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Schneider-Ammann auf Reisen Türen öffnen im Zukunftsmarkt Nigeria

Legende: Audio Schneider-Ammann will Schweizer Firmen in Nigeria Türen öffnen abspielen.
2:16 min, aus HeuteMorgen vom 21.03.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Trotz Gewalt, Korruption und Terrorismus sehen Experten Nigeria als aufstrebenden Wirtschaftsmarkt. Früh einzusteigen, lohne sich.
  • Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann will sich nun selbst ein Bild vom Geschäftsklima im bevölkerungsreichsten Land Afrikas verschaffen.
  • Heute reist er mit einer Wirtschaftsdelegation nach Nigeria, wo er Türen für Schweizer Unternehmen öffnen wolle.

Handel mit Nigeria treiben, im westafrikanischen Land gar eine Niederlassung gründen: Viele Schweizer Unternehmen sind da zögerlich. Auch Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann räumt ein: «Es ist zweifellos nicht eine ganz einfache Umgebung.» Aber Nigeria habe auch viel Potenzial, ist er überzeugt.

Es ist zweifellos nicht eine ganz einfache Umgebung.
Autor: Johann Schneider-AmmannWirtschaftsminister

Jan Atteslander, bei Economiesuisse zuständig für Aussenwirtschaft, pflichtet dem Bundesrat bei: «Nigeria ist unterdessen die grösste Volkswirtschaft von ganz Afrika. Es ist ein Land mit 200 Millionen Einwohnern. Wir stellen fest: Wir exportieren vergleichsweise wenig in dieses Land.»

Momentan sind in Nigeria gut 45 Schweizer Unternehmen aktiv, die rund 10'000 Personen beschäftigen. Nigeria ist seit kurzem der wichtigste Erdöllieferant der Schweiz. Und seit 2015 gibt es in der Wirtschaftsmetropole Lagos ein Schweizer Generalkonsulat, das investitionsbereite Schweizer Firmen unterstützt.

Wirtschaftskennzahlen Nigeria

Nigeria ist der fünftwichtigste Handelspartner der Schweiz in Afrika.

  • Handelsvolumen: 711,4 Millionen Franken
  • Importe aus Nigeria: 526,4 Millionen Franken
  • Exporte nach Nigeria: 185 Millionen Franken
  • Direktinvestitionen der Schweiz in Nigeria: 465 Millionen Franken
  • Von Schweizer Unternehmen in Nigeria geschaffen: 8685 Arbeitsplätze

In Nigeria hat sich in letzter Zeit also etwas bewegt. Atteslander wünscht sich aber, dass sich noch mehr Schweizer Unternehmen vor Ort engagieren und im aufstrebenden Land präsent sind. «Wer in solchen Ländern früh einsteigt und sich in den Markt einarbeitet, hat Vorteile, sobald sich die Lage stabilisiert. Es gibt auch in Nigeria Gegenden, wo die Lage stabil ist, die Wirtschaft gut wächst und sich entwickelt.» Davon zeuge auch eine steigende Zahl von Universitäten und eine wachsende Mittelschicht in Nigeria.

Wer in solchen Ländern früh einsteigt und sich in den Markt einarbeitet, hat Vorteile, sobald sich die Lage stabilisiert.
Autor: Jan AtteslanderEconomiesuisse

Schneider-Ammann sieht seine Reise deshalb ganz im Dienst der Schweizer Wirtschaft. «Wir helfen, Kontakte herzustellen und Türen zu öffnen, sodass die Unternehmen auch in die Ministerien hineinkommen und sich direkt an oberster Stelle orientieren können.»

Wir helfen, Kontakte herzustellen und Türen zu öffnen.
Autor: Johann Schneider-Ammann

Auf der einen Seite Probleme wie die grassierende Korruption und eine schlechte Verkehrsinfrastruktur, auf der anderen Seite die Aussicht auf einen Zukunftsmarkt. In Nigeria investieren oder nicht – es ist ein Abwägen. Der Bundesrat kann Unterstützung bieten, aber am Schluss muss jedes einzelne Unternehmen selber entscheiden.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Heimberg (tomfly)
    Immerhin erkennt BR Scheinder-A. dass Nigeria, wie alle Afrikanischen Länder, nicht eine ganz einfache Umgebung ist. Auch in Nigeria kann ein neuer Bürgerkrieg jederzeit ausbrechen und / oder es wird wie in South Africa und Ivory Coast angedroht, die westlichen Mitbewohner ersatzlos zu enteignen. (@ Franz Nanni: wie gehen Sie damit um?) Leider hat BR Schneider-A. in der Vergangeheit immer gezeigt, dass er kein BR, sondern profitorientierter Wirtschaftsmanager ist, der mit jedem Geschäfte macht.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Man muss einfach wissen, dass die Korruption nicht nur eine Sogwirkung für den unerfahrenen CH-Unternehmer hat, von dem er sich einfach nicht retten kann. Das Problem ist ein viel grösseres: Korruption ist wie ein Tintenfisch. Seine Tentakel werden die Schweiz unweigerlich auch erreichen, denn solche Geschäftsbeziehungen benötigen die Pflege und den Ausbau in beide Richtungen. Und dies beinhaltet immer einen Struktur- und Kulturtransfer. Die Schweiz sollte die Finger von solchen Ländern lassen.
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  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Ich finde es beschaemend, dass mit solchen Laendern von hoechster Stelle aus "geschaeftet" wird! Das ist die "Seele" an den Teufel verkauft... genauso wie Waffengeschaefte mit unsicheren Laendern.. Und ich zaehle SA uebrigens dazu...
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    1. Antwort von robert mathis (veritas)
      F.Nanni ich finde es nicht nur beschämend sogar traurig dass ein Bundesrat nur noch Dollarzeichen im Auge hat und die Menschlichkeit und Lebensqualität unbeachtet lässt.Hier werden wieder Menschen ausgebeutet mit Billigproduktion und für uns dreht sich das Rad vom Konsumverbrauch weiter.
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