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Schulleiter schlagen Alarm Gerichtsentscheid gefährdet Klassenlager

Legende: Audio Schulleiter: Öffentliches Geld für Klassenlager abspielen.
1:50 min, aus HeuteMorgen vom 12.05.2018.
  • Schulleiter befürchten, dass Klassenlager und Schulreisen künftig weit weniger häufig stattfinden können.
  • Das Urteil des Bundesgerichts zur Beschränkung der Elternbeiträge zu diesen Anlässen, schränkt die Möglichkeiten vieler Schulen ein.
  • Die Schulleiter fordern, dass sich die öffentliche Hand an den Kosten für diese gemeinsamen Ausflüge der Kinder und Jugendlichen stärker beteiligt.

Bei Klassenlagern und Schulreisen geht es nicht nur um Freude und Vergnügen. Auch pädagogisch seien solche Anlässe sehr wichtig, unterstreicht Bernard Gertsch, selber Schulleiter im thurgauischen Egnach. Als Präsident des Verbandes Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz weiss er: «Für das soziale Lernen sind solche Lager extrem wichtig.»

Eine wertvolle Erfahrung

Sieben Tage in der Woche rund um die Uhr zusammen sein, Team-Arbeit und gemeinsame Erlebnisse mit Mitschülern und Lehrpersonen – das ist für alle eine wertvolle Erfahrung.

Doch viele Schulleiter befürchten, dass es in Zukunft schwieriger wird, solche Anlässe durchzuführen. Denn das Bundesgericht hatte vor einem halben Jahr festgelegt, dass die Schulen von den Eltern höchstens noch einen Betrag von 10 bis 16 Franken pro Tag verlangen dürfen, wenn ihre Kinder in ein Lager gehen – das entspricht ungefähr den Verpflegungskosten. Viele Schulen haben in den letzten Jahren von den Eltern aber wesentlich höhere Beträge verlangt.

Kantone und Gemeinden sollen mitfinanzieren

Vor diesem Hintergrund ist für die Schweizer Schulleiter klar: Jetzt müssen Kantone und Gemeinden einspringen. «Wir finden, dass die öffentliche Hand, die Schulbehörden dieses Geld auftreiben müssen und diese Lager bezahlen müssen», so Gertsch. Aus einigen Schulgemeinden gebe es positive Signale, vielerorts sei aber noch unklar, wie es weitergehe.

Deshalb versucht der Schulleiter-Verband jetzt Druck aufzubauen, wie Präsident Gertsch erklärt. «Wir haben ein Positionspapier geschrieben zu diesem Thema und stärken damit die Schulleitungen bei den Budgetphasen, die jetzt beginnen für das nächste Jahr.» Denn ohne die Unterstützung der öffentlichen Hand werde es immer schwieriger, Klassenlager durchzuführen.

61 Kommentare

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  • Kommentar von Sancho Brochella (warum?)
    Das Bundesgerichtsurteil besagt, dass Lehrerpersonen kein Geld mehr von Eltern einziehen dürfen. Einzig Verpflegungskosten dürfen noch eingefordert werden. Diese fallen aber allein in Lagern an. Für sämtliche Reise- und Eintrittskosten für Ausflüge in Museen, zu Lernorten z.B. Augusta Raurika, Ettiswil, Technorama, etc.... sowie für Schulreisen darf kein Geld mehr verlangt werden. Folglich können diese nicht mehr stattfinden. Reiche Gemeinden werden evtl. Gelder sprechen, ärmere?
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  • Kommentar von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
    Es gibt in der Tat Familien die sich Schullagen nicht oder nur schwerlich leisten können und deren Kinder deswegen auszugrenzen scheint mir moralisch nicht vertretbar. Und selbst wenn nur die die es selbst nicht zahlen können vom Staat unterstützt werden muss man nicht so blauäugig sein und glauben die anderen merken das nicht und dies würde nicht in sich selbst einen Nährboden für potenzielle Ausgrenzung darstellen.
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  • Kommentar von Erich Singer (liliput)
    Wieder mal typisch: für alles andere ist Geld vorhanden aber bei Klassenlagern versucht man zu sparen. Auch ein Lager gehört zur Bildung!!
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