Handel Schweiz-Grossbritannien Schneider-Ammann plant Zeit nach dem Brexit

Die Schweiz hat ein Interesse daran, dass der Brexit nicht zum Stolperstein für künftige Geschäfte mit Grossbritannien wird. Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann forderte deshalb in London eine rasche Nachfolgelösung für den Handel zwischen den beiden Ländern.

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Schneider-Ammann macht Druck in London

1:18 min, aus Tagesschau vom 31.3.2017

  • Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann hat sich heute in London mit dem britischen Aussenhandelsminister Liam Fox getroffen.
  • Die beiden wollen für die Zeit nach dem Brexit möglichst rasch eine Nachfolgelösung für den Handel zwischen den beiden Ländern finden.

Für Grossbritannien haben die Wirtschaftsbeziehungen zur Schweiz nach dem Brexit Priorität. Der britische Aussenhandelsminister Liam Fox hat in dem Gespräch mit Bundesrat Schneider-Ammann sein Interesse bekräftigt, für die Zeit nach dem Brexit möglichst rasch eine Nachfolgelösung für den Handel mit der Schweiz zu finden.

Der Bundesrat nennt seine Strategie «Mind the Gap». Im Rahmen dieser Strategie gilt es für den Bundesrat, insbesondere für den Handel eine rasche Nachfolgelösung zu finden. Demnach sollte es in den Handelsmöglichkeiten keine Lücken geben.

Die Schweiz hofft, dass sich die EU und Grossbritannien möglichst schnell einigen. «Es ist eine gewisse Unsicherheit entstanden», so Schneider-Ammann. «Das mag auf das Geschäft ein bisschen drücken. Aber je dezidierter wir ans Werk gehen und sicherstellen, dass es dann eben nicht zu einer Lücke kommt, sobald klar ist, wann und wie sich die Engländer aus dem Unionsverbund verabschieden, umso geringer ist ein möglicher Schaden.»

Liam Fox habe bekräftigt, dass dies auch im Interesse des Vereinigten Königreichs liege und der Schweiz Priorität zukomme», heisst es in einer Mitteilung vom Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF). Fox und Schneider-Ammann wollen sich weiterhin regelmässig treffen, um ein rasches Vorankommen sicherzustellen, heisst es weiter.

Nebst dem Arbeitsgespräch mit Liam Fox führte Bundesrat Schneider-Ammann Gespräche mit der britischen Ministerin für Umwelt, Ernährung und ländlichen Raum, Andrea Leadsom. Der Wert der gehandelten landwirtschaftlichen Produkte betrug im vergangenen Jahr gemäss WBF über 700 Millionen Franken.

Die Zeit läuft

Die britische Premierministerin Theresa May hatte am Mittwoch – neun Monate nach dem Volksentscheid für den Brexit – in Brüssel den Austritt aus der EU erklärt. Die EU-Mitgliedschaft von Grossbritannien endet voraussichtlich im März 2019.

Der zeitliche Rahmen zur Erarbeitung von Nachfolgeregelungen für das Verhältnis zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich sei knapp, schreibt das WBF. Insbesondere, weil die Regelungen weitreichender ausgestaltet sein sollten als übliche Freihandelsbeziehungen. Dazu werden gegenwärtig Gespräche auf der Fachebene geführt.

Wichtiger Markt

Der britische Markt war 2016 der fünftwichtigste für den Export von Schweizer Waren und der achtgrösste Importmarkt. Die Schweiz exportierte im vergangenen Jahr für 11,4 Milliarden Franken Güter nach Grossbritannien. Die Einfuhren aus dem Vereinigten Königreich in die Schweiz beliefen sich auf 6,4 Milliarden Franken.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Tusk stellt sich gegen Wünsche Grossbritanniens

    Aus Tagesschau vom 31.3.2017

    EU-Ratspräsident Donald Tusk hat verkündet, dass die EU mit Grossbritannien zuerst den Austritt und danach erst die künftige Zusammenarbeit regeln wird. Einschätzungen von SRF-Korrespondent Sebastian Ramspeck.