Zum Inhalt springen

Schweiz Schiessübung mit Nordkoreanern – Disziplinarstrafe für Offizier

Es war im Mai: Nordkoreanische Offiziere nahmen auf einem Genfer Waffen-Platz an einem Schiess-Anlass teil. Die Schlagzeilen, die darauf folgten, lösten eine Untersuchung aus. Die Militär-Justiz kommt nun zum Schluss: Ein Berufs-Offizier hat seine Dienst-Vorschriften verletzt.

Ein Infanterie-Rekrut übt das Schiessen.
Legende: Kein schweres Vergehen, urteilte der Militärrichter über den fehlbaren Offizier. Keystone / Symbolbild

Für die Schiessübung mit zwei Nordkoreanern in Genf haben Bewilligungen gefehlt. Der Berufsoffizier, der den Anlass im Rahmen eines Kurses des Zentrums für Sicherheitspolitik Genf (GCSP) organisiert hatte, hat sich deshalb «der Nichtbefolgung von Dienstvorschriften» schuldig gemacht.

Zu diesem Schluss kommt der Untersuchungsrichter des Militärgerichts. Sicherheitsvorschriften seien aber keine verletzt worden.

Der Untersuchungsrichter beurteilte das Vergehen als «leichten Fall» und beantragte dem zuständigen Kommandanten Heer, den verantwortlichen Berufsoffizier mit einer Disziplinarstrafe zu belegen. Das Strafmass wird vom Kommandanten festgelegt und der Öffentlichkeit nicht kommuniziert.

Legende: Video Schiesstraining für Nordkoreaner abspielen. Laufzeit 5:17 Minuten.
Aus Rundschau vom 28.05.2014.

Der Berufsoffizier hatte an einem Kurs des GCSP teilgenommen und im Mai im Rahmen eines privaten Schweizer Abends die Schiessübung für die Mitstudenten organisiert. Der Schiessanlass war vom «Sonntagsblick» aufgedeckt worden und hatte medial hohe Wellen geworfen.

Übungen mit Zivilisten möglich

An der Übung auf dem Armeeschiessplatz Chancy der Kaserne der Rettungstruppen 76 in Genf war ein weiterer Berufsoffizier dabei, der jedoch nicht die Verantwortung hatte. Auch zwei Mitstudenten aus Nordkorea nahmen am Anlass teil.

Gemäss Verteidigungsdepartement (VBS) kann ein Kommandant eines Waffenplatzes der Schweizer Armee Schiessübungen mit Zivilisten genehmigen, wenn der Platz frei ist und wenn die Organisatoren die Sicherheitsvorschriften halten. Solche private Schiessübungen dürfen aber nur von Schweizer Berufsoffizieren durchgeführt werden.

Genfer Zentrum distanzierte sich

Das Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik hatte sich bereits einen Tag nach Bekanntwerden des Vorfalls von der Übung distanziert und angekündigt, die Verhaltensregeln für die Kursteilnehmer anzupassen.

Das GSCP wurde im Rahmen der NATO-Partnerschaft für den Frieden gegründet und bietet seine Kurse seit 1996 an. 45 Staaten unterstützen das Zentrum.

Die Kurse im «Maison de la paix» werden von Offizieren, Beamten, Diplomaten oder Mitarbeitern von NGOs aus über 100 Staaten besucht. Jährlich nehmen rund 800 Teilnehmende an knapp 40 Ausbildungsprogrammen teil.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von B. Küng, Biel
    Die Sanktion gegen den Berufsoffizier ist absolut gerechtfertigt, denn es gehört ganz sicher nicht zum Auftrag des Militärs, mit Nordkoreanern Schießübungen zu veranstalten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Das ganze Theater damals war doch nur ein Sturm im Wasserglas mit dem konkreten Ziel wieder mal U.Maurer, dem VBS und speziell der SVP an den Karren fahren zu können. Substantiell alles nur eine mediale Anti-VBS-Propaganda an dem sich interessierte Kreise "aufgeilen" wollten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Die Sonntagsblick Juralisten koennen wohl nichts anderes als nach Intriegen suchen und unser Militaer angreifen. Ich habe absolut Kein Verstaendiss dafuer. In meinen Augen ist es JEDERMAN Rechtens mit Nicht-Schweizern an Schiess-Training/Uebungen Teil zu nehemen oder zu Organisieren. Das ist einfach wiedermal Typisch ein schlag gegen unser Militaer, welches den Auftrag Bevoelkerungsschutz hat.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen