Schneider-Ammann spricht Bevölkerung Mut zu

Bange Stunden für die Bevölkerung in der Region Schangnau: Während Stunden hat es am Samstag geregnet. Die 70 Einsatzkräfte mussten ihre Aufräumarbeiten unterbrechen. Bundesrat Schneider-Ammann sprach der Bevölkerung Mut zu. Doch die Wetteraussichten für kommende Woche lassen nicht aufatmen.

Nach dem verheerenden Unwetter vom Donnerstag regnete es erneut stundenlang im Emmental. Bäche in Seitengräben gingen wieder über die Ufer. Grössere Schäden in bewohntem Gebiet richteten sie aber nicht an. Die Emme stieg erneut an, trat aber nicht über die Ufer.

Ohne Ankündigung besuchte Bundesrat Johann Schneider-Ammann zusammen mit dem bernischen Regierungsrat Hans-Jürg Käser die betroffene Region. Diese Geste sei von der Bevölkerung sehr geschätzt worden, teilte der Informationschef des Führungsstabs Emmental, Georges Wüthrich, auf Anfrage mit.

Den ganzen Tag über standen vor allem in Wolhusen, Weggis, Vitznau und Entlebuch die Feuerwehren im Einsatz. Auch im Kanton Schaffhausen wurde eine Feuerwehr aufgrund eines überlaufenden Baches alamiert.

Am Ende ihrer Kräfte


Gespräch mit Georges Wüthrich, Informationschef des Führungsstabs Emmental

1:49 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 26.07.2014

Für die bereits arg gebeutelten Menschen in dieser Region sei dies eine enorme Belastung, sagte Georges Wüthrich, Informationschef des Führungsstabs Emmental auf Anfrage. Viele Betroffene seien am Ende ihrer Kräfte, beschrieb Wüthrich die Lage. Das Care Team des Kantons Bern, welches sich um die Betroffenen kümmert, musste inzwischen aufgestockt werden.

Die Lage sei aber weiterhin kritisch, sagte Wüthrich. Und auch die Wettervorhersagen für die kommende Woche lassen nicht aufatmen. Am Montag und Donnerstag rechnen die Meteorologen laut Wüthrich erneut mit viel Regen.

Erste Probleme gibt es auch auf den Alpen rund um Schangnau. Die Tiere können nicht raus und das Futter wird knapp, wie Wüthrich ausführte. Wahrscheinlich müsse Heu hochgeflogen werden.

Einsatzkräfte unterbrechen ihre Arbeit

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Hochwasser im Emmental

1:37 min, aus Tagesschau vom 26.7.2014

Die rund 70 seit Donnerstag mit Aufräumarbeiten beschäftigten Einsatzkräfte mussten vorübergehend in Sicherheit gebracht werden. Erst im Verlauf des Nachmittags liess der Regen nach.

Die Strasse zum Kemmeriboden stand am Samstag kurz vor der Eröffnung, musste später allerdings wieder geschlossen werden.

Auch im Berner Dörfchen Mittelhäusern wurde die örtliche Feuerwehr aufgrund des Unwetters am Samstagvormittag aufgeboten. In der Nacht auf Samstag mussten sich Einsatzkräfte in Brienz um einen angestauten Bach kümmern und in Lanzenhäusern drang Wasser in ein Gebäude ein.

Aktuelle Situation

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Nach der Flutwelle

    Aus Tagesschau vom 25.7.2014

    Die gestrige Flut der Emme hat im oberen Emmental Schäden in Millionenhöhe angerichtet. Das Unwetter ist für die Bevölkerung ein schwerer Schlag, denn erst vor zwei Jahren suchte ein schlimmes Unwetter die Gegend heim. Einschätzungen von SRF-Korrespondentin Sabine Gorgé.

  • Emmental unter Wasser

    Aus 10vor10 vom 24.7.2014

    Im Emmental fielen heute Morgen lokal bis zu 100 Liter Regen pro Quadratkilometer. Der Pegel der Emme schoss in kürzester Zeit auf Rekordhöhe. Die Flut rollte durch das ganze Emmental und verwandelte den kleinen Bach in einen reissenden Fluss. Die Schäden gehen in die Millionenhöhe, das Unwetter nicht überlebt haben drei Ziegen und rund hundert Hühner.