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Uni-Transparenz Schritt für Schritt zur gläsernen Universität

Mit der Universität Zürich hat eine weitere Uni die Interessenbindungen ihrer Professoren offengelegt. Doch ein nationales Register scheint noch weit entfernt.

Legende: Audio Transparenz an der Uni Zürich abspielen.
4:50 min, aus Wissenschaftsmagazin vom 07.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Universität Zürich macht die Nebenämter ihrer Professoren öffentlich.
  • Für ein nationales Register sind die kantonalen Gesetze noch zu unterschiedlich.
  • Hochschulverband und Bundesrat planen keine strengere Regulierung.

Am Dienstag hat die Universität Zürich ein Online-Register veröffentlicht, das alle Interessenbindungen ihrer Professorinnen und Professoren aufführt. Mit über 1400 Mandaten haben die Zürcher Professoren mehr Verbindungen zu Dritten deklariert als die Professoren aller anderen Universitäten zusammen. Damit folgt die Universität Zürich den Beispielen von Bern, Basel, St. Gallen sowie den beiden ETH, die bereits solche Register führen.

Dafür brauchte es einiges. Im Jahr 2013 haben Journalisten der «Wochenzeitung» und «Die Zeit» die Vertragsinhalte eines 100-Millionen-Sponsorings der UBS an die Universität Zürich erstritten. Der Fall führte zu grossen Diskussionen um die Unabhängigkeit von Forschung und Lehre. In der Folge beschloss der Zürcher Kantonsrat die Offenlegung universitärer Interessenbindungen und auch der heutige UZH-Rektor Michael Hengartner punktete während seines Wahlkampfes um das Rektorenamt mit der Verpflichtung zu mehr Transparenz.

Die Hälfte aller Universitäten noch ohne Online-Register

Die Transparenz-Initiative der Universität Zürich ist ein weiterer Schritt zum gläsernen Universitätssystem, wie ihn der Schweizer Hochschulverband Swissuniversities anstrebt. Im Frühling 2016 publizierte SRF eine Recherche-Serie zu den Interessenbindungen der Universitäten und machte auf eine Reihe von problematischen Fällen aufmerksam, welche die Unabhängigkeit der Forschung und Lehre in Frage stellten.

Darauf gab Swissuniversities ein Rechtsgutachten in Auftrag, um die aktuellen Transparenzvorschriften zu untersuchen. Die Resultate des Gutachtens, Link öffnet in einem neuen Fenster waren eindeutig: Eine «grösstmögliche Transparenz» werde nur durch die Kombination einer «weitreichenden Deklarations- oder Bewilligungspflicht» und einer aktiven Kommunikation im Internet erreicht – einem Online-Register.

Allerdings fehlt bei fast der Hälfte aller Schweizer Universitäten nach wie vor ein solches Register. Zwar wird von verschiedenen Seiten die Forderung laut, ein nationales Register der Interessenbindungen einzuführen, doch die Umsetzung scheint sich schwierig zu gestalten.

Wie transparent eine Universität sein muss, wird kantonal geregelt. Gemäss Bundesrat soll das auch so bleiben. In einer Interpellation, Link öffnet in einem neuen Fenster fragte die CVP-Nationalrätin Christine Bulliard-Marbach letztes Jahr den Bundesrat, ob er ein öffentliches Verzeichnis aller Sponsoringverträge unterstütze.

Der Bundesrat antwortete, er erachte ein «nationales öffentliches Verzeichnis aller Sponsoringverträge für nicht opportun». Durch das Öffentlichkeitsgesetz und analoge kantonale Gesetze sei die Transparenz sichergestellt.

Rechtsgutachten: Das Öffentlichkeitsprinzip reicht nicht aus

Dabei lässt der Bundesrat ausser Acht, dass nicht in allen Universitäts-Kantonen ein Öffentlichkeitsgesetz besteht – und damit auch keine Transparenzpflicht. In die gleiche Kerbe schlägt auch das Rechtsgutachten von Swissuniversities: Das Öffentlichkeitsgesetz reiche «nicht in allen Fällen», um den Bürgern den Zugang zu den Interessenbindungen zu schaffen, weil dies gesetzlich unterschiedlich geregelt sei. Trotzdem empfiehlt das Gutachten keine nationale Regulierung und auch Swissuniversities setzt auf eine «Diversität der Strategien und Reglemente.» Bezüglich nationalem Transparenzregister habe der Verband «bisher keine Position gefasst», schreibt Geschäftsführerin Martina Weiss auf Anfrage.

Der Weg zur transparenten Hochschullandschaft wird also in kleinen Schritten gegangen. Die allgemeine Stossrichtung hält Swissuniversities in einem aktuellen Positionspapier fest: Finanzierungsquellen und Verträge müssten offengelegt werden können, dürften aber nicht zu Wettbewerbsnachteilen im In- und Ausland führen. Im Klartext: Ja zur Transparenz, aber nicht unter allen Umständen.

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Legende: Keystone

Sponsoringverträge, Forschungsmandate, Nebenbeschäftigungen: Eine Recherche von SRF zeigt zum ersten Mal schweizweit, welche Verbindungen zwischen Universitäten, Professoren und Privatwirtschaft bestehen.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Viele Professoren haben Nebenbeschäftigungen, wenn sie keinen ordentlichen Lehrstuhl haben sondern nur einen ausserordentlichen. Sie müssen ja ihre Brötchen auch verdienen. Aber es ist schon richtig, wenn bekannt ist, was sie noch machen. Vor allem die vielen Privatdozenten in der Medizin schaffen in Spitälern oder haben noch eine eigene Praxis.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Der teure "Wahnsinn" der Universitäten der Schweiz auf Volks-Steuergelder!! Was davon ist wirklich notwendig und was Geldverschwendung?? Wer kontrolliert die Effektivität und Notwendigkeit, respektive, wer ist dafür verantwortlich??
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Das Volk ist begeistert durch die Lobpreisungen der Politiker +Professoren, dass wir weltweit zu den besten Unis gehören. Dass gerade das dazu führt, dass wir überall + jeden "Scheiss" mitmachen müssen, bemerkt keiner. Je höher wir in die Ränge kommen, desto mehr müssen wir zu Vorgehen in Wirtschaft +Politik JA sagen, +zwar Vorgehen denen wir ohne diese "Täuschung" niemals zustimmen würden.Jeder Schweizer soll die Augen öffnen, wer das nicht kann soll "Hinterfrager" fragen oder nichts tun!
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      die CH kann auch begeistert sein von ihren hervorragenden Ausbildungsmöglichkeiten. Ich find Ihren Beitrag dem absolut nicht angemessen und verstehe auch nicht, was Sie damit sagen wollen.
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