Zum Inhalt springen

Schweiz Schlussspurt am UNO-Klimagipfel mit Schweizer Hilfe

Der UNO-Klimagipfel in Paris erreicht die Zielgerade: Frankreich will heute noch die generelle Ausrichtung des Weltklimavertrags festschreiben. Die fast 200 Verhandlungspartner sollen morgen eine Einigung annehmen. Die «Koalition der Ehrgeizigen», darunter die Schweiz, drückt aufs Tempo.

Legende: Video «Doris Leuthard zu den Ambitionen am Klimagipfel» abspielen. Laufzeit 4:13 Minuten.
Vom 10.12.2015.

Die Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen gehen am Freitag in den entscheidenden Tag. Nach den Plänen der französischen Gastgeber sollte bis um 18.00 Uhr eine Vereinbarung zur Begrenzung der Erderwärmung zwischen den 196 Verhandlungspartnern unter Dach und Fach sein.

Frankreichs Ausseniminster Laurent Fabius, Ratspräsident des Klimagipfels, drückt aufs Tempo. Zu diesem Kreis gehört auch Umweltministerin Doris Leuthard. Sie glaubt nach wie vor an ein gutes Gelingen in Le Bourget.

Konkretes Ziel vor Augen

In den an der Konferenz teilnehmenden Staaten sei Bewegung zu bemerken, bestätigt Bundesrätin Leuthard in einem Interview mit SRF. «Es gibt Staaten, die jetzt sagen: Nein, nicht nochmals ein Jahr weiterverhandeln. Sondern: Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen.»

Allerdings herrschten in wesentlichen Punkten immer noch grosse Differenzen. «Deshalb steht uns noch eine lange Nacht bevor», so Leuthard, um auch textlich auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

«Koalition der Ehrgeizigen» will sich beweisen

Die Schweiz gehört zur Gruppe der «hoch ambitionierten Staaten» oder zur sogenannten «Koalition der Ehrgeizigen» (High Ambition Coalition), zu der auch die EU, die USA, die kleinen Inselstaaten im Pazifik und Atlantik sowie auch Mexiko und Norwegen gehören.

Leuthard ist es wichtig zu betonen, dass diese Koalition nicht beabsichtige, dass der Norden dem Süden oder die Industriestaaten den unterentwickelten Staaten gegenüberstünden. Darum seien in der Koalition auch Inselstaaten vertreten. Aber das Ziel, die Erderwärmung bis 2100 auf höchstens 2 Grad zu begrenzen, reiche auch mit grossen Ambitionen nicht aus. Es reiche noch weniger für 1,5 Grad, meint Leuthard.

Das Gespräch mit Bundesrätin Doris Leuthard in Le Bourget führte SRF-Sonderkorrespondent Jürg Brunner.

13 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von D. Schmidel (D. Schmidel)
    Leuthard befindet sich nicht auf dem Boden realer Energieversorgung. Das Energieniveau der Industriestaaten ist viel zu hoch, um diese mit reiner Flächenenergiegewinnung zu decken. Die Atomenergie müsste massiv weiterentwickelt und erforscht werden, um den CO2 Verbrauch in Grenzen zu halten. Durch extensive Nutzung der Flächenenergien zerstören wir unsere Umwelt nachhaltig. Die Schweiz hat mit ihrem sehr hohen Berganteil glück, und kann viel Strom daraus gewinnen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Tobias Hofer (Tobias Hofer)
    Bereits die im Kyoto-Protokol festgelegten Reduktionszielen haben sich als totalen Flopp erwiesen. Die einen hatten dieses dank rückwirkend festgelegtem Startzeitpunkt bereits bei der Unterzeichnung um Welten übertroffen. Die anderen, welche ohne Vorschuss in das Rennen stiegen konnten sich nach beliebe von diesem Vorsprung erkaufen, so dass am Ende beide trotz effektivem jährlichem Mehrausstoss das Reduktionsziel noch immer problemlos erreichten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Tobias Hofer (Tobias Hofer)
      Und obwohl uns bis heute ernstzunehmende wissenschaftliche Erkenntnisse über die ganzen Zusammenhänge weitgehend fehlen, zündet die Politik mal schon die nächste Stufe. Während unabhängige Forschung dazu vom IPCC konsequent unterdrückt wird, dessen eigenen Befunde höchst intransparent zustande kommen und die schwächen von Computer-Modellen allgemein bekannt sind, handelt man nun nicht mehr mit Emissionen sondern feilscht um Grade, als könnte man nach der Einigung einfach am Thermostaten drehen..
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Heiner Zumbrunn (Heiner Zumbrunn)
      Die Natur ist härter im Nehmen, wie wir befürchten. Aber nichts zu tun - und zu meinen: Wir Schweizer sind die Besten in Bezug auf Minimierung der nicht erneuerbarer Energien ist sehr fahrlässig. Wir haben eine der modernsten Privatwagenflotte weltweit, dank der Kleine des Landes auch kurze Strecken. Gebäudestandards werden recht gut umgesetzt, diese sind im Vergleich zu den skandinavischen Staaten lasch. Was sich ändern muss ist die Einstellung zum sparen: ZB nur noch 19°C in beheizten Räumen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Tobias Hofer: Offenbar haben Sie eine besser Theorie als die von Ihnen verteufelten Computer-Modelle. Dann wachen Sie sofort auf, publizieren Sie Ihre Forschungsergebnisse, setzen Sie die Resultate dem wissenschaftlichen Wettbewerb aus und überzeugen Sie die Regierungen von Ihrem Lösungsvorschlag. Vielleicht retten ja gerade Sie die Welt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Tobias Hofer (Tobias Hofer)
      @Thomas Leu: Es ist mir schleierhaft, wieso Ihnen mein Hinweis auf UNS fehlende wissenschaftliche Erkenntnisse offenbaren, dass ich über eigene Forschungsergebnisse verfüge und daraus auch einen Lösungsvorschlag erarbeitet habe.... Ausserdem hat meine Feststellung, die Schwächen (die jede Technik hat) seien beim berechnen von Computer-Modellen allgemein bekannt, nicht im geringsten mit Verteufelung derselben zu tun.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jean-Phillippe Ducrey (Jean-Phillippe Ducrey)
    Die Deutsche Energiewende hat gezeigt, dass der Ausstieg aus der Kernenergie nur mit massiv mehr CO2 zu haben ist. Und dank Leuthard und der Grünen Partei will man in der Schweiz grossflächig Wälder roden, um darin Windkraftanlagen aufzustellen.... Mit Klimawandel hat das nichts zu tun, sondern mit Korruption um einen vom Steuerzahler gut gefüllten Honigtopf für Spekulanten und Staatsangestellte, welche vornehmlich aus Links-Grünen Reihen kommen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Jürg Sand (Jürg Sand)
      Ja, so ist das, Herr Ducrey, weg mit Bewährtem, Umweltschonendem und gebaut wird die grosse "Energiewende", ein Riesenfest für Alternativschrottproduzenten und Beamte. Unter dem Mantel des Umweltschutzes wird produziert und gebaut, Millionen Tonnen Beton, Rodungen etc.,etc.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Jean-Phillippe Ducrey: Ich glaube die Grünen und Frau Leuthard und überhaupt niemand in der Schweiz will Wälder roden. Dies gäbe einen Volksaufstand, da können Sie sicher sein.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen