Schweiz bittet ägyptische Justiz um Hilfe

700 Millionen Franken aus dem Umfeld des gestürzten ägyptischen Präsidenten, Hosni Mubarak, liegen noch immer auf Schweizer Banken. Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen Geldwäscherei. Nun bat sie die ägyptischen Kollegen um Rechtshilfe.

Ein Bündel Geldnoten

Bildlegende: Wem gehören die 700 Millionen Franken wirklich? Keystone

Der 2011 gestürzte ägyptische Staatschef Hosni Mubarak beschäftigt noch immer die Schweizer Justiz. Denn immer noch liegen 700 Millionen Franken aus dem Umfeld des Mubarak-Clans eingefroren auf Schweizer Banken.

Die schweizerische Bundesanwaltschaft ermittelt wegen mutmasslicher Vortaten zur Geldwäscherei sowie wegen Beteiligung sowie Unterstützung einer kriminellen Organisation im Umfeld von Mubarak. Nun sollen ihr die ägyptischen Kollegen helfen, die Delikte zu beweisen. Die Strafermittler baten die ägyptische Justizbehörde um Rechtshilfe.

Hilfe aus Ägypten ist nötig

Die mutmasslichen Vortaten zur Geldwäscherei seien «praktisch ausschliesslich» in Ägypten begangen worden, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Die Thematik sei sehr komplex. Deshalb sei eine Zusammenarbeit zwischen der schweizerischen und ägyptischen Justiz entscheidend für den Erfolg der schweizerischen Verfahren.

Mubarak war im Februar 2011 im Zuge der Proteste während des Arabischen Frühlings, bei denen in Ägypten etwa 850 Demonstranten ums Leben kamen, zurückgetreten. Im Zusammenhang mit der tödlichen Gewalt gegen Demonstranten wurde er im Juni 2012 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Im August 2013 ordnete ein ägyptisches Strafgericht an, Mubarak aus der Haft zu entlassen.