Schnörkel ade: Die traditionelle Schnüerlischrift hat ausgedient

Zwar wird auch im Computerzeitalter immer noch gelernt, von Hand zu schreiben. Doch steht den Schulen eine Änderung bevor: Die traditionelle Schnüerlischrift wird durch eine praktischere, zeitgemässere ersetzt, sagt die Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz.

Kinder in der Schule am Schreiben.

Bildlegende: Die Schnüerlischrift soll abgeschafft werden. Für Kinder sei die teilverbundene Basisschrift zweckmässiger. Keystone

Wenn man über die Schnüerlischrift redet, werden bei Christian Amsler Erinnerungen wach. «Die gute alte Schnüerlischrift ist mit vielen Emotionen verknüpft. Man hat Bilder vor sich, wie die Lehrerin wunderbar mit der Kreide diese total verbundene Schrift an die Wandtafel zaubert.»

Abschaffung der Schnüerlischrift empfohlen

Aber in der Schule lernt man auch: Die Zeiten ändern sich. Heute ist Amsler Regierungsrat im Kanton Schaffhausen und Präsident der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz. Und diese empfiehlt jetzt die Abschaffung der zusammengehängten Schrift. «Gerade Kinder, die etwas mehr Mühe haben von der Handhaltung her, haben bei der Schnüerlischrift unnatürliche Bewegungen», sagt Amsler.

Und deshalb empfehlen die Erziehungsdirektoren allen Deutschschweizer Schulen die teilverbundene sogenannte Basisschrift einzuführen. Die hat weniger Schnörkel und man kann den Stift auch mal absetzen.

Ab einem gewissen Alter würden die meisten Leute ohnehin in der teilverbundenen Schrift schreiben, sagt Beat Zemp, der Präsident des Lehrerverbandes LCH. Da sei es nur sinnvoll, den Schülern den Umweg über die Schnüerlischrift zu ersparen. Das bestätigten auch erste Erfahrungen. «Die Beispiele in Luzern zeigen, dass man den Schritt mit der Schnüerlischrift problemlos auslassen kann. Man landet letztlich dann bei der teilverbundenen Schrift», sagt Zemp.

Abschied tut weh

Natürlich könne es noch ein paar ältere Lehrpersonen geben, die die Schnüerlischrift vermissen würden. «Man hat jahrelang diese Schweizer Schulschrift gepflegt. Man hat ganze Hefte gefüllt damit. Abschied tut immer ein bisschen weh», so Zemp.

Aber jetzt sei es Zeit für einen Wechsel. Zemp ist zuversichtlich, dass die Deutschschweizer Lehrer schon bald ganz selbstverständlich den Schülern die neue Basischrift beibringen werden.