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Schweiz Schweiz verzichtet auf Immunität ihres Top-Diplomaten

Der nach einer Verfolgungsjagd durch Paris kurzzeitig festgenommene Schweizer OECD-Botschafter verliert die Immunität. Die Gründe für seine Flucht vor der Polizei liegen immer noch im Dunkeln.

Die Schweiz verzichtet offiziell auf die Immunität von Botschafter Stefan Flückiger in Paris. Dies teilte die Schweizer Botschaft dem französischen Aussenministerium mit. Der Mann hatte sich in der Nacht auf Montag mit der französischen Polizei eine wilde Verfolgungsjagd geliefert.

Wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in einer Stellungnahme schreibt, leitete Bundesrat Didier Burkhalter eine Administrativuntersuchung ein. Deren Hauptzweck sei, die Fakten festzustellen.

Flückiger, Botschafter bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), kooperiere vollumfänglich mit der französischen Justiz. Bisher wurden gegen Flückiger keine «speziellen Massnahmen» ergriffen, wie das EDA weiter schreibt.

Legende: Video Burkhalter bereit Flückigers Immunität aufzuheben abspielen. Laufzeit 1:14 Minuten.
Aus 10vor10 vom 04.06.2013.

Bereits am Dienstag hatte Burkhalter gesagt, es sei selbstverständlich, dass Flückigers Immunität aufgehoben werde. Allerdings sei es noch zu früh, sich über die weitere Karriere des Diplomaten zu äussern. Flückiger habe bis anhin sehr gute Arbeit geleistet, sagte der Aussenminister.

Alkoholtest soll unter Grenzwert liegen

Der zu schnell fahrende Mercedes mit Diplomatenkennzeichen war der Polizei laut Medienberichten in der Nacht auf Montag aufgefallen.

Da der Lenker jedoch nicht anhalten wollte und sogar beinahe einen Beamten umfuhr, habe die Polizei auf die Autoreifen geschossen. Auch das habe den Flüchtigen nicht zur Vernunft gebracht, und er sei als Geisterfahrer auf der Gegenfahrbahn im 5. Arrondissement gefahren.

Nach seiner Festnahme sei ein positiver Alkoholtest durchgeführt worden. Allerdings soll er, wie SRF aus gut unterrichteten Quellen erfahren hat, unter dem in Frankreich gültigen Grenzwert von 0,5 Promille liegen. Offizielle Angaben zum Test liegen allerdings noch nicht vor.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Danke sf fuer die Korrektur! ..einen Beamten FAST umgefahren... frueher hat es einfach geheissen "umgefahren.. So sieht die Sache etwas besser aus. Aber fast meint auch, dass sich der Beamte wohl mit einem Sprung in Sicherheit bringen muste.. dann ist es etwa gleich. Nun immerhin, die Immunitaet ist aufgehoben und es wird untersucht.. (man wird auch auf Drogen testen, denn ein Verhalten eines solchen Toppolitikers ist doch ungewoehnlich) Und fairerweise, die CH soll ihn nicht im Stich lassen
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  • Kommentar von Jacques Mallard, Luzern
    Unversöhnlicher Französischer Wein. Weitermachen ...
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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Die Gruende kenne ich nicht, warum der Diplomat nicht angehalten hatte, oder warum er fast einen Polizisten ueberfahren hatte. Zum einen Verstehe ich den Polizisten, auch ich haette geschossen wenn jemand mich ueberfahren wollte, und auf der anderen Seite, wenn man auf mich schiesst, halte ich garantiert nicht an, und schaue das ich aus der Gefahrenzone komme. Es ist leider etwas kompliziert, besonders bei dem Fall hier, hoffen wir auf eine gute Aufklaerung...
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