmen von 129 Millionen Franken. Damit konnten die höheren Trassenpreise von 163 Millionen Franken aber nur zu rund 80 Prozent gedeckt werden.

Schwarze Zahlen im Güterverkehr

Erstmals seit über 40 Jahren verzeichnete SBB Cargo ein positives Ergebnis. Die Güterverkehrstochter schrieb einen Gewinn von 14,7 Millionen Franken, nachdem sie im Vorjahr mit einem Minus von 51,2 Millionen Franken noch tief in den roten Zahlen steckte. Damit sei bei der Sanierung ein grosser Schritt gemacht worden, heisst es in der Mitteilung.

Legende:
Anzahl Passagiere bei der SBB: Im letzten Jahr nahm über eine Million Menschen pro Tag das Angebot der Bahn in Anspruch. Damit ist die tägliche Nutzung im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent gestiegen. SBB

Weniger Lohn

Das Gehalt von SBB-Konzernchef Andreas Meyer ist 2013 unter die Millionengrenze zurückgefallen. Meyer erhielt für 2013 eine Gesamtentschädigung von rund 943'698 Franken – knapp 9 % weniger als im Vorjahr. Die Gesamtentschädigung der Konzernleitung stieg auf 5,15 Millionen Franken nach 4,75 Millionen im Vorjahr.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    In einem Konzern (mit 27'000 Mitarbeitern), mit einer Jahresbilanz von mehreren Milliarden Franken, spielt der Jahresgehalt des obersten CEO wahrscheinlich eine untergeordnetere Rolle, als es die linken "Neider" und "Missgünstigen" immer wieder ins Feld führen! Wir ALLE (1'000'000 Benützer pro Tag), wollen immer schneller und bequemer von A nach B gelangen! Wir dürfen nicht immer "anderen" die Schuld zuschieben. (Ich war übrigens 40 Jahre lang Lokführer bei den SBB und ging gerne zur Arbeit!)
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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Die SBB als subventioniertes Staatsunternehmen sollte nicht Gewinn erwirtschaften, sondern einen guten Service public erbringen.
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  • Kommentar von P Zunger, Basel
    Absolut stossend, man wirtschaftet mit geschützem Umfeld (FABI, etc) schlechter, und trotzdem stiegen die Vergütungen der Geschäftsleitung um 400'000 CHF oder 8.4% (!). Die Abzockerei hat schon längst in die Staats- und staatsnahen Stellen übergegriffen, vor 2 Wochen wurde bekannt, dass die Bundesangestellen inzwischen die höchsten Löhne in der CH haben. Setzt man diese noch in Relation zur erbrachten Leistung, sind mit Garantie weit abgehoben von der Privatwirtschaft.
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