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Abgas-Skandal Schweiz verlangt Gleichbehandlung durch deutsche Autobauer

In Deutschland werden gut 5 Millionen Diesel-Autos nachgerüstet. Und in der Schweiz? Bislang schwieg das Bundesamt für Strassen Astra. Nun nimmt Direktor Jürg Röthlisberger Stellung.

Legende: Audio Dieselaffäre: Wird die Schweiz nachziehen? abspielen.
14 min, aus Info 3 vom 05.08.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Auch bei Autos in der Schweiz sollen Dieselmotoren mit einer aktuellen Software nachgerüstet werden – so wie das in Deutschland geplant ist.
  • Das fordert Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamts für Strassen Astra in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF.
  • Die Schweiz werde handeln und man werde mindestens dasselbe forden, was in Deutschland erzielt wurde – sagt Röthlisberger.

Zu viel Abgas, zu viele Tricksereien, zu viel Vertrauen verloren: Der Diesel-Skandal weitet sich aus. Was tut die Schweiz? Der Bund sei in den letzten Tagen alles andere als passiv gewesen, sagt der Direktor des Bundesamtes für Strassen Astra, Jürg Röthlisberger. Man habe erst die Fakten zusammentragen müssen.

Die Schweiz werde aber handeln, verspricht er in der «Samstagsrundschau». «Ich kann euch garantieren, wir werden für die Schweizer Kunden sicher das Gleiche einfordern wie das die Deutschen Kunden bekommen.»

Kein Aktionismus in der Schweiz

Österreich plant – nach dem Modell in Deutschland – einen Diesel-Gipfel Ende August in Wien. In diesem Zusammenhang bezeichnete der österreichische Verkehrsminister Jörg Leichtfried die Berliner Ergebnisse als «mager» und kritisierte, dass es zusätzliche Massnahmen brauche, um die giftigen Abgase zu reduzieren.

Jürg Röthlisberger vom Bundesamt für Strassen will noch nicht so weit gehen und erst abwarten, was die deutschen Massnahmen bringen. «Wenn es hingegen nicht so ist, kann ich mir vorstellen, dass der Druck steigen wird, dass man auch die Hardware anpasst, also eher die teureren Massnahmen macht. Dann werden wir ebenfalls das Gleiche für uns einfordern.» Man wolle aber keinen Aktionismus betreiben.

Auch wenn der Bund bestimmt, welche Fahrzeuge auf Schweizer Strassen zirkulieren dürfen. Die Zulassung von Fahrzeug-Typen ist gesamteuropäisch geregelt. Die Schweiz kann da nur beschränkt Einfluss nehmen.

Import-Verbot chancenlos

Von Forderungen von Mitte-Links nach einem Schweizer Import-Verbot von gewissen Diesel-Fahrzeugen – mit der Begründung, dass das Atemgift Stickoxid eine ernstzunehmende Bedrohung sei und über den internationalen Handelsverträgen stehe – von einem solchen Schweizer Alleingang hält der Astra-Direktor wenig.

«Man kann nicht einfach einem Patienten, der eine schwere Krankheit hat, die Medizin für jemanden übernehmen, der eine leichte Krankheit hat. Das wäre völlig falsch. Da geht es um Verhältnismässigkeit und darum sind wir der Meinung, dass wir vorderhand hier noch nicht von präventiven Import-Verboten ausgehen.» Denn, erst brauche es noch handfeste Beweise, was genau das Problem dieser Diesel-Fahrzeuge sei.

34 Kommentare

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  • Kommentar von P. Gemperle (PGT)
    Der Bund sei in den letzten Tagen alles andere als passiv gewesen, sagt der Direktor des Bundesamtes für Strassen Astra, Jürg Rötlisberger. Bislang war aber das ASTRA aber alles andere als aktiv. Zuerst mussten die Deutschen aktiv werden bis man in Bern die Gnade hatte nächstens auch ein zu greifen. Kommt mir vor wie im Kindergarten. Einer machts dem andern nach aber erst wenn es der andere vorgemacht hat und dies ob es nötig ist oder nicht.
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  • Kommentar von Andreas Würtz (Andhrass)
    Umweltschutzgesetz, Paragraf 1, Absatz 2: "Im Sinne der Vorsorge sind Einwirkungen, die schädlich oder lästig werden könnten, frühzeitig zu begrenzen." Es braucht also KEINE handfesten Beweise, der dringende Verdacht, den wir bereits haben, reicht völlug aus!
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  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Auf gut Deutsch: wieder mal ziehen wir den Kürzeren. Am Schluss müssen wir Schweizer nachrüsten und alles selber bezahlen, sonst gibt es eine Busse! Doppelt bestraft und wie so oft im Stich gelassen. Mal abwarten und sehen was da geht...
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