Schweiz und Indien kommen sich bei Steuerfragen näher

Die Schweiz will Indien helfen, Steuerflüchtlinge zu stellen, die ihr Geld hier verstecken. Darüber wie das gehen soll, sprachen ein indischer Regierungsvertreter und der Schweizer Staatssekretär für internationale Finanzfragen, Jacques de Watteville. Einer Lösung sind sie ein Stück näher gekommen.

Eine Frau schiesst ein Foto von einem dunkelhäutigen Touristen vor dem Rheinfall.

Bildlegende: Schweiz und Indien: Auf dem Weg zu einer Lösung bei der Steueramtshilfe. Keystone

Indien ist unzufrieden mit der Schweiz. Es klemmt bei der Amtshilfe in Steuerangelegenheiten. Und das, obwohl es klare Regeln gibt, nach denen die Schweiz Indien hilft, hierzulande verstecktes Schwarzgeld aufzuspüren.

Das Problem: Bern darf von Rechts wegen keine Informationen über indische Steuersünder herausrücken, wenn die Anfragen auf gestohlenen Bankkundendaten beruhen. Genau das ist aber der Fall. Indien hat Kundendaten ausgewertet, die bei der Grossbank HSBC in der Schweiz gestohlen worden waren.

Nun haben sich Jacques de Watteville, der Staatssekretär für internationale Finanzfragen, und sein indischer Amtskollege gestern in Bern auf einen Kompromiss geeinigt. Indien soll zusätzlich eigene Nachforschungen über seine Steuersünder anstellen, und nicht einfach nur gestohlene Daten auswerten. Dann kann, so die Idee, die Schweiz Amtshilfe leisten. In der Praxis muss sich nun zeigen, ob das funktioniert.