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150 Millionen Franken Schneider-Ammann will Geld für digitale Bildung

Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann möchte die digitale Grund- und Weiterbildung stärken. Das zeigen SRF-Recherchen.

Legende: Audio Schneider-Ammann plant digitale Bildungsoffensive abspielen. Laufzeit 01:45 Minuten.
01:45 min, aus HeuteMorgen vom 20.06.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Johann Schneider-Ammann will dem Gesamtbundesrat beantragen, rund 150 Millionen Franken in die digitale Bildung zu investieren.
  • Der Wirtschaftsminister geht davon aus, dass die Politik «in epischer Breite» über die Mittel diskutieren wird.
  • Es sei nötig, jetzt flächendeckend und intensiv zu handeln, sagt Schneider-Ammann zu seinem Vorschlag.

Der Bundesrat hat Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann im Januar beauftragt, zu prüfen, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Bildung hat. Zudem sollte er Massnahmen aufzeigen. Das tut er nun – er will dem Gesamtbundesrat einen Kredit von rund 150 Millionen Franken für digitale Bildung beantragen. «Die Grössenordnung ist richtig», bestätigt Schneider-Ammann gegenüber SRF.

Wir sollen uns nicht später den Vorwurf machen müssen, wir hätten irgendetwas verschlafen.
Autor: Johann Schneider-AmmannWirtschaftsminister

Er wolle die digitale Grundbildung für die Jüngeren stärken. Gleichzeitig denkt er auch an die Weiterbildung für die 20- bis 50-Jährigen. «Mir ist wichtig, in den kommenden Monaten damit zu beginnen, die Bildungsvoraussetzungen zu schaffen», sagt Schneider-Ammann. «Wir sollen uns nicht später den Vorwurf machen müssen, wir hätten irgendetwas verschlafen.»

Diskussion «in epischer Breite»

Der beantragte Kredit ist deshalb pikant, weil das Parlament eben erst die Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation für die Jahre 2017 bis 2020 verabschiedet hat – noch ohne die von Schneider-Ammann geplanten 150 Millionen Franken für die digitale Bildung. Der Wirtschaftsminister ist sich deshalb bewusst, dass man die Diskussion über das Geld «in epischer Breite» führen wird.

Die Mittel müssen bereitgestellt werden.
Autor: Johann Schneider-AmmannWirtschaftsminister

Die grosse Diskussion werde sein, ob man die Millionen andernorts kompensieren muss. «Ich gehe im Moment davon aus, dass unser Antrag an Bundesrat und Parlament vorsehen wird, dass es im Wesentlichen zusätzliche Mittel sind.» Denn in der Bildung könne man nicht beliebig kompensieren.

«Flächendeckend und intensiv»

Schneider-Ammann könnte auch damit leben, wenn die Bildungsoffensive etappiert oder ein kleiner Teil davon andernorts eingespart würde. «Aber das Wesentliche ist, jetzt, flächendeckend und intensiv zu handeln.» Das koste. «Und die Mittel müssen bereitgestellt werden.»

Der Bundesrat soll Schneider-Ammanns Antrag noch vor den Sommerferien behandeln.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Joel Busch (Joel)
    Unbedingt, der Informatikunterricht in Schulen ist zum weinen. Häufig wird einem nur die Anwendung von Microsoft Office beigebracht. Keinerlei Wissen über die Hardware des Computers, oder die wichtigsten Komponenten des Betriebsystems, nichtmal das Dateisystem können Schulabgänger ordentlich navigieren. Kein Programmieren oder der Umgang mit Suchmaschinen, keine Aufklärung über die Gefahren bei der Preisgabe von privaten Informationen, kein Training im Umgang mit Sozialen Medien.
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Wichtiger wäre die Förderung digitaler Sozialkompetenz.
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  • Kommentar von Stefan Heimers (sheimers)
    Der Begriff "Digitale Bildung" ist recht schwammig. Bevor man da Geld ausgibt sollte man diskutieren, was man genau will. Geht es um Informatikunterricht? Oder den Einsatz digitaler Medien in anderen Fächern? Auf welcher Schulstufe? Woran fehlt es denn heute? Wir hatten in den 80ern schon obligatorischen Informatikunterricht und ich weiss nicht warum es heute mehr Geld braucht. Im Gegenteil: Die Geräte sind ja billiger geworden und Software gibt's gratis als Open Source.
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