Schengen: Schweizer Polizisten erhalten Hilfe

Schweizer Fahnder werden ab April auf die Datenbank der Schengen-Länder zugreifen können. Sie werden so leichter Verbrechen bekämpfen können – denn ihnen werden mehr als 42 Millionen Datensätze zur Verfügung stehen.

Polizist an einem Computer

Bildlegende: Polizeidaten aus Ungarn, Spanien oder Deutschland abrufen – bald wird dies für Schweizer Polizisten ein Leichtes sein. Keystone

Am 9. April ist es soweit: Die Schweiz nimmt das neue Schengener Informationssystem in Betrieb, kurz SIS II. Mit dem System können Polizisten Informationen über Auslieferungen, Aufenthalte und Einreiseverweigerungen abrufen. Auch Fotos, Fingerabdrücke oder Haftbefehle sind in der Datenbank.

Neben Personendaten können sich die Fahnder auch über Sachen informieren, etwa Fahrzeuge, Schusswaffen oder Identitätsdokumente. Neu kommen im System auch Angaben über Flugzeuge, Boote, Aussenbordmotoren, Industrieausrüstungen und Container hinzu.

Die technischen und juristischen Vorkehrungen dazu sind in allen Schengen-Staaten bereits getroffen worden. Die Einführung von SIS II hatte sich wegen technischer Probleme Jahre verzögert. Die Kosten explodierten, insgesamt verschlang SIS II nahezu 150 Millionen Euro. Ursprünglich hätte das System 15,5 Millionen Euro kosten sollen.