Schmerzgrenze für den Krankenkassen-Wechsel ist zu hoch

Jedes Jahr dasselbe Ritual: Bis Ende November können die Versicherten jeweils frei ihre Krankenkasse fürs nächste Jahr wechseln. Für 2015 haben dies laut Schätzungen des Krankenkassenverbandes sieben bis acht Prozent aller Versicherten getan.

Karten unterschiedlicher Krankenversicherer.

Bildlegende: Vergleichsweise wenige Versicherte wechseln zum Jahresende ihre Krankenkasse. Keystone

Es sind vor allem Junge und Gesunde, die im Herbst jeweils die Krankenkassenprämien vergleichen und zur günstigsten Kasse wechseln. Ab Januar haben bis zu 700'000 Versicherte eine neue Kasse, schätzt Santesuisse – das sind sieben bis acht Prozent.

«Gewisse Bequemlichkeit»

Laut dem Internet-Vergleichsdienst Comparis hätten viel mehr Leute Grund zum Wechseln – neun von zehn Erwachsenen könnten demnach Prämien sparen, wenn sie zu einer günstigeren Kasse wechselten. Warum tun sie es nicht?

Santesuisse-Sprecher Paul Rhyn erklärt: «Man ist zufrieden, mit dem eigenen Krankenversicherer. Es kann aber auch sein, dass man eine gewisse Bequemlichkeit hat, und sagt, die Differenz der neuen zur alten Prämie ist zu wenig hoch, damit ich den Aufwand auf mich nehme.»

Ein Blick in die Statistik zeigt denn auch: Erst ein Prämienanstieg von mindestens fünf Prozent veranlasst deutlich mehr Leute zum Wechsel: «Erst ab dieser Schwelle sind offenbar einige Leute zusätzlich bereit, sich auch zu informieren, ob es günstigere Versicherungsmöglichkeiten gibt. Es muss tatsächlich im Portemonnaie spürbar sein, damit auch mehr Leute als im Normalfall einen Kassenwechsel vornehmen.»

Bestimmte Schmerzgrenze

Zum Vergleich: Vor fünf Jahren stiegen die Prämien im Schnitt um knapp neun Prozent, darauf wechselten über 15 Prozent der Versicherten die Kasse – also etwa doppelt so viele wie jetzt bei einem Prämienanstieg von rund vier Prozent.

Auch wenn die Prämien jährlich ansteigen, wechseln die Versicherten erst ab einer bestimmten Schmerzgrenze.