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Schweiz Schneesaison ist fast 40 Tage kürzer als früher

Die Klimaerwärmung ist auch im Winter spürbar: Laut einer Studie ist die Dauer der Schneebedeckung in der Schweiz in den letzten Jahrzehnten markant zurückgegangen. Verantwortlich dafür sind vor allem späterer Schnee im Herbst und ein früheres Schmelzen im Frühling.

Weisse Piste auf grünem Hang
Legende: Immer häufiger müssen sich die Wintersportregionen mit Kunstschnee behelfen, wie hier Savognin im Dezember 2015. Keystone

Die Schneesaison beginnt in der Schweiz heute durchschnittlich 12 Tage später als noch im Jahr 1970. Und sie endet 25 Tage früher. Das zeigt eine Studie der Universität Neuenburg und des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF).

Rückgang in allen Höhenlagen

Demnach nahm die Dauer der Schneebedeckung in den letzten Jahrzehnten unabhängig von der Höhe markant ab, bis auf 2500 Meter über Meer. Die Forscher stellten ausserdem fest, dass die jährlich maximal gemessene Schneehöhe im Durchschnitt um 25 Prozent abnahm und heute 28 Tage früher auftritt als noch vor 45 Jahren.

Wie stark sich diese Tendenz in Zukunft fortsetzen wird, können die Forscher mit dieser Studie nicht abschätzen. Sie gehen jedoch davon aus, dass sowohl der Wintersport als auch die im Sommer verfügbare Menge an Wasser von der Entwicklung betroffen sein könnten.

Höhere Temperatur, weniger Niederschlag

«Überraschend am Ergebnis der Studie ist, dass die Schneemenge an allen Messstellen in gleicher Menge abgenommen hat», sagt der Klimaforscher Christoph Marty vom SLF. Treibender Faktor sei vor allem die höhere Temperatur, wichtig für die Entwicklung sei aber auch die abnehmende Niederschlagsmenge.

Vor allem sichtbar seien die im Vergleich zu früher höheren Temperaturen im Frühling. «Die Schmelze im Frühling ist intensiver als früher», so Marty weiter. Mit «Frühling» sei in diesem Zusammenhang allerdings eher der Frühsommer gemeint, weil die Schmelze in grossen Höhen erst im Mai/Juni stattfinde.

Dabei verlaufe die Entwicklung in Richtung weniger Schnee nicht linear. So könne es auch in Zukunft noch Winter mit grossen Schneemengen geben.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
    Wenn weiterhin wie hier in den Kommentaren der Einfluss des Menschen auf das Klima geleugnet wird, wird zuwenig Schnee in Skigebieten unser kleinstes Problem sein. Ein Beispiel: eine halbe Milliarde Klimaflüchtlinge.
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    1. Antwort von Philipp Müller (Philipp)
      Der Einfluss auf's Klima ist aber etwas anderes als die natürlichen rhythmischen Zyklen von Wärmeperioden und Eiszeiten auf unserem Planeten. Diese gibt es nämlich seit Hunderttausenden von Jahren. Ich stimme Ihnen zu, dass der Mensch die Umwelt belastet, und zwar massiv. Meiner Meinung nach ist aber der Hype der Klimaerwärmung eine Strategie der Wirtschaftsbosse zusammen mit der 'Wissenschaft' um uns noch mehr Steuergelder zu klauen.
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    2. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Philipp Müller: Die "Wirtschftsbosse" wehren sich ja gerade mit Händen und Füssen gegen einschneidende Massnahmen, die den CO2-Ausstoss merklich reduzieren würden. Es ist auch kein Hype, denn die ersten Theorien entstanden bereits in den 70er Jahren und wurden dann durch immer mehr Forschungsresultate und Daten erhärtet. Es möchte doch niemand einfach so mehr Steuern zahlen, wenn's auch ohne ginge.
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  • Kommentar von Budda Broot (Buddabroot)
    Also mir gefällts mit weniger Schnee. Aufhalten kann man die Entwicklung ja eh nicht. Nach jeder Eiszeit kommt eine Wärmeperiode.
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    1. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Buddha: Ja genau! Und das ganze dauert ein paar Jahrzehnte, so dass ihre Grosseltern wahrscheinlich noch in der letzten Eiszeit gelebt haben.
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    2. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Sie verleignen wohl noch die Klimaerwärmung, wenn uns unsere Berge auf den Kopf fallen weil der Permafrost taut.
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  • Kommentar von Philipp Müller (Philipp)
    Ich frage mich wieso über dieses Thema immer noch mit so einem Unterton der Bestürzung und Verwunderung berichtet wird. Die Erde befindet sich in einem natürlichen Rhythmus von warmen zu kalten Klimaperioden. Momentan geht's auf den wärmsten Punkt einer Wärmephase zu, in ein paar Jahren geht's langsam wieder in Richtung einer Eiszeit. Das ist schon seit Hunderttausenden Jahren so. Analysen von Sedimentschichten beweisen es.
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    1. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Philipp Müller: Wo haben Sie denn diese Theorie her? Eine Eiszeit dauert etwa 100'000 Jahre. Ein Wechsel dauert also zehntausende von Jahren, so dass man in einem Menschenleben absolut nichts bemerkt und nicht ein paar Jahre, so wie die jetzige Klimaerwärmung. Das sind zwei verschiedene Phänomene.
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    2. Antwort von Philipp Müller (Philipp)
      Herr Leu, was Ihnen nicht klar aus meinem Post? Eine Wärmephase in welcher wir uns jetzt befinden, dauert ca 12'000 Jahre. Diese ist in der Endphase(!). danach geht's wieder in eine Eizeit welche ungefähr 120'000 Jahre dauert. Ich habe nichts von Menschenleben gesagt, woher nehmen Sie diese Info?
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    3. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Phillip Müller, wieso ignorieren Sie zehntausende Wissenschaftler, die den massiven Einfluss des Menschs auf das Klima mit Daten beweisen können!?!?
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    4. Antwort von Philipp Müller (Philipp)
      Herr Leu, es ist logisch, dass wir uns dem Ende der Wärmeperiode nähern. 20, 30, 40 Jahre? Danach kommt eine neue Eiszeit. Was ist daran so schwer zu verstehen? Btw: Der Vulkanausbruch vor ein paar Jahren auf Island hatte gleichviel CO2 Schadstoffe in die Atmosphäre ausgestossen wie der Kontinent Europa in 40 Jahren. 1 Vulkanausbruch. Um jetzt 2+2 zusammenzuzählen, dazu brauche ich keine 'Wissenschaftler' in weissen Kitteln.
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