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Schweiz Schneider-Ammanns Schweigen schadet ihm

Seit Tagen gibt Bundesrat Johann Schneider-Ammann keine Interviews mehr. Als ehemaliger Chef der Ammann-Gruppe sieht er sich mit dem Vorwurf der Steueroptimierung konfrontiert. Angesichts des medialen Drucks müsste er öffentlich Stellung nehmen, findet Politikberater Mark Balsiger.

Es ist nicht illegal, aber umstritten: Als Chef des Industriekonzerns Ammann-Gruppe soll Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann vor Jahren im Ausland in grossem Umfang Steuern optimiert haben.

Viele Fragen stehen im Raum, doch Schneider-Ammann schweigt. In einer schriftlichen Stellungnahme bekräftigte er lediglich, jederzeit korrekt gehandelt zu haben. Das sei die falsche Strategie, findet Politikberater Mark Balsiger.

Mit dem Rücken zur Wand

«Er wirkt defensiv, er steht mit dem Rücken zu Wand und es herrscht bleiernes Schweigen», stellt Balsiger im Gespräch mit SRF fest. Es bestehe die Gefahr, dass dieses Verhalten als Eingeständnis interpretiert werden könnte.

Zwar beziehen sich die Vorwürfe gegen die Ammann-Gruppe nicht auf ein rechtlich illegales Handeln. Dennoch sei der mediale Druck enorm: «Die Online-Medien haben heute eine gigantische Reichweite. Es gab bereits Vorverurteilungen. Deshalb wäre es wichtig, dass Schneider-Ammann schnell vor die Medien steht, auch wenn es eigentlich gar nichts Neues zu sagen gibt», findet Balsiger. Er müsse sich den Dutzenden schwierigen Fragen stellen.

Schnelle Vorverurteilungen

Balsiger beobachtet, «dass Spitzenpersonal heute sehr stark nach moralischen Massstäben gemessen und teils auch sehr schnell vorverurteilt wird». Mit Blick auf Schneider-Ammann sagt er: «Sollte die Untersuchung tatsächlich etwas zu Tage fördern und sollte er weiter schlecht oder gar nicht kommunizieren, dann wird es eng.»

41 Kommentare

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  • Kommentar von M. Steienr, Zh
    Erst mal abwarten, was dabei herauskommt: Sollte das Konstrukt legal gewesen sein und möglicherweise sogar der Schweiz über ein Steuerabkommen Geld zugeflossen sein, werden wir alle brav schweigen. Vielleicht ein bisschen schauen, aber schweigen. Denn das wäre nichts anderes als umgekehrt auch: legal, und je nach Situation auch gerechtfertigt. Fertig, aus.
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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Weißenstadt
    Diese Diskussion ist nun wirklich nicht nachzuvollziehen. Die Schweiz betreibt ja selbst solch exzessive Geschäftsmodelle zu Lasten anderer Staaten, denen man ja auch die Schweiz zumutet. Also sollten die Eidgenossen darüber schweigen, das ist in Ihrem Lande alternativlos. Über das Verhalten Ihres "Bundesrates" herzuziehen ist doch wieder mal ein eindeutiger Beweis Ihrer Doppelmoral.
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    1. Antwort von W. Pip, Zh
      Wenn Ausländer, und dabei v.a. die von Links zur Ausrottung freigegebene Spezies der Mittelständler, sozusagen in Notwehr Geld bei uns parken, um einer absolut unanständig hohen Besteuerung zu entgehen, mag das eine Sache sein. Es ist eine andere, wenn jemand nicht mal bereit ist, die im internationalen Vergleich tiefen Schweizer Ansätze (inkl. Steuerabkommen) zu entrichten. Immerhin: WIR kaufen keine Hehlerwaren mit Bankgeheimnissen, sondern wir können durchaus auch sportlich verlieren...
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    2. Antwort von Marlene Zelger, 6370 Stans
      Warum wird JSA von gewissen Sympathisanten immer in Schutz genommen? Entweder sind seine Anhänger selber in der FDP oder sie wollen es einfach nicht wahrhaben, dass an der Sache etwas nicht stimmt (weil JSA keine Stellung zum Fall nehmen will). Und genau diese Sorte würde erbarmungslos über BR Schneider herfallen, wäre er ein SVP Politiker.
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    3. Antwort von Marcel Chauvet, Weißenstadt
      @W.Pip: Hier geht es doch nicht um "Mittelständler", sondern um exzessive Steuergestaltungen der Schweiz explizit für im Ausland erwirtschafteten Gewinne, also Holding-Unternehmen usw. Steuerprivilegien übrigens, die eigenen CH-Bürgern vorenthalten werden. Und was den in Deutschland legalen Ankauf von Steuer-CDs betrifft: Das ist die Krücke an der Deutschland gezwungen ist zu gehen bis sich die Schweiz endlich mal zum ordnungsgemäßen Verfahren automatischer Informationsausgleich entschließt.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Man kanns auch etwas lockerer sehen... : Reden ist Silber... Schweigen ist Gold.... also schweigt er zu dieser Angelegenheit!
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