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Wie lange tanzt die Stinkwanze noch?
Aus SRF News vom 27.07.2019.
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Schädling aus China Ein kleiner «Samurai» soll die Stinkwanze stoppen

Die marmorierte Baumwanze macht der Landwirtschaft zu schaffen. Eine kleine Wespe aus China könnte helfen.

Halyomorpha Halys, so der wissenschaftliche Name der Marmorierten Baumwanze. Oder kurz: Stinkwanze. Viele sind ihr schon begegnet: im Garten, auf dem Balkon, auf dem Sofa. Fühlt sie sich bedroht, sondert sie ein stinkendes Sekret ab.

Marmorierte Baumwanze in Nahaufnahme.
Legende: Das Problem ist: Die Wanze ist sehr robust und hat hier kaum natürliche Feinde. Keystone

Vor rund 20 Jahren aus China eingeschleppt, hat sich die Wanze vor allem in den vergangenen zwei Jahren zu einem bedrohlichen Schädling in der Landwirtschaft entwickelt. Auch aktuell ist die Wanze auf dem Vormarsch. «Die Schäden in den Gewächshauskulturen nehmen gerade rasant zu», sagt Agronom Christof Gubler vom Zentrum Strickhof (ZH).

Die Wanze ist ein Allesfresser

Die Wanze frisst Gemüse und Früchte, aber auch Reben oder Nüsse. Schon Mitte Juli gab es laut Gubler im Raum Zürich Kulturen mit einem Ausfall bis zu 50 Prozent wegen Wanzeneinstichen. «Die Schäden sind grösser als letztes Jahr. Wobei man von einer späteren, aber grösseren Population reden kann – verglichen mit 2018», sagt Agronom Gubler.

Das Problem ist: Die Wanze ist sehr robust und hat hier kaum natürliche Feinde. Am internationalen Forschungsinstitut Cabi in Delsberg (JU) forscht Biologe Tim Haye, wie die Wanze zu stoppen ist. Der Deutsche gehört zu den weltweit führenden Experten.

Natürlicher Feind folgte der Wanze hierher

Die kleine Samurai-Wespe ist gerade mal zwei Millimeter gross: In China ist sie der natürliche Feind der Wanze. Die Wespenlarve frisst nämlich die Wanzeneier. Erst jetzt entdeckten die Forscher, dass die Wespe mittlerweile selber den Weg in die Schweiz gefunden hat. Sie wurde eingeschleppt – wie vor Jahren die Baumwanze.

«Wir haben nicht erwartet, dass sie schon nördlich der Alpen auftaucht. Wir waren sehr überrascht, dass wir sie schon jetzt in Zürich und Basel gefunden haben», sagt Haye. Letztes Jahr wurde die Wespe bereits im Tessin und Norditalien nachgewiesen.

Präventiver Einsatz im Gewächshaus

Noch braucht es viel Forschung. Denn wie die Wanze ist auch die Wespe fremd hier. Aber die Forschung hofft auf den kleinen Samurai: «Ich hoffe, dass wir in der Zukunft in der Lage sein werden, im Gewächshaus die Wespen präventiv einzusetzen. Wenn die Wanzen reinkommen und anfangen, Eier zu legen, sind die Wespen schon da», sagt Tim Haye.

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Aus dem Archiv: Ungebetener Gast: Die Stinkwanze in der Schweiz
Aus 10vor10 vom 22.07.2019.
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