Schweiz exportiert weniger Kriegsmaterial

Die Rüstungsfirmen lieferten im vergangenen Jahr Waffen, Munition und anderes Material im Wert von fast 450 Millionen Franken in 71 Länder. Das entspricht einem Rückgang um 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Strittiges Geschäft: Schweizer Rüstungsexporte

1:41 min, aus Tagesschau vom 23.2.2016

Sicht auf ein ABC-Aufklärungsfahrzeug der Schweizer Armee.

Bildlegende: Exportschlager Radpanzer (im Bild ein ABC-Aufklärungsfahrzeug der Schweizer Armee) Keystone/symbolbild

Die Schweiz ist die vierzehntgrösste Waffen-Exporteurin der Welt. Laut einem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri kommen rund ein Prozent aller weltweiten Waffenexporte aus der Schweiz.

Die Exporte waren zwar letztes Jahr mit 446,6 Millionen Franken um einen Fünftel rückläufig. Gleichzeitig stieg aber das Volumen neuer Bewilligungen um 35 Prozent auf 769 Millionen an, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mitteilte.

Keine Gesuche abgelehnt

Insgesamt wurden dem Seco im letzten Jahr 2238 Ausfuhrgesuche für Kriegsmaterial unterbreitet. Anders als im Vorjahr wurde keines abgelehnt.

Die fünf wichtigsten Empfängerstaaten 2015 waren Deutschland mit Lieferungen im Wert von 130,3 Millionen Franken, Indien (45,5), Indonesien (44,2), die USA (26,3) und Italien (24,4).

Radpanzer nach Deutschland geliefert

An sechster Stelle folgt Pakistan (20,8). Die Arabischen Emirate liegen auf dem zwölften Platz (8,1), Saudi-Arabien auf dem sechzehnten. Nach Saudi-Arabien haben Schweizer Unternehmen Rüstungsgüter im Wert von 5,8 Millionen ausgeführt.

Zu den grossen Geschäften im vergangenen Jahr gehörten die Ausfuhr von gepanzerten Radfahrzeugen nach Deutschland, Lieferungen von Feuerleitgeräten zu Fliegerabwehrsystemen nach Indien und Fliegerabwehrsysteme und Ersatzteile nach Indonesien.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • «Ich bin der Auffassung, dass immer auch der sicherheitpolitische Aspekt unseres Landes berücksichtigt werden muss», sagt Sicherheitspolitikerin Corina Eichenberger.

    Die Angst vor einem Einbruch der Rüstungsindustrie

    Aus Echo der Zeit vom 23.2.2016

    Die Schweiz hat letztes Jahr weniger Kriegsmaterial exportiert als noch 2014. Seit dem 26. März 2015 gilt ein Export-Moratorium für die im Jemen-Krieg involvierten Länder.

    FDP-Nationalrätin Corina Eichenberger vertritt die Interessen der Schweizer Rüstungsindustrie und hat vor einem halben Jahr eine teilweise Lockerung dieses Moratoriums gefordert. Die Zahlen und das Gespräch.

    Max Akermann und Isabelle Jacobi