Zum Inhalt springen
Inhalt

Schweiz Schwächt das Parlament die Schlagkraft des Fussballs?

Shaqiri, Rodriguez, Emeghara: So heissen sie, die Fussballhelden der Schweiz. Würde der Zugang zum Schweizer Pass erschwert, wie es der Nationalrat fordert, müsste der Fussballverband wohl auf viele Talente verzichten.

Die U17-Fussballweltmeister von 2009 im Bundeshaus.
Legende: Von der Politik gefeiert: Die jungen Fussball-Weltmeister werden im Bundeshaus empfangen. Keystone Archiv
15. November 2009: Haris Seferović. Schiesst. Tor!1:0 für die Schweiz in der 63. Minute.

Es ist das Siegestor gegen Nigeria im Final der U17-Weltmeisterschaft. Die Schweizer Weltmeister heissen Nassim Ben Khalifa, Granit Xhaka, Hajtim Kasami. Ihre Wurzeln sind tunesisch, albanisch und kroatisch – und sie sind eingebürgerte Secondos.

Politik - Fussball 1:0

Ginge es nach dem Nationalrat, hätten einige von ihnen damals nicht für die Schweiz einlaufen können, denn er will das Bürgerrecht verschärfen. Letzten Mittwoch verlängerte der Rat die Wartezeit auf den Schweizer Pass um Jahre und strich die erleichterte Einbürgerung von Jugendlichen.

Unter diesen Voraussetzungen wäre beispielsweise Ricardo Rodriguez 2009 höchst wahrscheinlich nicht zur Verfügung gestanden, wie Marco von Ah vom Schweizerischen Fussballverband gegenüber von Radio SRF sagt. «Rodriguez hat den Schweizer Pass sehr kurz vor dem Turnier in Nigeria erhalten.» Wenn die Wartezeit nun verlängert wird, könnten die jungen Talente nicht mehr früh genug gefördert und in die Auswahlteams integriert werden, befürchtet der Verband. Vielen Nationalrätinnen und Nationalräten sei diese Konsequenz wohl zu wenig bewusst gewesen, mutmasst von Ah.

SVP-Nationalrat Heinz Brand hatte sich vehement für die Verschärfungen im Bürgerrecht eingesetzt. Ihn lassen solche Vermutungen jedoch kalt. Das Parlament könne sich beim Einbürgerungsgesetz nicht danach richten, ob die Fussball-Mannschaft genügend Nachwuchskräfte rekrutieren kann, sagt er gegenüber Radio SRF.

Fussball kämpft um Ausgleich

Üblicherweise begrüsst der Bund den Fussballverband zu diesem Geschäft. Dass es dieses Mal nicht geschehen ist, irritierte viele im Verband. Man sei auf dem falschen Fuss erwischt worden, räumt von Ah ein, doch der Verband gebe nicht auf: «Noch ist dieses Spiel nicht zu Ende. Und wir werden uns da zumindest so einbringen, dass es vielleicht zu einer Verlängerung kommt.»

Ziel des Verbands ist der Ausgleich: In der Verlängerung soll der Ständerat den Entscheid des Nationalrats wieder umstossen. Oft genug hat die Politik die beispiellose Integrationskraft der Jugend-Nationalmannschaften beschrieben. Möglicherweise reicht auch ein Hinweis auf das aktuelle Aufgebot der A-Nationalmannschaft gegen Zypern. Da haben 15 Spieler einen Migrationshintergrund. (nab)

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

47 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Auf irgend eine Art und Weise wird man in Zukunft die "Einwanderungen und Migrationsbewegungen" auch global-politisch in den Griff bekommen müssen. Zu hoffen bleibt eigentlich nur, dass dies menschlich und ohne Verbrechen gegen die Menschlichkeit erreicht werden kann. - Allerdings habe ich da so meine Zweifel.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Fisch,16.34,Sie scheinen es wirklich nicht zu wissen,dass in unsrer kleinen CH jährl.eine Stadt Grössenordnung SG entsteht.Vielleicht können Sie sich vorstellen,dass diese Leute nicht von Luft+Liebe leben?Wir mussten deshalb bereits eine Anbaufläche fast so gross wie die CH selber ins Ausland/Entwicklungsländer verlagern.Die Folgen davon kennen Sie hoffentlich.Zudem Zunahme von Ressourcenverbrauch wie Strom,Wasser,Natur,eine total überlastete Infrastruktur usf.Müssten Sie doch sehen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von rana, wetzikon
    nur weil die Schweizer nicht zu sportlichen Höchstleistungen fähig sind, soll der rote Pass erleichtert abgegeben werden? Ist das der neue schweizer Stolz? Resignieren und Ausländer um Hilfe bitten. Machen wir schon im Bau-, Gastro- und Pflegebereich so. Warum nicht gezielter Ausbilden? Es wäre an der Zeit, dass sich auch CH-Kids etwas anderes lernen als Bürojobs. Liegt auch an der Erziehung: Eltern schämen sich, wenn ihr Kind "Maurer" lernen will.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      rana,meine ich auch,Gelder fliessen zu Mia ins Ausland,in Asyl-,Einwanderungs-+Integrationspolitik.Viel zu wenig wird getan für unsre Jugend,für gezielte(Aus)bildung,Attraktivität der Mangelberufe,Forschung.Zu viele Junge landen im Büro od.Detailhandel.Aber nicht nur prakt.Berufe haben an Ansehen verloren,auch akademische.Beispiel Lehramt: Sei Jz eingefrorene Löhne,unerzogene,(elektronik)süchtige Schüler,hoffnunglos antiautoritär geprägte PH.Wer will dafür ein Unistudium+PH absolvieren...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen